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Da schau her : (v. li.) Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer und Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, sind fasziniert von „Heimat im Kleinformat“. 

Neue Ausstellung auf der Glentleiten

Bierspionen auf der Spur

„Bierspione und Garnelenzüchter“ – so lautet der Titel der Sonderausstellung im Großweiler Freilichtmuseum auf der Glentleiten, die anlässlich des Jubiläumsjahres 2018 Einblicke in die Entwicklung der bayerischen Wirtschaft von 1818 bis heute gibt.

Großweil/Schlehdorf – Was es mit dem ungewöhnlichen Titel auf sich hat, das lüftete man am Mittwoch bei der Eröffnung.

Dazu hatte sich auch Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer (CSU) eingefunden. In seiner Rede beleuchtete er den Strukturwandel des Freistaats und hob dabei insbesondere die Wasserkraft, wie sie „beispielhaft durch die Anlage am Walchensee genutzt wird“, lobend hervor. Ihm zufolge sei es aktuell von Bedeutung, die Infrastruktur der neuen Zeit und damit der fortschreitenden Digitalisierung anzupassen. „Es gilt, die Identität Bayerns in Sachen Tradition und Fortschritt zu bewahren.“

Bezirkstagspräsident Josef Mederer (CSU) wiederum meinte: „Da Bayern ein altes Bierland ist, passt diese Ausstellung hervorragend zu unserem Jahresprogramm, das sich mit der handwerklich geprägten Herstellung des Gerstensaftes auseinandersetzt.“

An dieser Stelle klärte Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, die zahlreichen Anwesenden über die Bezeichnung „Bierspion“ auf. Historischen Quellen zufolge handelt es sich um Münchner Brauer, die um 1833 in England die neuesten Brautechnologien auskundschafteten. „Mit einem speziell präparierten Spazierstock machten die Herrschaften zahlreiche Führungen durch Brauhäuser mit, um den Stock in einem unbemerkten Moment in den Kessel zu tauchen und so eine Probe zu entnehmen“, so Loibl.

Als die Ausstellung in der Zollinger Halle schließlich besichtigt werden konnte, staunten die Gäste nicht schlecht: Neben bayerischen Produkt-Ikonen wie dem weltweit bekannten Autohersteller Audi und aktuellen Innovationen – darunter nachhaltige Garnelenzüchter aus Langenpreising – wurde auch die Startversion einer Medienanwendung namens „Heimat im Kleinformat“ vorgestellt. Diese soll jeden bayerischen Ort im Vergleich von 1900 bis heute anhand von Tablets erlebbar machen. Die Aktivstation umfasst 9500 Abbildungen und befindet sich noch im Ausbau.

Initiatoren der Schau sind das Wirtschaftsministerium und das Haus der Bayerischen Geschichte. Die Sonderausstellung kann bis einschließlich Sonntag, 9. September, täglich von 9 bis 18 Uhr besichtigt werden. Weitere Informationen im Internet auf der Seite www.bierspione-und-garnelenzuechter.bayern

Am vergangenen Freitagnachmittag wurde nicht nur Großweil von einem Unwetter heimgesucht (wir haben berichtet), sondern auch das Freilichtmuseum Glentleiten. Glücklicherweise wurde niemand verletzt, es gab keine größeren Schäden an den historischen Gebäuden. Allerdings wurden die Wege stark in Mitleidenschaft gezogen. Das Museum ist in großen Teilen wieder geöffnet, aber es laufen noch Arbeiten im unteren Geländebereich, die voraussichtlich zum Wochenende abgeschlossen sein sollen. Bis zur Freigabe des kompletten Geländes gelten ermäßigte Eintrittspreise (Erwachsene 5 Euro, Familien 10 Euro). Erst nach dem Gewitter wurde klar: In nahezu alle Keller war Wasser eingedrungen. Besonders hoch stand es unter der Zollingerhalle aus dem Jahr 1928 und unter dem modernen Zweckbau für die Betriebsfeuerwehr. Die Überflutungen im alten Eingangsgebäude beseitigten die Museumsmitarbeiter selbst. Das neue Eingangsgebäude, das erst im März in Betrieb gegangen war, hat seine erste Bewährungsprobe überstanden. Dort blieb alles trocken.

von Constanze Wilz

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