Ansicht aus der Luft: Die Grundmauern des alten Klosters.

Archäologische Funde am Kloster Schlehdorf

Mehrkosten: Jocher schreibt verärgert an Minister Spaenle

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In einem eindringlichen Appell hat sich nun Schlehdorfs Bürgermeister Stefan Jocher an Kultusminister Ludwig Spaenle gewandt. Es geht darum, dass durch archäologischen Ausgrabungen auf dem Gelände des neuen Seniorenheims erhebliche Mehrkosten entstehen.

SchlehdorfDiese Kosten werden wohl aller Voraussicht nach auf die künftigen Heimbewohner umgelegt. Jocher hat den Brief in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Zweckverbands für das Senioren- und Pflegeheim unterschrieben. Der Zweckverband besteht aus den Gemeinden Schlehdorf und Großweil.

Wie am Mittwoch berichtet, wurden auf dem Gelände wichtige archäologische Funde gemacht, aufgrund derer man das Schlehdorfer Kloster bis ins 8. Jahrhundert zurückverfolgen kann. Für den Zweckverband, schreibt Jocher, sei es selbstverständlich gewesen, Archäologen mit der Untersuchung zu beauftragen.

An der Bergung und der Dokumentation der Bodendenkmäler werde nun seit neun Monaten gearbeitet. Jocher beschwert sich vor allem darüber, dass man im Gegensatz zu anderen Bundesländern in Bayern dem Grundstückseigentümer einen großen Teil der Kosten aufbürdet. In Schlehdorf sind das Mehrkosten in Höhe von 315 000 Euro. „Die durch die Ausgrabung eingetretene Bauzeitverzögerung und auch die anfallenden Kosten bringen uns in erhebliche Schwierigkeiten“, schreibt Jocher. „Ich darf an dieser Stelle betonen, dass wir weder Kulturbanausen noch an der bayerischen Geschichte desinteressiert sind, sondern lediglich unseren pflegebedürftigen Mitmenschen eine menschenwürdige Unterkunft und Versorgung bieten wollen.“ Jocher fragt, ob es „dem reichen Freistaat Bayern wirklich nicht zuzumuten sei, die Kosten für die Erkundung seiner Geschichte selbst zu tagen. „Müssen hierfür letztlich aufgrund der erhöhten Miete für das Gebäude pflegebedürftige Menschen herhalten; Menschen, die zum Großteil unseren heutigen Wohlstand erst erarbeitet und ermöglicht haben?“, fragt Jocher scharf. Unter der bayerischen Regelung würden auch „kleine Häuslebauer“ leiden. Jocher bittet deshalb um Behandlung im Landtag.

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