Kloster Schlehdorf aus der Vogelperspektive.
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Startklar für den zweiten Bauabschnitt: Betroffen ist der linke Flügel des Klosters, der an die Realschule angrenzt. Auch der Vorplatz vor der Kirche soll umgestaltet werden.

Gemeinderat stimmt zu

Kloster Schlehdorf: Der Umbau geht weiter

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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Die Umbauarbeiten im Kloster Schlehdorf schreiten voran. Als nächstes möchte der neue Eigentümer, die Wogeno München, den nordwestlichen Bereich des Komplexes umbauen. Auch der Vorplatz soll umgestaltet werden.

Schlehdorf – Ende 2019 hatte die Wohnungsbaugenossenschaft München (Wogeno) das Kloster von den Missions-Dominikanerinnen erworben. Seitdem laufen Umbauarbeiten, um in dem großen Gebäudekomplex eine Mischung aus Wohn- und Arbeitsräumen zu schaffen. Zudem entstehen Bereiche für öffentliche Veranstaltungen und Bildungsarbeit. Seit Übernahme durch die Wogeno wird das Projekt als „Cohaus Kloster Schlehdorf“ bezeichnet.

Die Umbauarbeiten gliedern sich dabei in zwei Bauabschnitte. Wie Johannes Hochholzer in der jüngsten Schlehdorfer Gemeinderatssitzung erläuterte, steht Bauabschnitt eins im Ostflügel nun kurz vor dem Abschluss. Der Hausleiter rechnet mit seiner Fertigstellung im April dieses Jahres. Etwa 99 Prozent der hier entstandenen Wohnräume seien bereits vermietet, so Hochholzer auf Nachfrage. Gewerberäume seien derzeit noch etwa sechs frei.

Ein neuer Wohn-Cluster mit sieben Einheiten

In ihrer Sitzung hatten sich die Gemeinderäte nun mit dem Bauantrag für den zweiten Bauabschnitt zu befassen. Er umfasst laut Hochholzer den nordwestlichen Bereich des Klosters – konkret den Gebäudeteil zwischen Prälatentreppenhaus und Realschule. Hier liegt im zweiten Obergeschoss unter anderem die ehemalige Krankenstation der Missionsdominikanerinnen. Wie Hochholzer dem Gemeinderat erläuterte, solle hier ein so genanntes Wohncluster entstehen: Dieses Cluster solle aus sieben einzelnen kleinen Wohnungen mit Bad sowie Gemeinschaftsräumen bestehen. Geplant sei ein barrierefreier Umbau. Für die neu entstehenden Wohnungen gäbe es bereits einige Interessenten, sagte Hochholzer.

Die Großküche im Erdgeschoss werde hergerichtet. Das Refektorium solle in einen modernen Aufenthalts- und Speiseraum umgewandelt werden. Die einstige Schwesternkapelle im ersten Stock, die bis zur Fertigstellung der Pfarrkirche noch von der Pfarrei genutzt werde, bleibe erhalten und solle weiterhin für kirchliche Zwecke zur Verfügung stehen, versicherte der Hausleiter.

Im Dachgeschoss dieses Gebäudeteils existiere bereits eine Clusterwohnung bestehend aus acht Einzelwohnungen. „Das bleibt, wie es ist“, sagte Hochholzer. Einstimmig erteilte der Gemeinderat sein Einvernehmen zu dem Bauantrag. Hochholzer geht davon aus, dass die Baumaßnahmen dafür im nächsten Jahr beginnen können. Zu den Kosten wollte er sich nicht äußern.

Ostermarkt soll weiterhin stattfinden

Bei der Sitzung erläuterte Hochholzer außerdem die Pläne zur Umgestaltung des Klostervorplatzes. Dabei betonte er: „Er soll ein öffentlicher Platz bleiben.“ Allerdings wolle man die geteerten Flächen reduzieren und das Areal einladender und ökologischer gestalten, um einen zentralen Treffpunkt für Hausbewohner, Kirchgänger und Seminarteilnehmer gleichermaßen zu schaffen. Der Entwurf, den Hochholzer in der Sitzung vorlegte, sieht unter anderem das Verlegen von Stellplätzen oder das Anlegen von zwei ellipsenförmigen Grünflächen – einer „Schmetterlingswiese“ sowie einer Rasenfläche – vor. Außerdem sollen verschiedene Sitzmöglichkeiten geschaffen werden.

Die Frage von Werner Mest, ob der traditionelle Ostermarkt künftig noch auf dem Vorplatz werde stattfinden dürfen, beantwortete Hochholzer mit einem klaren Ja. „Wir haben uns auch als Veranstalter angeboten“, sagte Hochholzer, der auch darauf hinwies, dass das Areal aus gründen des Denkmalschutzes nicht bebaut werden dürfe.

Lesen Sie auch: In Schlehdorf hat sich ein gemeinnütziger Verein gegründet, der ein Netzwerk schaffen will, wenn Klöster aufgegeben und einer neuen Nutzung zugeführt werden müssen. Er nennt sich „Zukunft Kulturraum Kloster“.

Die Stellplätze der Wogeno dürften die Kirchenbenutzer weiterhin mitnutzen, so Hochholzer. Er betonte aber auch, dass die Wohnungsbaugenossenschaft nicht dafür verantwortlich sei, gehbehinderten Kirchenbesuchern ein nahes Parken vor dem Gotteshaus zu ermöglichen. Die Kirche müsse ihre Stellplätze selber nachweisen.

Um eine Verkehrsberuhigung im Anfahrtsbereich hinauf zu Pfarrkirche und Klostervorplatz zu erreichen, regte Hochholzer unter anderem an, unterhalb des Realschulzugangs auf Gemeindegrund Straßenrillen in den Asphalt zu fräsen und die Zufahrt zu verengen. Die Wogeno würde die Kosten dafür übernehmen – ein Vorschlag, mit dem die Räte einverstanden waren.

Laut Hochholzer sollen die Kosten für die Umgestaltung des Vorplatzes rund 60 000 Euro kosten. Da bei dem Projekt aber ein öffentlicher Platz auf Kosten des Eigentümers (also der Wogeno) umgestaltet werde, hoffe man auf eine Beteiligung der Gemeinde. „Das wäre ein schönes Signal.“ Bürgermeister Stefan Jocher zeigte sich dafür durchaus gesprächsbereit. Es seien ja auch gemeindeeigene Flächen von der Umgestaltung betroffen, so Jocher.

Pfarrkirche wird nachts nicht mehr angeleuchtet

Übrigens wird die Pfarrkirche auch nach erfolgter Sanierung künftig nicht mehr nacht mittels Flutlichtstrahler weithin sichtbar angestrahlt werden. Das sei nicht mehr möglich, so Hochholzer, weil das grelle Licht die Bewohner der neu geschaffenen Wohnungen massiv stören würde. Die Räte hatten dafür Verständnis.

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