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Ende der Aushubarbeiten: An der Baustelle des neuen Seniorenwohn- und Pflegeheims in Schlehdorf sind Reste der alten Klosteranlage entdeckt worden. Die Denkmäler sind inzwischen mit Plastikplanen gesichert.

Pflegeheim Schlehdorf

Alte Fundamente stoppen Neubau

Schlehdorf - Nun wurde also doch etwas gefunden. Bei Aushubarbeiten sind an der Baustelle des neuen Seniorenwohn- und Pflegeheims in Schlehdorf Reste der alten Klosteranlage entdeckt worden. Deshalb wird sich das Bauprojekt wohl erheblich verzögern.

Noch vor knapp einem Monat hatte der Schlehdorfer Bürgermeister Stefan Jocher vorsichtige Entwarnung gegeben. Zwar waren bereits zu diesem Zeitpunkt kleinere Reste eines Steinfundaments in der Baugrube gefunden worden (wir berichteten), als bedeutsam hatte Jocher diesen Fund damals jedoch nicht eingestuft. Und jetzt? „Nun ist doch mehr aufgetaucht“, informierte Jocher in einem Gespräch mit der Heimatzeitung. Nämlich die Grundmauern des zweiten Klosters. Und dieser Fund muss nun genau dokumentiert werden. „Die Denkmäler werden jetzt freigelegt und gesichtet“, erläuterte Jocher. Zu diesem Zweck wurden Planen über dem Fundort gespannt.

Haben die Archäologen die historischen Mauern dokumentiert, muss der Zweckverband des Seniorenwohn- und Pflegeheims, der als Grundstückseigentümer auch Eigentümer der Bodendenkmäler ist, entscheiden, was mit dem historischen Fund geschehen soll, so Jocher.

Zunächst wirbeln die gefundenen Klosterreste aber erst einmal den Zeitplan für das Neubauprojekt gehörig durcheinander. Jocher rechnet angesichts des Funds derzeit mit „einem knappen halben Jahr Bauverzögerung“. Denn auch, wenn der Denkmalschutz die Baustelle in einiger Zeit wieder freigeben wird, sei es zu spät, um angesichts des bevorstehenden Winters noch mit dem Bau der Fundamente zu beginnen.

Deshalb sei der Baubeginn „verschoben bis 1. März 2017“. Demzufolge verschiebt sich auch der Einzug für die Bewohner. Der künftige Einrichtungsleiter Jörg Kahl war eigentlich davon ausgegangen, dass bis Sommer 2018 die ersten Bewohner – unter anderem die Senioren aus dem Pflegeheim „Lindenhof“ in Grafenaschau (Kreis Garmisch-Partenkirchen) – in Schlehdorf einziehen können. Das Heim in Grafenaschau, dessen Träger ebenfalls die „Hilfe im Alter“ der Inneren Mission München ist, muss geschlossen werden, da es die neuen gesetzlich vorgeschriebenen Standards nicht mehr erfüllt. Und auch die ehemaligen Heimbewohner aus Schlehdorf, die während der Bauzeit vorübergehend in andere Häuser umgezogen sind, nach Fertigstellung aber zurückwollen, müssen sich also länger gedulden als geplant.

Zusätzlich belastend zu dieser Bauverzögerung kommen für den Zweckverband die zusätzlichen Kosten hinzu, die ihm durch den archäologischen Fund entstehen. Jocher spricht hier von einem „hohen fünfstelligen Betrag“ allein für die Bergung.

Franziska Seliger

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