Der Schlehdorfer Bürgermeister Stefan Jocher blickt auf ein turbulentes 2020 zurück.
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Der Schlehdorfer Bürgermeister Stefan Jocher blickt auf ein turbulentes 2020 zurück.

Bilanz

2020 in Schlehdorf: „War ein komisches Jahr“

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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„Es war ein durchaus komisches Jahr.“ Mit diesem Satz bilanziert der Schlehdorfer Bürgermeister Stefan Jocher das Jahr 2020 – das Jahr der Corona-Pandemie mit seinen zweimaligen Lockdowns des gesellschaftlichen Lebens.

Schlehdorf – Auf die Gemeindearbeit habe die Pandemie und ihre Beschränkungen indes „nicht so viel Einfluss“ ausgeübt, sagt Jocher. So seien etwa die gemeindlichen Baustellen wie geplant weiter gelaufen. Als Beispiele nennt Jocher den Bau der neuen Kinderkrippe sowie die Generalsanierung der örtlichen Grundschule (wir berichteten). „Es ist alles problemlos abgelaufen.“ Was die Gemeinde-Mitarbeiter betrifft, so hätte etwa das Team vom Bauhof regulär weiter gearbeitet. Die Mitarbeiter der Schlehdorfer Verwaltung säßen von jeher nicht im Schlehdorfer Rathaus, sondern im Kochler Rathaus, dem Sitz der Verwaltungsgemeinschaft.

Bisher noch kein Betrieb wegen Corona ganz geschlossen

Von schweren Krankheitsverläufen unter den Bürgern ist Jocher kaum etwas bekannt. Lediglich zu Beginn der Pandemie habe es im Ort einen „harten Fall“ gegeben. Die örtliche Gastronomie freilich sei von den Corona-Beschränkungen ebenso schwer getroffen wie alle anderen dieser Branche. Davon, dass ein Betrieb die Pandemie finanziell nicht überstehen könnte, davon weiß Jocher derzeit aber nichts.

Pandemiejahr wird langfristige Auswirkungen auf Schlehdorfer Finanzen haben

Auf die Finanzen seiner kleinen Kommune wird das Pandemie-Jahr 2020 längerfristige Auswirkungen haben, rechnet Jocher. Schon jetzt seien Einbußen beim Einkommenssteueranteil in Höhe von rund 15 Prozent festzustellen. Auch die Gewerbesteuer breche ein. Jocher rechnet damit, dass dieser Trend noch länger andauern wird. „Wir waren immer eine sparsame Gemeinde“, sagte Jocher. Angesichts der Finanzlage werde das Dorf eben weiterhin sparsam wirtschaften müssen. Konkret von dieser Sparsamkeit betroffen ist der geplante Neubau einer Mehrzweckhalle an der Schule: Dieser Plan liege auf Eis (wir berichteten).

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