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Eine Baugenossenschaft aus der Region hat Interesse an der Übernahme des Klosters in Schlehdorf. Am 1. Juni wird bis Jahresende getestet, ob sich dort ein Seminarbetrieb etablieren lässt.

Entwicklung der Immobilie

„Probezeit“ fürs Kloster in Schlehdorf

Ein Käufer für das Kloster Schlehdorf ist zwar noch nicht gefunden. Schon bald wird aber ein Interessent die Verwaltung des leer stehenden Komplexes übernehmen. Dabei möchte er auch sein Konzept zur künftigen Nutzung des Gebäudes ausprobieren. Geht das auf, könnte das Kloster bis Jahresende verkauft werden.

Schlehdorf Seitdem sie das Kloster verlassen haben und in den Neubau gezogen sind, steigen die Missionsdominikanerinnen täglich den Hügel zu ihrem alten Zuhause hinauf, um dort nach dem Rechten zu sehen (wir berichteten). Dieses sogenannte „Leerstands-Management“ wird ab 1. Juni eine Wohnungsbaugenossenschaft übernehmen. Das teilt Ralf Ohlbrück von der mit dem Verkauf betrauten Firma „Pro Secur Vermögensberatung und -verwaltung“ mit Sitz in Köln auf Nachfrage mit.

Um welche Baugenossenschaft es sich handelt, möchte Ohlbrück nicht sagen, nur, dass sie aus der Region komme. Die Schwestern haben dieser Vereinbarung bereits zugestimmt. Anfang der Woche gab nun auch der Aufsichtsrat der Firma „nach längerer Diskussion“ sein Okay, sagte Ohlbrück. Ab Juni wird die Genossenschaft aber nicht nur in dem Komplex nach dem Rechten sehen und damit die Schwestern entlasten. Sie möchte dann auch ihr Konzept zu einem künftigen Seminarbetrieb im Kloster auf seine Wirtschaftlichkeit hin testen – in Anlehnung an die Exerzitien und Kurse, die die Missionsdominikanerinnen dort bereits veranstalteten. „Man möchte prüfen, ob das ein Anker sein kann für eine zukünftige Nutzung, und was im Kloster sonst noch gemacht werden könnte, beispielsweise in den Räumen der Schwestern“, erläutert Ohlbrück.

Der Gemeinderat sei über diesen „Probebetrieb“ informiert. Dessen ursprünglich geplante Ausweisung eines „Sondergebiets Bildung und Schule“ werde während dieser Zeit gestoppt. Auch mit dem Landratsamt stehe man in Kontakt. Ohlbrück betonte erneut: „Die Schule bleibt. Das ist außer Frage.“

Leerstandsmanagement und Probebetrieb sollen bis 31. Dezember diesen Jahres laufen. So lange werde seine Firma eine weitere Vermarktung des Klosters ruhen lassen, so Ohlbrück. Am Ende stehen möglicherweise konkrete Verkaufsverhandlungen – vorausgesetzt, das Konzept der Baugenossenschaft geht auf. Sollte es sich als unrentabel erweisen – etwa, weil die Seminare nicht angenommen werden oder sich keine Veranstalter finden – könnte der Probebetrieb aber auch vorzeitig abgebrochen werden. Dann würde die Suche nach einem Käufer für das Kloster von vorne losgehen. (fn)

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