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Scheibe an Tölzer Moschee eingeschlagen

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Bad Tölz - Dass Unbekannte eine Scheibe an der Tölzer Moschee eingeschlagen haben, ärgert Menduh Killik, Vorsitzender des türkisch-islamischen Kultur-Vereins - aber auch das Vorgehen der Polizei.

Es waren elf Zeilen im Tölzer Kurier, die Menduh Killik, Vorsitzender des türkisch-islamischen Kultur Vereins, aufgeschreckt haben. In der Polizei-Meldung vergangene Woche hieß es, ein Unbekannter habe am Sonntag, 24. April, um zwei Uhr morgens mit einem Stein die Scheibe eines Wohnhauses an der Tölzer Säggasse eingeworfen. Laut Polizei war ein 37-jähriger Bewohner betroffen. „Das ist kein Wohnhaus“, stellt Killik klar. „Der Verein ist Mieter, das ist die Moschee.“ Das habe er den Beamten auch gesagt. „Nicht ich als Person bin betroffen, sondern die ganze türkische Gemeinde.“

Dass dieses „Detail“ im Polizei-Bericht nicht auftauchte, ärgert Killik. „Ich hätte mir einen ausführlicheren Bericht gewünscht“, sagt er. „Was wäre, wenn so etwas an der Mühlfeldkirche passiert?“ Die Beamten, die vor Ort ermittelten, „waren relativ desinteressiert“, berichtet der Vereins-Vorsitzende. Auf seinen Vorschlag, die Steine, die vor dem Haus lagen, zu untersuchen, bekam er die lapidare Antwort, man sei nicht in einer US-amerikanischen Krimiserie.

Seit Oktober 2006 ist der türkisch-islamische Verein an der Säggasse beheimatet. In dieser Zeit gab es Killik zufolge vier bis fünf Vorfälle. Einmal fuhr ein Mann auf einem Motorrad in den Gang, ein anders Mal warfen Jugendliche die Schuhe aus dem Regal durch das Haus. „Einmal wurde die Eingangstür mit Kacke beschmiert.“ Alle Vorfälle teilte er der Polizei mit. „Ich habe nie mehr was gehört“, sagt Killik. „Wir fühlen uns allein gelassen.“

Mit dem jüngsten Polizei-bericht ist auch der stellvertretende Leiter der Tölzer Inspektion nicht glücklich. „Das war ein Fehler, dass man da zu wenig darauf geschaut hat“, räumt Josef Mayr ein. „Aber das war keine böse Absicht“, stellt er klar. „Wir wollten auf keinen Fall etwas unter den Tisch kehren.“ Mayr rief gestern umgehend Killik persönlich an, um die Angelegenheit aus der Welt zu schaffen.

Daran ist auch Bürgermeister Josef Janker (CSU) gelegen. „Wenn so etwas passiert, muss man es auch veröffentlichen.“ Die Stadt ist Eigentümer des Hauses an der Säggasse. Janker ist jedoch überzeugt, dass hinter den Vorfällen keine fremdenfeindlichen Tendenzen stecken. „Ich verbrenn’ mir da nicht die Finger, wenn ich meine Hand dafür ins Feuer leg.“

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