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Überzeugt von den Qualitäten der Schlehdorfer Realschule: Die Eltern (v. li.) Markus Wild, Diana Horner, Angelika Wagner und Karin Wild. 

Realschule Schlehdorf

Eltern und Schüler machen sich stark

Schlehdorf - Es wird ernst für die Erzbischöfliche Realschule in Schlehdorf. Wird bei den Anmeldetagen im Mai die Mindestzahl von 50 neuen Schülern für die 5. Jahrgangsstufe wieder nicht erreicht, muss die Schule schließen – für viele Eltern und Schüler eine entsetzliche Vorstellung.

Einmal Schlehdorf – immer Schlehdorf. Für viele Mütter, die als Mädchen in St. Immaculata waren, ist es undenkbar, ihre Kinder auf eine andere Schule zu schicken. Weil die Schule recht klein ist und alles sehr persönlich zugeht. Weil dort christliche Werte wichtig sind. Weil hier das Kind gesehen wird und nicht nur die Noten. Weil Eltern und Lehrer an einem Strang ziehen. Weil die Kinder entspannt zur Schule gehen. Und, und, und...

Die Liste der Vorzüge wird lang, wenn man sich mit Eltern und Schülern unterhält. „Hier kennt jeder jeden. Und der christliche Aspekt ist mir wichtig. Gerade in der heutigen Zeit“, sagt etwa Pia Pössenbacher aus Kochel. Sie war selbst als Kind in Schlehdorf. Jetzt geht ihre Tochter dahin. „Hier geht es nicht nur um Wissensvermittlung, sondern zu einem großen Teil um Charakterbildung“, sagt Isabella Thomamüller. Der Mutter aus Bichl gefällt es, dass jede Klasse ihr festes Zimmer hat und nicht von Stunde zu Stunde die Räume wechseln muss. „Dadurch geht keine Unterrichtszeit verloren.“ In Schlehdorf, betont die ehemalige Schülerin, falle keine Unterrichtsstunde aus. In Vertretungsstunden würden die Kinder nicht nur beaufsichtigt, sondern es werde Unterrichtsstoff geübt.

„Wir fühlen uns da einfach gut betreut. Hier wird das Kind im Ganzen gesehen“, sagt Diana Horner. Auch sie war selbst in Schlehdorf. Heute geht ihre Tochter Sarah dahin. Dass die 12-Jährige dafür um 5.50 Uhr aufstehen muss, um per Auto und Bus von Seehausen in den Klosterort zu fahren, nimmt die Sechstklässlerin bereitwillig in Kauf. „Daran habe ich mich gewöhnt.“ Besonders schätzt Sarah den Hauswirtschafts-Zweig. „Den gibt es an anderen Schulen nicht.“

Sabine Eberl aus Kochel am See hat ihren Sohn seit knapp einem Jahr an der Schule. „Dass die Schule eine halbe Stunde früher beginnt und die Kinder entgegen aller anderen Schulen früher zuhause sein können, sprich früher Schularbeiten erledigen können und somit mehr Freizeit haben, empfinden wir als großen Vorteil.“

Für Angelika Wagner kam für ihre beiden Mädchen nie eine andere Schule als Schlehdorf in Frage, sagt sie. „Die Schule ist übersichtlich. Die Lehrer haben einen viel engeren Bezug zu den Kindern und dadurch entsteht ein ganz enges Vertrauensverhältnis“, so die Seehauserin. „Und von Drogenproblemen hat man an der Schule auch noch nie etwas gehört.“

Gibt es Probleme, würden die direkt angesprochen, lobt Markus Wild. „Die Lehrer tauschen sich gut aus. Es wird immer nach einer Lösung gesucht und der betroffene Schüler miteinbezogen“, so der Vater aus Seehausen. Elternsprechtage fänden in Schlehdorf immer im Beisein der Kinder statt. Um Probleme gleich an der Wurzel zu packen, finden laut Wagner regelmäßig so genannte ZVU-Stunden („Zeit-für-uns-Stunden“) statt, in der die Klasse mit ihrem Lehrer über Vorgefallenes spricht. Etwa, wenn es Raufereien gegeben hat oder ein Mitschüler geärgert wurde. Bei Bedarf würden auch gleich die Eltern einbezogen. „Die Klassenlehrerin unseres Sohnes hat der ganzen Klasse sogar ihre private E-Mail-Adresse und ihre Telefonnummer gegeben, um bei gravierenden Problemen direkt, schnell und gemeinsam einen Lösungsweg zu finden“, sagt Eberl.

Für leistungsschwächere Schüler gibt es laut Thomamüller ein kostenloses Nachhilfeangebot. „Wo hat man das sonst schon?“ „Gründlich über eine Sache nachzudenken. Mir eine eigene Meinung zu bilden. Und dann auch für diese Meinung gerade zu stehen und mich für diese Sache einzusetzen“: Das habe sie selbst an der Schule einst gelernt. Zweifachmutter Karin Wild spricht von dem besonderen „Schlehdorf-Charakter.“

Viel würde den Eltern und ihren Kindern noch einfallen, um diesen „Schlehdorf-Charakter“ zu beschreiben. Dass diese Schule viel zu wertvoll ist, um sie zu schließen, darin sind sie sich alle einig. Sie würden sich wünschen, dass viele Eltern aus den drei Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau ihre Kinder im Mai hier anmelden. Damit die Schule fortbesteht und noch viele Schülergenerationen in den Genuss dieses besonderen „Schlehdorf-Charakters“ kommen können.

Anmeldetage sind am 3. und 4. Mai jeweils von 13.30 bis 18.30 Uhr. Eine Vorab-Anmeldung ist auf der Homepage der Schlehdorfer Schule möglich: www.realschule-schlehdorf.de.

Franziska Seliger

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