Jochen Schmidt-Hambrock (61) lebt seit vielen Jahren in Schlehdorf. Dort komponiert er Musik fürs Kino und fürs Fernsehen, unter anderem Programm-Erkennungsmelodien für die ARD. Foto: riesenhuber

Jochen Schmidt-Hambrock  spielt  im „Village“

„Das aktive Spielen bedeutet mir viel“

Schlehdorf – Seine Musik kennt fast jeder, aber selten sieht man ihn selbst auf der Bühne: Die Rede ist von Jochen Schmidt-Hambrock.

Der in Schlehdorf lebende Komponist schreibt Musik fürs Fernsehen („Tatort“) und fürs Kino, etwa für den Oscar-prämierten Film „Nirgendwo in Afrika“. Wer Schmidt-Hambrock als Bassist live erleben will, kann das am Samstag, 23. Juli, im „Village“ in Habach. Unsere Zeitung hat sich vorab mit dem Musiker unterhalten.

-Sie waren früher auch als Musiker unterwegs und haben unter anderem bei der überaus erfolgreichen Formation Passport von Klaus Doldinger gespielt. Warum haben Sie 1995 damit aufgehört?

Irgendwann wurde es ein zeitliches Problem. Ich war auch damals schon als Komponist tätig und habe viel für die ARD gemacht. Ich habe gemerkt: Wenn ich weiter versuche, als Musiker und als Komponist zu arbeiten, dann werde ich bald beides mittelmäßig machen. Und deshalb habe mich entschieden, eher Komponist als Musiker zu sein – was auch besser mit einer Familie zu vereinbaren war.

-Sie haben das 18 Jahre lang durchgehalten. Was waren in dieser Zeit Ihre Lieblingsprojekte?

Sehr gerne habe ich 1998 die Musik zum Film „Jenseits der Stille“ gemacht, aber auch die Arbeit für die „Peterson und Findus“ Filme und Serien war sehr schön. Damals war mein Sohn Nicolas vier Jahre alt und es hat super gepasst. Ihm hat es wahnsinnig gefallen, was ich gemacht habe.

-Wie kommt es jetzt zur Rückkehr auf die Bühne als Musiker?

Das war 2013: Da habe ich meinen Basskoffer aufgemacht, und es war noch die Playlist vom letzten Passport Konzert drin. Leider auch die alten Batterien, die viel Schaden angerichtet hatten. Ich habe dann wieder oft auf Sessions mitgespielt und gemerkt, wie viel mir das aktive Musikmachen bedeutet.

-Wer wird in Habach im Village mit Ihnen auf der Bühne stehen?

Das Konzert in Habach ist fast so etwas wie ein Klassentreffen. Wolfgang Lackerschmidt und Tony Lakatos sind Musiker meiner Generation. Wir haben alle eine lange Zeit im Musikbusiness hinter uns – und es gibt uns noch. Das ist schon etwas Besonderes. Mit dabei ist auch Guido May am Schlagzeug.

-Was spielt Ihr?

In erster Linie spielen wir natürlich eigene Kompositionen, Filmmusik und Songs, aber auch Stücke von Cole Porter bis Miles Davis. Wir freuen uns schon sehr auf den Auftritt.

Interview: Heribert Riesenhuber

Das Konzert findet am Samstag, 23. Juli, um 21 Uhr im „Village“ in Habach statt. Einlass ist ab 20 Uhr. Der Eintritt kostet 20 Euro (18 Euro für Schüler). Kartenreservierungen nimmt der Kulturverein unter Telefon 0 88 47/725 entgegen. Das „Village“ liegt direkt an der B472 (Zufahrt beschildert).

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