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Den Jahreskalender für 2017 stellte Gerald Ohlbaum den Fördervereinsmitgliedern im „Bräustüberl“ vor.

Seligsprechungsprozess für Fidelis Weiß kommt nicht voran

Es fehlt ein Wunder

Reutberg – Vieles haben die „Freunde des Klosters Reutberg“ bereits auf die Beine gestellt, um den Konvent „praktisch, materiell und ideell zu unterstützen“, wie es in der Satzung des Fördervereins niedergeschrieben ist. Nach neuen Ideen und weiteren Möglichkeiten, sich zugunsten des Klosters betätigen zu können, suchte man jetzt in der Hauptversammlung. Auch ging es um den Seligsprechungsprozess für Fidelis Weiß. 

Vorrangig geht es dabei um die Beschaffung von Geld, damit die vom Ordinariat gestellten Bedingungen zur notwendigen Sanierung der Klosterkirche schnellstmöglich erfüllt werden können. 70 Prozent des Eigenanteils, also 700 000 Euro für die Innenrenovierung, muss das Kloster vorweisen, damit das für die Außenrenovierung zuständige Ordinariat überhaupt mit den Baumaßnahmen beginnt. Anhand des inzwischen fertiggestellten Kunstobjekt-Kalenders hoffe man, Paten für die Renovierung der abgebildeten Kunstwerke aus der Klosterkirche zu finden, sagte Vereinsvorsitzender Gerald Ohlbaum in seinem kurzen Überblick über die bereits laufenden Maßnahmen. Man habe Bittbriefe an größere Unternehmen im Landkreis und speziell an Sachsenkamer Betriebe geschrieben. Abgelehnt worden sei ein Förderantrag der Klosterverwaltung beim Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes – „da waren die Fördermittel im Verhältnis zu den eingegangenen Anträgen einfach nicht ausreichend.“ In die Sparte „Öffentlichkeitsarbeit“ eingereiht sind Aktivitäten wie etwa der Reutberger Adventsmarkt und die Lesung der „Heiligen Nacht“, die auch heuer wieder stattfinden sollen. Bereits am 23. Oktober werden die Tölzer Sänger in der Klosterkirche zu hören sein. Natürlich sind auch all diese Aktionen und Angebote dafür gedacht, Spenden zu erhalten.

Ende November, so Ohlbaums Vorschau, präsentieren Sachsenkamer Künstler eine Ausstellung im Klostergang. Und nicht zuletzt gibt es auch für 2017 wieder einen Jahreskalender.

Zum Erhalt des Klosters ließe sich kaum Positives berichten. Er habe mit dem Kloster Lerma in Italien korrespondiert, so der Vorsitzende. „Doch die Hoffnung, dass vielleicht Schwestern von dort auf dem Reutberg einziehen könnten, hat sich zerschlagen.“

Bedauerlicherweise hätten auch die Bemühungen, den Seligsprechungsprozess für Schwester Fidelis in Gang zu bringen und damit dem Kloster Reutberg eine größere Bedeutung als Wallfahrtsort zukommen zu lassen, nicht gefruchtet. Auf die Fürsprache von Vereinsmitglied Dr. Franz Berthold bei seinem Studienkollegen Papst Benedikt und wiederum dessen Nachfrage bei Kardinal Marx habe das Ordinariat erst nach Längerem reagiert und dabei das ausstehende Wunder ins Feld geführt.

Welche Maßnahmen könne der Förderverein nun weiterhin ergreifen, um in den verschiedenen Angelegenheiten vorwärts zu kommen, wurden die Versammlungsteilnehmer gefragt. Wesentliches Mittel sei das persönliche Gespräch, war man sich in den Wortmeldungen einig. Sei es, um dem Verein neue Mitglieder zuzuführen oder um generell die Bedeutung des Klosters für die Region darzustellen und daraus Spenden abzuleiten. Man könne Vereine und Pfarreien oder auch Firmen ansprechen, den Reutberg als Ausflugs- oder Veranstaltungsziel zu nehmen – nebenher würden sie die Belange des Konvents kennenlernen. „Ein Beitrag darüber auf Radio Alpenwelle würde mehr Menschen erreichen“, so ein Vorschlag. Über Möglichkeiten der Unterstützung könne man zudem bei der Brauerei anfragen. Rosi Bauer

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