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Gemeinde Schlehdorf will seine Hundesteuer anheben

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Von: Franziska Seliger

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Ein Hund und Geldscheine.
Die Gemeinde Schlehdorf will die Hundesteuer erhöhen. © Boris Roessler

In Schlehdorf soll die Hundesteuer erhöht werden. Für Kampfhunde soll diese 2000 Euro jährlich betragen - „zur Abschreckung“.

Schlehdorf – Die Gemeinde Schlehdorf will ihre Hundesteuer erhöhen. Einen entsprechenden Grundsatzbeschluss fasste der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig. Wie Bürgermeister Stefan Jocher vorab ausführte, sei die Steuer in dem kleinen Klosterort zuletzt vor rund 15 Jahren erhöht worden. Aktuell kostet der erste Hund 40 Euro, der zweite Hund 80 Euro und jedes weitere Tier 120 Euro pro Jahr an Hundesteuer.

10 000 Euro kosten den Steuerzahler die Leerung der Hundetoiletten sowie der Kauf und die Entsorgung der Tüten

Für Kampfhunde sei bisher kein Steuersatz festgelegt gewesen. „Wir haben aktuell aber auch keinen Kampfhund“, sagte Jocher, der betonte, mit diesen Steuersätzen läge Schlehdorf im Landkreis noch „an unterster Stelle“. Aktuell führe die Hundesteuer zu Gesamteinnahmen von knapp 3000 Euro pro Jahr, so der Bürgermeister weiter. Im Gegenzug würden der Gemeinde durch die zweimal wöchentliche Leerung der acht Hundetoiletten im Gemeindegebiet und die Entsorgung dieses Mülls sowie den Kauf der Hundekot-Tüten aber auch Ausgaben entstehen. „Etwa 10 000 Euro kostet den Steuerzahler der Spaß jährlich“, sagte Jocher. Rund 20 000 Hundekotbeutel benötige seine Kommune pro Jahr – wobei Jocher betonte, dass diese Beutel auch von vielen auswärtigen Hundebesitzern benutzt würden, die ihre Tiere rund um Schlehdorf Gassi führten. Doch angesichts der Ausgaben sprach sich der Bürgermeister klar für eine Erhöhung der Hundesteuer aus. Zumal auch die Nachbargemeinde Kochel kürzlich diese Steuer „extrem angezogen“ habe (wir berichteten).

Hund ist für viele „wichtiger Begleiter fürs Leben“ - deswegen keine starke Erhöhung der Steuer

So stark erhöhen wie Kochel wollte Jocher die Steuer in Schlehdorf nicht. Denn es gäbe Menschen, für die sei ihr Hund „wichtiger Begleiter fürs Leben“. Auf diese Menschen gelte es Rücksicht zu nehmen. Künftig soll der erste Hund 60 Euro pro Jahr, der zweite Hund 120 Euro pro Jahr und jedes weitere Tier 240 Euro pro Jahr an Steuern kosten. „Kostendeckend“ sei man mit diesen neuen Preisen trotzdem nicht, so Jocher. Das sei für ihn aber auch nicht gerechtfertigt. Immerhin würden auch viele Auswärtige die Hundetoiletten nutzen. Für Kampfhunde wird ein Steuersatz von 2000 Euro jährlich festgesetzt – „zur Abschreckung“, wie Jocher sagte. Bis zur nächsten Gemeinderatssitzung soll die Verwaltung nun die bestehende Hundesteuer-Satzung entsprechend überarbeiten. Dann möchte der Gemeinderat sie beschließen.

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