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„Tölzer Bohnen“: Carolin Hirschberger (li.) und Katharina Roithmeier in ihrer Rösterei in Sachsenkam.  

die „tölzer bohne“ 

Wenn’s knackt, wird’s gut

Sachsenkam –  Sachsenkamerinnen haben eine eigene Kaffeemarke gegründet.  Die  Rösterei ist  im heimischen Keller.

Ein rhythmisches Geräusch dringt aus dem Haus an der Mönchstraße 5 in Sachsenkam. Im Kellerraum erblickt man gleich den Verursacher: Einen großen Kaffeeröster, der gerade seiner Arbeit nachgeht. Hier entsteht die „Tölzer Bohne“.

Immer und immer wieder holt Carolin Hirschberger Proben aus der großen Trommel. Sie prüft den Röstgrad, schaut, ob die Bohne schon glänzt. Nach etwa 20 Minuten muss es dann ganz schnell gehen: Die richtige Bräunung ist erreicht, die Bohnen werden in einen Kühler ausgelassen. Ein leichtes Knacken ist zu hören. „Das ist optimal“, sagt Katharina Roithmeier (51), die im Anschluss überprüft, dass nur Bohnen mit der richtigen Bräunung zum Verpacken weitergegeben werden. „Wenn sie erst das zweite Mal aufknacken, nachdem sie aus der Trommel raus sind.“ Jeder Röster habe da „sein eigenes Ding“, sagt Hirschberger. „Wir haben ein gutes Jahr gebraucht, bis wir für uns den richtigen Röstgrad erreicht haben.“ Wie man dahin kommt? „Probieren, probieren, probieren“, sagt die 54-Jährige lachend.

Bei 175 Grad Einlasstemperatur geht der Vorgang los. Je nach Bohne wird bis auf über 200 Grad erhitzt. Jedes Mal wird ein genaues Röstprotokoll geführt. Beispielsweise darüber, dass sechs Kilo in den Röster reinkommen und fast exakt fünf Kilo wieder raus. Ein Kilogramm Wasser ist in der Zwischenzeit verdampft.

Fünf Sorten gibt es von der „Tölzer Bohne“: Ihr Geschmack reicht laut den beiden Produzentinnen von mild bis kräftig, manche haben eine Note von Schokolade oder Mandeln, sind fruchtig oder würzig. Handverpackt werden sie in Tüten mit Aromaventil – so kommt die Luft raus, aber keine rein. „Das ist alles echte Handarbeit“, sagt Hirschberger.

Angefangen haben Hirschberger und Roithmeier vor zweieinhalb Jahren. „Aus Liebe zum Kaffee“, wie Roithmeier sagt. Die Geschichte des Genussmittels habe beide interessiert, „wir waren wie im Fieber und hatten die gleiche Begeisterung“, sagt Hirschberger. Im Kaffeeinstitut in Wien lernten sie von den Besten der Besten die Kunst des Kaffeeröstens. „Kaffee soll wieder als etwas Besonderes, als Luxusprodukt wahrgenommen werden.“ Dann ging es daran, einen Namen zu finden. Möglichst einfach wollten sie es halten. „Uns ist die Regionalität wichtig“, sagt Roithmeier. Schnell war auch klar, dass die Kaffeerösterei in Privaträumen unterkommt. „Wir sind beide hier aufgewachsen. So müssen wir uns weder um Miet- noch Personalkosten sorgen.“ Denn derzeit machen die beiden Frauen, die seit ihrer Jugendzeit befreundet sind, alles alleine. Und das neben Beruf und Familie. „Noch schaffen wir das“, sagt Roithmeier.

Momentan gibt es für die Sachsenkamerinnen zwei „Kaffeetage“: Donnerstags und freitags widmen sich Hirschberger und Roithmeier ihrer „Tölzer Bohne“. Einen Kundenstamm haben sie bereits aufgebaut. Mittlerweile gibt es die „Tölzer Bohne“ aber in verschiedenen Cafés und diversen Feinkostläden in Bad Tölz, Sauerlach, Holzkirchen, Dietramszell und sogar in München.

Die beiden Frauen planen aber, künftig Werbung für ihr Produkt zu machen. Denn die gab es bislang noch überhaupt nicht. Die Händler wurden selbst akquiriert, die Bohnen selbst ausgeliefert. Hirschberger: „Wir hoffen, dass wir bald noch mehr wahrgenommen werden.“ Der größte Lohn sei es, wenn jemand sage: „Euer Kaffee schmeckt aber gut.“

Melina Staar

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