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Stellte das Gutachten vor: Hans Ulrich vom Umweltinstitut (li.) mit Bürgermeister Johann Schneil.

Mobilfunkmast

Viel spricht für den Wertstoffhof

Sachsenkam – Laut Gutachten wäre die Belastung an allen Sachsenkamer Standorten gering. Die Entscheidung über den Mobilfunkmast fällt  im November.

Seit genau einem Jahr beschäftigt sich der Sachsenkamer Gemeinderat mit dem Vorhaben der Telekom, einen Sendemast zu errichten, um den Mobilfunkempfang im Ortsbereich und entlang der B 13 zu verbessern. Im Ringen um den besten Standort zeichnet sich nach einigem Hin und Her nun doch ab, dass der Wertstoffhof der günstigste Platz wäre. Das zeigte sich bei einer Infoveranstaltung am Montagabend.

Schon von Beginn an hatte der Gemeinderat diesen Standort favorisiert und ihm sogar schon unter Auflagen zugestimmt. Dann aber machten die Gegner des Standorts mobil. Sie sammelten etwa 400 Unterschriften und hielten eine eigene Infoveranstaltung ab. Der Gemeinderat zog seine Zustimmung zunächst zurück und beauftragte das Umweltinstitut München mit einem Gutachten. Dieses sollte die Elektrosmog-Belastung an den einzelnen möglichen Standorten untersuchen. Dieses Gutachten liegt seit geraumer Zeit vor.

Am Montag wurde es nun der Bevölkerung im gut besuchten „Altwirt“-Saal vorgestellt. „Wir haben zehn mögliche Standorte auf Strahlenbelastung und Nutzen hin untersucht“, sagte Projektleiter Hans Ulrich vom Umweltinstitut. „Alle ins Auge gefassten Standorte bleiben deutlich unter dem Grenzwert.“ Der liegt bei 41 Volt pro Meter (V/m) und ist im internationalen Vergleich eher hoch. Bei der Untersuchung, bei der von einer maximalen Sendeleistung ausgegangen wurde, wurden Werte zwischen 1,0 und 5,4 V/m ermittelt. „Im Normalbetrieb ist der Wert deutlich niedriger“, sagte Ulrich.

Am Wertstoffhof wurden bei einem 35 Meter hohen Sendemast, der damit deutlich über die Baumkronen hinausragen würde, ebenfalls 1,0 V/m errechnet. Dieser Wert ist genauso niedrig wie beim bestehenden Sendemast auf dem Kloster Reutberg, das den Vertrag dafür aber wohl kündigen will. Bei einem nur 25 Meter hohen Mast am Wertstoffhof erhöht sich die Belastung auf 1,2 V/m. Auf der Anhöhe der gegenüberliegenden Seite der B 13 würde die Belastung mit 1,1 V/m nur wenig mehr betragen. Der Nachteil ist aber die exponierte Lage: Der Mast wäre weithin sichtbar.

„Beide Standorte sind geeignet“, sagte Ulrich. „Die Abweichungen sind minimal.“ Die Telekom könnte mit dem Standort Wertstoffhof leben, bevorzugt jedoch den höheren Sendemasten.

In der Diskussion sorgte man sich über erhöhte Werte, wenn die anderen Mobilfunkanbieter – O2 und Telefonica Deutschland – mit auf den Sendemast wollen. „Davon ist nach meinen Erfahrungen auszugehen“, sagte der Kommunalbeauftragte Mobilfunk Bayern der Telekom, Frank-Peter Käßler. Der Wert am Wertstoffhof würde sich dann bei maximaler Leistung von 1,0 V/m auf 1,7 V/m erhöhen.

Als richtig empfanden die Teilnehmer an der Versammlung die Förderung des Ausbaus des Glasfaserkabelnetzes. Einig war man sich aber auch: An der intensiven Mobilfunknutzung ändern die schnelleren Internetverbindungen nichts.

Die Entscheidung über die weitere Vorgehensweise ist in der Novembersitzung des Gemeinderats zu erwarten.

Günter Platschek

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