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„In der Form ihres Lebens“: Thea Heim holte beim Königsschlösser Lauf in Füssen einen Doppelsieg und lief zweimal mit einem Lächeln als Erste ins Ziel.

Leichtathletik

Zweimal mit Siegerlächeln durchs selbe Ziel

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Thea Heim gewinnt in Füssen die 21-km-Distanz - nachdem sie kurz zuvor Bestzeit auf 10 000 Metern gelaufen war. 

Füssen/Sachsenkam– Déjà-vu beim Zieleinlauf: Zweimal innerhalb von drei Stunden überquerte dieselbe Läuferin beim 25. „Königsschlösser Lauf“ in Füssen die Ziellinie als Siegerin. Thea Heim gewann erst die 10 000 Meter – mit neuem Streckenrekord und großem Vorsprung. Wenig später siegte sie dann beim Halbmarathon an gleicher Stelle. „So wie sie drauf ist, könnte sie morgen noch den Marathon laufen“, gab der Streckensprecher über die Ausnahme-Läuferin aus Sachsenkam durch.

1:18:37 Stunden brauchte die souveräne Siegerin für die 21,2 Kilometer. Für sich genommen nicht ungewöhnlich. Nur dass Heim kurz vor dem Start des Halbmarathons eben noch die 10 000 Meter für sich entschieden hatte. Bei 30 Grad und strahlendem Sonnenschein gelang ihr in 36:33 Minuten ein neuer Streckenrekord. „Es war sehr heiß und die Strecke mit einem etwa 1,5 Kilometer langen Berganstieg sehr schwierig“, sagte die Läuferin aus Sachsenkam. „Aber ich war sehr zufrieden mit meiner Leistung.“

Bereits 50 Minuten später das nächste Rennen. Diesen Doppelstart verlangte Coach Norman Feiler seiner Athletin ab: „Wir sind in der Marathonvorbereitung. Hier war eine gute Gelegenheit, beide Distanzen unmittelbar hintereinander auf hohem Niveau zu testen, um zu sehen, wo sie in der Ausdauerschnelligkeit steht.“ Frei nach dem Motto „Wettkampf ist das beste Training“ begab sich Heim mit 500 Laufbegeisterten auf die malerische und mit mehr als 200 Höhenmetern sehr hügelige Strecke. Sie führte vorbei an Schloss Neuschwanstein und Hohenschwangau.

Doch die 26-Jährige hatte kaum Muße für die Schönheiten der Landschaft und setzte sich schnell an die Spitze der Frauenkonkurrenz. Nach gut 15 Kilometern zuckte ein Sommergewitter über den Himmel mit Donner, Blitzen und Regen. Auch davon ließ sich Heim nicht beirren und brachte eine starke Zeit ins Ziel. Fast fünf Minuten Vorsprung hatte Heim auf die Zweitplatzierte. Nur neun Männern musste sie den Vortritt lassen.

„Ich bin sehr erleichtert“, gab die Sachsenkamerin zu. „Ich hatte schon etwas Respekt vor dem Halbmarathon nach den schnellen zehn Kilometern. Auch weil die Beine durch den langen Anstieg schon sehr schwer waren. Doch dann lief es sehr gut. Meine Form war noch nie so gut.“

Heim freute sich über ihren Doppelschlag in Füssen und geht jetzt hoch motiviert in die konkrete Herbstmarathonvorbereitung. Mit den beiden Rennen in Füssen hat die Münchner IT-Spezialistin einen 13-tägigen Wettkampfblock mit vier Rennen abgeschlossen. Mit starken Vorstellungen und vier Siegen in Wolfratshausen (10 000 Meter), beim Firmenlauf München (6,1 Kilometer) sowie den beiden Abschlussrennen in Füssen zeigte sich auch ihr Trainer sehr zufrieden. „Thea hat die Rennen extrem gut gestaltet und verkraftet“, sagte Feiler. Das habe man bei der Doppelbelastung in Füssen gesehen. „Sie ist in der Form ihres Lebens.“

Nun gilt es, diese in den kommenden Wochen weiter zu entwickeln. Erst Ende August ist der nächste Start bei einem internationalen Halbmarathon in Österreich geplant. Dort wird Heim jedoch nur eine Distanz absolvieren und ihre in Freiburg aufgestellte Bestzeit angreifen. In Füssen hat sie noch auf die Marathondistanz verzichtet, aber im Herbst steuert sie die 42,2 Kilometer wieder als Höhepunkt an, einen großen, schnellen, internationalen Marathon. Wo dies sein wird, stellt sich erst noch heraus.

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