An der Realschule Schlehdorf ist ein Kind per Gerichtsentscheidung von der Maskenpflicht befreit worden. Das sorgt für reichlich Gesprächsstoff.
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An der Realschule Schlehdorf ist ein Kind per Gerichtsentscheidung von der Maskenpflicht befreit worden. Das sorgt für reichlich Gesprächsstoff.

Corona-Maßnahmen

Schulkind von Maskenpflicht befreit: Elternbeirat übt Kritik - „Für alle eine schwierige Zeit“

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Der Elternbeirat der Realschule Schlehdorf äußert Unverständnis in Bezug auf das Maskenurteil des Amtsgerichts. Ein Kind ist davon befreit worden, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Schlehdorf/Iffeldorf – Das Urteil hatte vorletzte Woche bayernweit für Aufsehen gesorgt: Eine Familie aus dem Landkreis Weilheim-Schongau, deren Kind die Realschule Schlehdorf besucht, war aufgrund der Maskenpflicht vor das Familiengericht in Weilheim gezogen. Die Richterin kam zu der Entscheidung, dass das „Kindeswohl im konkreten Fall gefährdet sei“, und ordnete an, dass die Schulleitung dem Kind ab sofort nicht mehr das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auf dem Schulgelände vorschreiben darf. Im weiteren Verlauf wurde die 12. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung als „verfassungswidrig“ bezeichnet.

Corona: Kind von Maskenpflicht befreit - Jetzt meldet sich Elternbeirat der Realschule zu Wort

Nun meldet sich der Elternbeirat der Realschule Schlehdorf zu Wort. „Wir sind von dem Urteil des Familiengerichts Weilheim überrascht“, sagt der Vorsitzende Mathias Brüseken aus Iffeldorf. Es bestehe „unisono Unverständnis bezüglich dieser Entscheidung“. Über die Pressemitteilung habe man in den vergangenen Tagen auch den Träger der Schule, die Erzdiözese München-Freising, informiert. „Die Rücksprache mit dem Ordinariat ist uns wichtig“, sagt Brüseken im Gespräch mit dem Tölzer Kurier.

Die aktuelle Situation sei derzeit für die gesamte Schulfamilie – also Schüler, Eltern und Lehrer – nicht einfach. „Wir sind sind alle sehr froh darüber, dass an der Schule alles dafür getan wird, dass trotz der schwierigen Zeit ein hochqualifizierter Unterricht sowohl im Distanz- als auch im Wechsel- und Präsenzunterricht gewährleistet wird.“ Derzeit hat nur der Abschlussjahrgang Präsenzunterricht, die Jahrgänge fünf bis neun befinden sich im Distanzunterricht.

Schulkind von Maskenpflicht befreit: Mit Elternbeirat im Vorfeld nicht gesprochen - „Sind überzeugt, dass man gemeinsam Lösung gefunden hätte“

Das funktioniere sehr gut, auch wenn es alle Beteiligten schlauche, berichtet der Vater von zwei Kindern. Die Schule sei sehr gut aufgestellt. Die Eltern hätten „zu keiner Zeit den Eindruck, dass die Kinder von den Lehrern alleine gelassen werden“, so Brüseken: „Vielmehr wird aktuell verstärkt auf die persönlichen Bedürfnisse der Kinder geachtet und versucht, für jeden eine Lösung zu finden.“

Umso unverständlicher sei für den Elternbeirat deshalb der Weg, das Nichttragen einer gesetzlich vorgeschriebenen Maske über den Gerichtsweg durchzusetzen. Der Elternbeirat der Realschule sei zu diesem speziellen Fall im Vorfeld nicht angefragt oder eingebunden worden. „Wir sind davon überzeugt, dass man gemeinsam mit den Eltern und der Schulleitung eine Lösung gefunden hätte“, sagt Brüseken.

Corona in Bayern: Elternbeirat betont - Schutz der gesamten Schulfamilie wichtig

Das Tragen einer Maske diene ja nicht nur dem persönlichen Schutz, sondern dem Schutz der gesamten Schulfamilie, so der Elternbeiratsvorsitzende. „Für uns Eltern ist es wichtig, dass zum einen der Schulfrieden gewährleistet ist und zum anderen, dass der Unterricht weiterhin auf dem bisherigen Qualitätslevel stattfinden kann.“

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