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Zu Wasser und zu Land machten sich die Retter auf die Suche nach der vermissten Sachsenkamerin. In einem Waldstück wurde sie schließlich gefunden.

Jetzt berichten die Retter

Suche nach 79-Jähriger: So verlief der Großeinsatz in Sachsenkam

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Großeinsatz für die Rettungskräfte: In der Nacht zu Mittwoch wurde eine 79-Jährige vermisst gemeldet. 80 Personen machten sich auf die Suche – und die nahm ein glückliches Ende.

Sachsenkam – Es war Mittwochnacht um 3.16 Uhr, als die Wasserwacht Bad Tölz alarmiert wurde. Als vier der Helfer am Kirchsee ankamen, waren dort bereits die Feuerwehren aus Reichersbeuern und Sachsenkam im Gelände unterwegs. Nachdem sie sich mit den Kollegen kurzgeschlossen hatten, wasserten sie ihr Boot und begannen mit der Suche.

Was war passiert? Wie die Tölzer Polizei berichtet, war eine 79-jährige Sachsenkamerin um 22.30 Uhr von einer Geburtstagsfeier nach Hause gefahren worden. Die letzten 50 Meter zu ihrem Haus nahe des Kirchsees ging sie zu Fuß. Als ihr Ehemann, der ebenfalls auf der Feier gewesen war, gegen 23.30 Uhr heimkam, bemerkte er, dass seine Frau dort nicht angekommen war. Er suchte zusammen mit Angehörigen die nähere Umgebung ab – ohne Erfolg. Deshalb setzte er sich mit der Polizei in Verbindung.

Im weiteren Verlauf des Einsatzes wurden etwa 80 Retter von Feuerwehren, Wasserwacht, DLRG, Rettungshundestaffel, BRK und Polizei alarmiert. Alle suchten sie gemeinsam nach der älteren Dame.

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„Zu dem Zeitpunkt hatte das Unwetter schon nachgelassen“, sagt ein Sprecher der SEG Süd. „Aber es war alles noch nass und schlammig, der See war aufgewühlt. Und es war sehr neblig.“ Deshalb forderte er Verstärkung von der SEG aus Geretsried an. „Bei einer Vermisstensuche ist die erst Phase entscheidend“, so der Sprecher. Mit zwei Booten suchten die Helfer jeden Zentimeter des Kirchsees ab. „Wir sind nach einem speziellen Suchraster vorgegangen.“ Ein Feuerwehrmann suchte die Oberfläche mit einer Wärmekamera ab. „In der Nacht ist so etwas schwierig und gefährlich. Ein Taucheinsatz ist nicht immer sinnvoll.“ Gerade im Kirchsee, der ein dunkler Moorsee ist.

Während die Wasserwacht den See durchforstete, waren die anderen Helfer im Uferbereich zu Gange. Und dort wurden Kräfte der Feuerwehren schließlich gegen 5.15 Uhr fündig. Etwa 100 Meter von ihrem Wohnhaus entfernt, lag die Frau in einem Waldstück. Sie hatte sich wohl auf dem Weg nach Hause verlaufen, war dann einen Hang hinaufgegangen und gestürzt. Etwa sechs Stunden hatte sie bei Starkregen im Wald gelegen. „Wir haben sie erstversorgt und kurz darauf dem Rettungsdienst übergeben“, sagt der Sprecher. Die Frau sei wach und ansprechbar gewesen. Mit einer Unterkühlung und einer Verletzung am Arm, so die Polizei, wurde sie ins Tölzer Krankenhaus gebracht.

Ein positiver Abschluss einer langen nächtlichen Suche. „Es ist erfreulich, dass alles ein gutes Ende genommen hat“, resümiert der Sprecher

Aus welchem Grund die Seniorin die Orientierung verloren hatte, ist derzeit noch unklar.

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