Trotz Hochwasser: Vater fährt mit zwei jungen Töchtern mit Schlauchboot auf Isar - es geht böse aus

Trotz Hochwasser: Vater fährt mit zwei jungen Töchtern mit Schlauchboot auf Isar - es geht böse aus
Die Mietverträge für die ersten rund 34 Wohnungen im neuen „Cohaus Kloster Schlehdorf“ sollen ab Frühjahr geschlossen werden. Kleintiere sollen die Bewohner halten dürfen, sofern sich diese nur im eigenen Bewohner-Zimmer aufhalten.
+
Die Mietverträge für die ersten rund 34 Wohnungen im neuen „Cohaus Kloster Schlehdorf“ sollen ab Frühjahr geschlossen werden. Kleintiere sollen die Bewohner halten dürfen, sofern sich diese nur im eigenen Bewohner-Zimmer aufhalten.

Beschwerde über Soziale Gleichberechtigung 

Hunde im Cohaus Kloster Schlehdorf verboten – aber nicht alle

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
    schließen

Herrscht im neuen „Cohaus Kloster Schlehdorf“ ein Klima der sozialen Ungleichberechtigung? Diesen Vorwurf erhebt zumindest Silke Bosbach aus dem baden-württembergischen Bad Friedrichshall, die sich hier um eine Wohnung beworben hatte. Konkret geht es um das Halten von Hunden in der genossenschaftlichen Wohnform.

Schlehdorf – im ehemaligen Kloster Schlehdorf entsteht unter dem Namen „Cohaus Kloster Schlehdorf“ derzeit ein Wohnprojekt mit Co-Working-Bereich, Gästehaus und Seminarbetrieb. Federführend ist die Wogeno München, eine Wohnungsbaugenossenschaft für selbst verwaltetes, soziales und ökologisches Wohnen. Seit rund zwei Jahren läuft ein Probebetrieb mit ersten Bewohnern. Gerade ist die Bewerbungsfrist für die endgültigen Mieter für die ersten 34 Wohnungen angelaufen (wir berichteten). Eine, die sich seit etwa einem Jahr für ein dauerhaftes Wohnen im Kloster in Verbindung mit einem Gewerbe interessiert, ist Silke Bosbach. Die freischaffende Designerin und Autorin hat sich per Mail an den Tölzer Kurier gewandt. Darin kritisiert sie die fehlende „soziale Gleichberechtigung“ zwischen neuen Miet-Interessenten und denen, die bereits im Zuge des Probebetriebs eingezogen sind.

Kritik: „fehlende soziale Gleichberechtigung“ 

Wie Bosbach schreibt, habe sie sich bereits vor etwa einem Jahr für den Einzug im Rahmen des Probebetriebs persönlich im „Cohaus“ vorgestellt und sich in der Folge schriftlich dafür beworben. Mindestens ebenso lange erkundige sie sich bei der „Cohaus“-Leitung immer wieder danach, ob der Miteinzug von Hunden ermöglicht werden könne. Diesen Wunsch begründet Bosbach in ihrer E-Mail mit dem „nicht gerade leichten familiären Hintergrund“ und verweist auf eine schwere Erkrankung sowie auf plötzliche Todesfälle in ihrer Familie.

Eine klare Zu- oder Absage zu den Vierbeinern habe sie Seitens der „Cohaus“-Leitung nie erhalten. „Aus diesem Grund sind mein Mann und ich dann vom 26. auf den 27. Juni mit den zwei Hunden nach Schlehdorf gefahren, um an einer„Cohaus“-Führung mit Infoveranstaltung teilzunehmen. Dort trauten wir unseren Ohren nicht“, schreibt Bosbach. „Kaum hatte die Führung begonnen, wurde die Gruppe von einer Dame in einem mehr als barschen Ton informiert, dass keine Hunde dort erlaubt seien.“ Allerdings, so Bosbach, lebten bereits zwei Hunde mit Bewohnern im „Cohaus“. Eines der Tiere habe sie bei der Führung sogar gesehen.

Zwei Hunde werden weiter geduldet - andere nicht 

Dass zwei Hunde im „Cohaus“ leben, räumt Caro Munkert, die Leiterin des Seminar- und Gästebetriebs, auf Nachfrage des Tölzer Kurier ein. Die beiden mittelgroßen Tiere gehörten zwei Bewohnern und lebten seit Beginn des Probebetriebs im Haus, so Munkert. Das sei deshalb möglich gewesen, weil sich in dieser Zeit der „Zwischennutzung“ die gesamte Hausgemeinschaft sowie alle Bewohner der beiden betroffenen Wohn-Cluster für die Tiere ausgesprochen hätten.

Die gesamte Hausgemeinschaft habe sich Ende Juni außerdem dafür entschieden, dass diese zwei Hunde auch weiterhin geduldet werden. Weitere Hunde – oder auch Katzen – wolle man im Cohaus bis auf weiteres aber nicht zulassen – unter anderem deshalb nicht, weil auch Menschen hier lebten, die Angst vor Hunden hätten. Das Verbot der Tiere soll auch in den Mietverträgen, die voraussichtlich ab März nächsten Jahres geschlossen werden, festgeschrieben werden. Auch Interessenten mit Therapiehunden hätten sich beworben – auch sie dürften mit ihren Hunden nicht einziehen.

„Genosse ist nicht gleich Genosse“

Nach der Führung mit der plötzlichen Hunde-Begegnung fühlt sich Bosbach nach rund einem Jahr der Nachfrage und intensiven Bemühungen zu einem anvisierten Einzug nun „mehr als auf den Arm genommen“. Bosbach kritisiert eine „Zweiklassenunterteilung“ – und das bei einer Genossenschaft, die sich das Wort „sozial“ auf die Fahnen geschrieben habe – und zitiert aus Georg Orwells „Farm der Tiere: Alle Tiere sind gleich, aber einige Tiere sind gleicher als die anderen.“ Für sie habe das alles einen „massiven Beigeschmack“, sagt Bosbach. „Genosse ist nicht gleich Genosse.“

Weil sie trotz mehrmaliger Nachfrage keine konkrete Antwort auf die Frage bekommen habe, warum zwei Hunde erlaubt seien, sonst aber keine, gehe sie davon aus, dass die Tiere Bewohnern gehören, die in der Organisation beschäftigt sind.

Auch interessant: Hat das Kieswerk Schlehdorf eine Zukunft?

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Trotz Hochwasser: Vater fährt mit zwei jungen Töchtern mit Schlauchboot auf Isar - es geht böse aus
Ein gekentertes Boot auf der Isar löste am Samstagnachmittag einen Großeinsatz aus. Ein Vater und seine beiden Töchter (11 und 14) waren ohne Schwimmwesten in einem …
Trotz Hochwasser: Vater fährt mit zwei jungen Töchtern mit Schlauchboot auf Isar - es geht böse aus
Tölz live: Kochler schlägt Kochler
Kleiner Blechschaden da, großer Stau dort, eine Gewitterfront zieht an, ein tolles Konzert startet in Kürze. Hier gibt‘s unseren Newsblog direkt aus der Redaktion.
Tölz live: Kochler schlägt Kochler
Schwere Radunfällen im Tölzer Land: Fünf Verletzte
Eine ganze Reihe von schweren Fahrradunfällen ereignete sich am Wochenende im südlichen Landkreis. Fünf Beteiligte mussten in Krankenhäuser gebracht werden. Einmal war …
Schwere Radunfällen im Tölzer Land: Fünf Verletzte
16-Jähriger unternimmt betrunken Spritztour mit Golf
Eine Spritztour mit einem fremden Auto unternahm ein 16-Jähriger in Bichl. Dabei richtete der betrunkene Jugendliche einigen Sachschaden an.
16-Jähriger unternimmt betrunken Spritztour mit Golf

Kommentare