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So sahen die Wanderparkplätze in der Gemeinde Kochel in den vergangenen Tagen aus. Viele nutzten das schöne Wetter für einen Ausflug - trotz aller Warnungen und Bitten, zu Hause zu bleiben.

Pandemie

Tölzer Polizei verhindert „Corona-Partys“

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Seit Freitag um Mitternacht gilt in Bayern eine Ausgangsbeschränkung. Einige Zeitgenossen haben aber noch immer nicht verstanden, warum es so wichtig ist, derzeit auf soziale Kontakte zu verzichten.

Bad Tölz/Sachsenkam/Lenggries/Kochel am See Auch im Tölzer Land wurde in den vergangenen Tagen die Aufforderung, den öffentlichen Bereich zu meiden und die sozialen Kontakt auf ein Minimum zu reduzieren, vielfach nicht eingehalten. „Manche Leute scheinen die Ausrufung des Katastrophenfalls tatsächlich mit Ferien zu verwechseln“, sagt der Kochler Bürgermeister Thomas Holz und berichtet von zahlreichen Wanderern auf den Herzogstand und Ausflüglern am Walchensee. Die Parkplätze seien wie im Sommer überfüllt gewesen.

Ähnlich war die Situation am Kirchsee. Dort hat Bürgermeister Hans Schneil jetzt den Steg sperren lassen, weil sich hier in den vergangenen Tagen vor allem Jugendliche zu „Corona-Partys“ verabredet hatten. Auf dem Schild steht „Gesperrt wegen unvernünftiger Menschenansammlungen“. Der Gemeinde sei nichts anderes übrig geblieben, als das Betreten zu untersagen, sagt Schneil. Überhaupt sei am Kirchsee „richtig viel los gewesen. Viele Leute lagen am Strand und haben die Sonne genossen“.

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Schneil hat sich vorletzte Woche auch über Bürger geärgert, die trotz beginnender Corona-Epidemie noch ein dreitägiges Stadelfest für 300 Personen an diesem Wochenende genehmigt haben wollten. Da habe er die Unterschrift verweigert und das auch mit dem Landratsamt abgesprochen. Die Veranstalter hätten dann im Gespräch Einsehen gezeigt. „Aber ich habe mich schon gefragt, warum sie es überhaupt probiert haben“, sagt Schneil.

In den sozialen Medien macht auch im Tölzer Land immer wieder die Einladung zu privaten Corona-Partys die Runde. Die Tölzer Polizei hat laut Inspektionsleiter Johannes Kufner in den vergangenen Tagen mehrfach „beginnende Partys aufgelöst“. Die Beamten in Tölz haben Personal umgeschichtet und arbeiten jetzt verstärkt im Außendienst. Entsprechende Plätze, wo sich vor allem junge Erwachsene treffen, seien ihnen bekannt, sagt Kufner. „Wir wissen, wo die Hotspots sind.“

Den Teilnehmern musste man vor allem den Ernst der Lage einschärfen. Im Zuge der Ausgangsbeschränkung werde aber auch die Polizei zu weiteren Maßnahmen greifen, sagt Kufner. Man werde bei vorsätzlichem Handeln die Personalien aufnehmen und als Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz weiterverfolgen. Dann werde die Staatsanwaltschaft tätig.

Auch Gastwirtschaften und Geschäfte werden auf Einhaltung der neuen Vorgaben überprüft. „Der überwiegende Teil der Bürger hier ist aber verständnisvoll“, sagt Kufner.

Das schöne Wetter in den vergangenen Tagen war auch am Brauneck in Lenggries ein Problem. Viele Ausflügler kamen. Mittlerweile wurde ein Verbot für Gleitschirmflieger erlassen. „Nach vier Tagen mit Hinweisen kann man jetzt auch nicht mehr sagen, man hätte von nichts gewusst“, sagt Kufner. Auch Kochels Bürgermeister Thomas Holz hofft, dass jetzt die Vernunft einsetzt. Durch das Freizeitverhalten der Ausflügler wurden „sämtliche Bemühungen aller anderen, mit allen Mitteln und starken persönlichen Einschränkungen die Pandemie einzudämmen, rücksichtslos völlig ad absurdum geführt“. Es helfe eben nicht, „wenn sich nur andere daran halten: Jede und jeder muss mithelfen“, appelliert der Bürgermeister.

Sogar am Kinderspielplatz in Sachsenkam musste in diesen Tagen das „Gesperrt“-Schild erneuert werden. Unbekannte hatten es herausgerissen, berichtet Bürgermeister Schneil. Jetzt hat er ein neues aufgehängt – und mit Latten befestigt.

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