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Neuer Cocktail aus dem Tölzer Land „Spritzige Marie“ soll durch Krisen helfen

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Von: Andreas Steppan

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Auf gute Zusammenarbeit stoßen Carmen Ehrsam von der Sachsenkamer „Cocktail House Manufaktur“ und Martin Schwind vom „Mariensteiner Brauhaus“ mit ihrer gemeinsamen Kreation, einem Pils-Spritz, ann
Auf gute Zusammenarbeit stoßen Carmen Ehrsam von der Sachsenkamer „Cocktail House Manufaktur“ und Martin Schwind vom „Mariensteiner Brauhaus“ mit ihrer gemeinsamen Kreation, einem Pils-Spritz, an. © arp

Die „Cocktail House Manufaktur“ in Sachsenkam und „Mariensteiner Brauhaus“ aus Waakirchen setzen auf Kooperation und bringen „Bier-Spritz“ auf den Markt.

Sachsenkam/Waakirchen – Die Mischung macht’s: Diese Devise gilt seit jeher für die Geschäftsidee der „Cocktail House Manufaktur“ in Sachsenkam, die fertige beziehungsweise vorgemischte Cocktails in der Flasche anbietet. Dass sie die Möglichkeiten des Mixens noch längst nicht ausgeschöpft hat, stellt Inhaberin Carmen Ehrsam nun mit einer neuen Kooperation unter Beweis. In Zusammenarbeit mit dem „Mariensteiner Brauhaus“ hat sie den Bier-Spritz „Spritzige Marie“ auf den Markt gebracht.

Corona hat Cocktailmanufaktur hart getroffen

„Fast unlösbar“ seien die Probleme, die der kleine Sachsenkamer Betrieb mit sechs Mitarbeitern zuletzt durchlief – und die ihm noch bevorstehen, berichtet Ehrsam. Wie berichtet hatte bereits die Corona-Krise ihr Unternehmen schwer getroffen – zumal es bei den Corona-Hilfskrediten durchs Raster der Vorgaben gefallen war. Heute sagt sie: „Wir haben die Pandemie gut überstanden.“ Zu verdanken sei das der Tatsache, „dass alle zusammengeholfen haben“, so Ehrsam. Viele Gespräche und gegenseitiges Verständnis zwischen ihren Lieferanten, ihren Kunden und ihr in der Mitte seien der Schlüssel dazu gewesen. Neben Hotels zählt zu ihren Kunden auch eine große Kinokette, so die Inhaberin.

Mittlerweile aber stehen die nächsten enormen Herausforderungen an. „Vorher war mir gar nicht bewusst, dass so viele Flaschen aus Glashütten in der Ukraine kommen“, sagt Carmen Ehrsam. Nachdem die dortigen Betriebe wegen des Krieges den Betrieb eingestellt hätten, „musste ich drei Großaufträge absagen, weil ich keine Flaschen herbekommen habe“. Die Glashütten, die aktuell den Markt bedienen, stünden jetzt vor dem Problem der enormen Energiekosten. „Sie arbeiten mit Gas.“ Lieferanten in Frankreich, bei denen sie selbst Liköre und Spirituosen beziehe, stünden vor dem gleichen Problem. Genauso sei der Papierpreis „durch die Decke gegangen“, sagt Ehrsam. „Für Kartonagen bezahle ich jetzt das Doppelte.“

Kooperation mit regionalen Partner

Ihr Heil sucht die Geschäftsfrau in diesen schwierigen Zeiten unter anderem in der Kooperation mit regionalen Partnern. Einen solchen fand sie im „Mariensteiner Brauhaus“ aus Waakirchen. Der kleine Familienbetrieb braut vier Biersorten – Dunkles, Weißbier, Helles und Pils –, die im Einzelhandel der Region erhältlich sind, in Bad Tölz zum Beispiel bei Edeka März und Getränke Trops oder in Lenggries bei Getränke Oswald und beim „Traglschubser“. Der Klein-Brauerei ist durch die Gastronomieschließung in der Coronazeit das Geschäft ebenfalls „brutal weggebrochen“, sagt Inhaber Martin Schwind.

Waakirchner Brauerei mit kreativen Ideen

Schon immer setzten die Waakirchner auf Kreativität. „Wir haben auch schon Nudeln gemacht oder einen Weißwurstsenf aus Weißbier“, sagt Schwind. Und: „Mit anderen zusammenzuarbeiten, ist wichtig.“ Das „Brauhaus“ war es dann auch, das auf Carmen Ehrsam zuging und anfragte: „Wollen wir uns nicht mal zusammensetzen?“ In einem „Brainstorming“ sei die Idee entstanden, einen „Bier-Spritz“ zu entwickeln, berichtet die Unternehmerin. Man habe – „es war immer sehr lustig“ – verschiedene Varianten durchprobiert. Unter den vier Biersorten des „Brauhauses“ habe man sich für Pils entschieden, „denn einen Pils-Spritz gibt es meines Wissens noch nicht“, sagt die Cocktail-Expertin. Unter den Spirtuosen, die man dazugeben wollte, habe sich Tequila gegenüber Wodka, Gin oder Rum durchgesetzt. Gemischt mit Sirup- und Likörsorten, „die wir nicht verraten“, entstand die „Spritzige Marie“. Acht Zentiliter dieser Mischung, vermischt mit einer 0,33-Liter-Flasche Pils und Eis ergibt nun ein herb-spritziges sommerliches Mischgetränk. Auf diversen Festen, etwa auf der Prater-Insel in München, beim Schlierseer Seefest oder Privatfeiern haben Ehrsam und Schwind ihre Kreation erprobt. „Wir haben nur positive Reaktionen bekommen.“

Ehrsams Ziel ist es nun , die „Spritzige Marie“ in der Gastronomie und auf Veranstaltungen zu etablieren. Angedacht sei auch, Pakete aus mehreren Flaschen Pils und einer mit der Spritz-Mischung im Einzelhandel zu platzieren. Und: „Wir sollten schauen, dass wir damit nächstes Jahr auf die Wiesn kommen“, sagt Ehrsam. Die „Spritzige Marie“ ist zudem über den Online-Vertrieb der beiden Betriebe erhältlich.

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