Es tut sich was in Reutberg: Mit der Außensanierung des Kirchturms soll eine umfassende Sanierung beginnen.
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Es tut sich was in Reutberg: Mit der Außensanierung des Kirchturms soll eine umfassende Sanierung beginnen.

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Sanierung der Klosterkirche Reutberg hat begonnen

Sachsenkam – Der eingerüstete Kirchturm des Klosters kündet weithin davon, dass sich was tut in Kloster Reutberg. Tatsächlich wurde nach einer von Sr. Benedicta Tschugg gezeichneten Pressemitteilung „nach neunjähriger Planungszeit mit den Renovierungsarbeiten der Klosterkirche begonnen“. Ein Baubeginn mit viel Vorgeschichte.

Sr. Benedicta leitet seit Oktober 2018 als von Rom eingesetzte Apostolische Kommissarin das Kloster. Reutberg wurde damit der Verantwortung der Erzdiözese München-Freising entzogen. Ein folgenreicher Schritt, weil das verärgerte Ordinariat daraufhin seine wichtige Zuschusszusage für die Renovierung der auch bei Wallfahrern beliebten Klosterkirche zurückzog. Hintergrund: Der Vatikan hatte noch 2016 die Auflösung des nicht überlebensfähigen Konvents verfügt, dann aber ohne Erklärung eine 180-Grad-Kehrtwende vollzogen (wir berichteten).

Überraschende Zusschusszusage

Es kam deshalb ziemlich überraschend, als das Ordinariat Ende 2020 seine Zuschusszusage über 1,1 Millionen Euro erneuerte. Das Kloster Reutberg startet nun mit den auf insgesamt 3,5 Millionen Euro geschätzten Baumaßnahmen. Laut Sr. Benedicta wird mit der Außensanierung des Kirchturms begonnen. Die Innenarbeiten an Kirchturm und Kirchendach folgen im Jahr 2022. Für beide Baumaßnahmen sei dank der Unterstützung etwa des Freundeskreises Reutberg die Finanzierung gesichert. Herzstück der Sanierung sei dann aber die Innenrenovierung der Kirche ab Frühjahr 2023. Hierfür liege noch eine deutliche Finanzierungslücke von 1 Million Euro vor. Verhandlungen mit Zuschussgebern laufen. Spenden werden erbeten.

Das Ordinariat bestätigte am Donnerstag auf Anfrage, dass die Bedingungen für den Zuschuss erfüllt sind. Erstens musste die Ordenskongregation im Vatikan der Baumaßnahme zustimmen. Zweitens, deutlich gravierender, war die Förderung der Diözese an die Finanzierung der Sanierungsmaßnahmen für Kirchturm und Dachstuhl, also die ersten beiden Bauabschnitte, gebunden. Diese Finanzierung sei gesichert, bestätigte auf Anfrage Ordinariatssprecher Hendrik Steffens. Vorbehaltlich einer noch nicht erfolgten dinglichen Sicherung im Grundbuch könne das Geld fließen.

Wird übrigens Rom einen Zuschuss zu der Sanierung geben? Eine Anfrage bei der Ordenskongregation in Rom blieb – nicht überraschend, sagen Insider – unbeantwortet. „Nein“, antwortete stattdessen am Donnerstag auf Anfrage Sr. Benedicta. Von Rom komme kein Geld. Sie ist froh, neben dem Tölzer Architekturbüro Thurner den ehemaligen Diözesanbaumeister Hans-Jürgen Dennemarck als „überaus erfahrenden und kompetenten Projektleiter“ gewonnen zu haben. Dennemarck kennt das Projekt noch von seiner früheren Tätigkeit her.

Eine Novizin und eine Postulantin im Konvent

Und wie läuft es sonst im kleinen Kloster? Die nur schriftlich möglichen Fragen nach der Größe des Konvents beantwortet Sr. Benedicta mit „zwei eingetretenen Frauen“. Eine davon sei Novizin, die andere noch Postulantin. Sr. Benedicta ist Klarissen-Kapuzinerin. Das komme der Spiritualität der Reutberger Franziskanerinnen nahe. Schließlich, so die Klostervorsteherin, seien in der Gründungszeit von Reutberg Kapuzinerinnen tätig gewesen, die aus der Pfanneregger Reformbewegung kamen. Genau wie in ihrem Mutterkloster Bethlehem in Koblenz. Die Unterschiede seien also gering.

Die Apostolische Kommissarin ist von Rom entsandt. Die Frage, wie lange dieser Auftrag gilt, wurde von der zuständigen Ordenskongregation nicht beantwortet. Schwester Benedicta Tschugg hat indes eine klare Vorstellung: „Solange Gott mich am Reutberg haben will, bleibe ich hier.“ Von Christoph Schnitzer

Spenden für die „Kirchenrenovierung Reutberg“ sind unter IBAN DE86 7509 0300 0802 1413 37, BIC GENODEF1M05 möglich.

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