+
Übergabe der Unterschriften im Ordinariat.

Liste im Ordinariat abgegeben

Unterschriftenaktion für Kloster Reutberg: 6000 Gläubige fordern Erhalt des Konvents

  • schließen

6000 Gläubige fordern den Erhalt des Konvents am Kloster Reutberg. Die Sachsenkamer Gruppe hat die Unterschriftenlisten am Dienstag im Ordinariat überreicht. „Der Reutberg liegt vielen Menschen am Herzen“, sagte Generalvikar Peter Beer bei der Übergabe.

München/Sachsenkam – Die Vertreter der Sachsenkamer Gruppe hatten jede Menge Handgepäck, als sie am Dienstag in der Münchner Kapellenstraße vorfuhren. Neben den 6000 Unterschriften, die in gut vier Wochen gesammelt worden sind, überreichten sie dem Generalvikar zudem einen mit „Kompromissvorschlag“ überschriebenen Text zur Zukunft des Klosters.

„Es ist gut, dass sich so viele Leute für die Kirche mobilisieren lassen“, sagte Beer im Gespräch mit der Gruppe. Nun gehe es darum, Übergänge und Wandlungsprozesse in guter Weise zu gestalten und abzuwarten, welche Entscheidung der Heilige Stuhl über die Auflösung des Konventes treffe, heißt es in einer Mitteilung des Ordinariats.

Beer stellte klar, dass man den in Rom zur Entscheidung vorliegenden Antrag bezüglich der Zukunft des Konvents abwarten müsse. „Wir können dem nicht vorgreifen und müssen uns im Rahmen der kirchenrechtlichen Möglichkeiten bewegen.“

Der Generalvikar kündigte zudem an, die Unterschriftenlisten sowie ein an Kardinal Reinhard Marx adressiertes Schreiben an diesen weiterzureichen. In einem Brief vom Mittwoch, 27. Juni, sagte Beer der Gruppe zu, dass der Kompromissvorschlag „im Rahmen unserer Bemühungen zur Lebendighaltung des Reutbergs diskutiert wird und Ihnen die zuständigen Gesprächspartner zur Verfügung stehen“. Dafür nannte er Ordinariatsdirektorin Gabriele Rüttiger sowie Prälat Lorenz Kastenhofer, die die entsprechenden Vollmachten hätten, um im Rahmen der gesetzlichen beziehungsweise kirchenrechtlichen Möglichkeiten handeln zu können.

Lesen Sie auch: Reutberg-Umbau: Erst Kirche, dann Kloster

Die Sachsenkamer Gruppe freut sich, dass Generalvikar Beer den Reutberg nun offenbar zur Chefsache gemacht hat. „Wir hoffen sehr darauf, dass damit in Zukunft zum ersten Mal ein Ordinariatsmitglied federführend für Gespräche zur Verfügung stehen wird, das selbst weitreichend entscheidungsbefugt ist“, heißt es in einer Presseerklärung. „Wir sind weiterhin gesprächsbereit und freuen uns auf eine Fortführung des Dialogs“, schreibt die Gruppe.

Der von der Sachsenkamer Gruppe formulierte Kompromissvorschlag sieht vor, den Reutberger Konvent probeweise bestehen zu lassen, während das pastorale Zentrum mit einer Priestergemeinschaft eingerichtet wird. „Jeder, der die Verhältnisse vor Ort genau genug kennt, weiß: Der Reutberg ist leicht groß genug, um beidem Platz zu bieten: Seelsorgezentrum und Frauenkonvent“, so der Diözesanratsabgeordnete und Sachsenkamer Pfarrgemeinderat Ulrich Rührmair. „Das Ordinariat München und wir alle bekämen ein Seelsorgezentrum, und die Gläubigen könnten gleichzeitig ihre Schwestern und den Spiritual behalten.“

Man dürfe eine solche Kompromisslösung nicht von vorneherein torpedieren. „Dafür haben die Leute kein Verständnis“, sagt Gerald Ohlbaum. „In den heutigen Zeiten des Priester- und Schwesternmangels muss man am Reutberg neue Wege gehen“, so der Vorsitzende des Reutberger Freundeskreises. Nun kommt es laut Ohlbaum auf Rom und München an: „Wird man darauf hören oder die Wünsche der Gläubigen ignorieren“, fragt sich Ohlbaum. Und dessen Stellvertreter Helmut Rührmair gibt zu bedenken: „Wenn Kardinal Marx am Reutberg eine Lösung umsetzen würde, die den Wünschen von tausenden Gläubigen widerspricht: Welchen Segen, welche Akzeptanz in der Bevölkerung sollte dies bringen?“

Lesen Sie auch: Das plant das Ordinariat auf dem Reutberg

Die Unterschriftenaktion soll weiterlaufen. „Wir hoffen im Verlauf des Sommers auf insgesamt 10 000 Unterzeichner“, so Helmut Rührmair. Zusätzlich zu den klassischen Unterschriften auf Papier gibt es nach Angaben der Gruppe eine separate Online-Petition, die direkt an Kardinal Marx gerichtet ist.

Der Generalvikar hat in einem Gespräch mit unserer Zeitung gestern noch deutlich gemacht, dass sich das Ordinariat verstärkt um die Öffentlichkeitsarbeit in Sachen Reutberg bemühen will. „Wir werden eine eigene Homepage einrichten“, kündigte Peter Beer an. Auf dieser neuen Internetseite will die Erzdiözese ihre Argumentationsweise für eine breite Öffentlichkeit darstellen. „Wir wollen die Anliegen der Menschen aufgreifen“, sagte Beer. Die Gläubigen können demnach in einem eigenen Portal ihre Fragen stellen, die dann allgemein beantwortet werden. Generalvikar Beer bekräftigte seinen Einsatz für den Reutberg: „Wir alle wollen doch ein Stück Heimat retten – das teile ich voll und ganz.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Damit traumatisierte Polizisten zur Ruhe kommen - Magdalena Neuner unterstützt Stiftung 
Die Stiftung der Deutschen Polizeigewerkschaft hilft traumatisierten Polizisten. Sie können im Isarwinkel zur Ruhe kommen. Auch Magdalena Neuner hilft.
Damit traumatisierte Polizisten zur Ruhe kommen - Magdalena Neuner unterstützt Stiftung 
Tölz live: Tipps gegen Langeweile und Vorschau auf Montag
Kleiner Blechschaden da, großer Stau dort, eine Gewitterfront zieht an, ein tolles Konzert startet in Kürze. Hier gibt‘s unseren Newsblog direkt aus der Redaktion.
Tölz live: Tipps gegen Langeweile und Vorschau auf Montag
„Traunsteiner Lindl“ für unverfälschte Volksmusik - “hoib & hoib“ holt sich begehrten Preis
„hoib & hoib“ sind junge Volksmusikanten aus den Landkreisen Bad Tölz -  Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen. Sie feiern gerade einen Erfolg nach dem anderen.
„Traunsteiner Lindl“ für unverfälschte Volksmusik - “hoib & hoib“ holt sich begehrten Preis
„Man sollte nicht immer nur an sich selbst denken“ - Besonderes Konzert in der Reichersbeurer Kirche
Ein besonderes Konzert findet an diesem Freitag in der Reichersbeurer Kirche statt. Zwei 14-Jährige haben es organisiert und möchten andere Menschen damit animieren, …
„Man sollte nicht immer nur an sich selbst denken“ - Besonderes Konzert in der Reichersbeurer Kirche

Kommentare