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Das Kloster Schlehdorf aus der Vogelperspektive: Im ersten Bauabschnitt wird der Gebäudeabschnitt im unteren Bildbereich saniert und ertüchtigt. Hier entsteht ein Wohnprojekt mit Co-Working-Bereich.

Projekt-Vorstellung im Gemeinderat

Kloster Schlehdorf: Neuer Besitzer will dem Freistaat ein Treppenhaus abkaufen

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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Die Umbauarbeiten des ehemaligen Schlehdorfer Klosters in das neue „Cohaus Kloster Schlehdorf“ schreiten voran. Doch es gilt noch einige Hürden zu überwinden.

Schlehdorf Seit Juni 2018 firmiert das Kloster Schlehdorf unter dem Namen „Cohaus Kloster Schlehdorf“. Hier soll unter der Federführung der Wogeno München, einer Wohnungsbaugenossenschaft für selbst verwaltetes, soziales und ökologisches Wohnen, ein Wohnprojekt mit Co-Working-Bereich, Gästehaus und Seminarbetrieb entstehen.

Die Umbauarbeiten sind in zwei Bauabschnitte gegliedert: Die Planungen des nun anstehenden Abschnitts II stellte Peter Schmidt in der jüngsten Gemeinderatssitzung vor. Dabei ging der Wogena-Vorstand zunächst noch einmal auf den Bauabschnitt I ein. Er betrifft – grob gesagt – den von der Pfarrkirche aus gesehen rechten Gebäudeteil.

Zum Umbau des ehemaligen Klosters Schlehdorf laufen noch Verhandlungen mit der Pfarrgemeinde 

Dafür liege nun die Baugenehmigung des Landratsamts vor. „Die Umsetzung startet jetzt“, so Schmidt. Für mehrere hunderttausend Euro werde hier in erster Linie der Brandschutz ertüchtigt. Außerdem sollen kleinere Sanierungsarbeiten in den künftigen Wohnräumen vorgenommen werden; etwa Bäder eingebaut werden. Im ersten Quartal 2021 sollen die Arbeiten dieses Abschnitts I abgeschlossen sein.

Für Bauabschnitt II steht dagegen die Genehmigung seitens des Landratsamts noch aus. Er betrifft in erster Linie den vierstöckigen Verbindungsbau zwischen dem sogenannten Prälaten-Treppenhaus und der Realschule. Da hier verschiedene Interessensgruppen aufeinandertreffen, gestalte sich dieser Bauabschnitt komplizierter als der erste, so Schmidt. 

Wogeno will Prälaten-Treppenhaus im Kloster Schlehdorf kaufen

Unter anderem deshalb, weil die Pfarrgemeinde ein eingetragenes Nutzungsrecht an bestimmten Räumen im Gebäude habe. Die Wogeno möchte diese nun anderweitig nutzen und bietet der Pfarrgemeinde alternative Räume an. Mit dem einstigen Pfarrer Herrmann habe man sich in diesem Punkt zwar bereits geeinigt. Doch sein Nachfolger habe „zusätzliche Forderungen gestellt“. Die Verhandlungen liefen derzeit.

Wie Schmidt sagte, strebe die Wogeno außerdem den Kauf des Prälaten-Treppenhaus an, das dem Freistaat Bayern gehört. Auch dazu liefen derzeit Gespräche. Die Wogeno wolle mit diesem Kauf die durch die Säkularisation geteilte Klosteranlage wieder zu einer Einheit machen, so Schmidt. Außerdem werde das Treppenhaus als Fluchtweg gebraucht. Was die Umbauarbeiten in Bauabschnitt II betrifft, soll die Großküche der Schwestern im Erdgeschoss Großküche bleiben. Für sie suche man derzeit nach einem geeigneten Pächter; vorstellbar wäre etwa, hier eine Lehrküche für Auszubildende der Gastronomie einzurichten.

Einstige Krankenstation im Kloster Schlehdorf soll zu Wohnungen umgebaut werden

Aus der einstigen Krankenstation der Missions-Dominikanerinnen sollen neun Wohnungen im „Cluster“-Prinzip entstehen: Dabei hat jeder Mieter einen persönlichen Raum mit Bad zur Verfügung. Mehrere solcher Räume sind zu einem Cluster zusammengefasst. 

Die Bewohner eines solchen Clusters sollen sich verschiedene Gemeinschaftsflächen teilen; etwa den Aufenthaltsraum. Die ehemaligen Wohnräume der Schwestern würden ebenfalls zu einem Wohn-„Cluster“, sodass in Bauabschnitt II insgesamt etwa 18 Wohnplätze für bis zu 20 Personen entstehen sollen, so Schmidt.

Auch künftig Hochzeiten und Taufen in Kapelle im Kloster Schlehdorf  

Die Schwesternkapelle, die ebenfalls in dem von Bauabschnitt II betroffenen Gebäudebereich liegt, steht unter Denkmalschutz und bleibt unverändert. Sie soll auch künftig für kirchliche Feiern – etwa für Hochzeiten oder Taufen zur Verfügung stehen.

Die Wogeno hat das Kloster für 4,2 Millionen Euro erworben. Wie Schmidt sagte, werde die Genossenschaft in beiden Bauabschnitten insgesamt noch einmal rund 2,2 Millionen investieren. Wann Bauabschnitt II umgesetzt werden könne, sei noch unklar. Das hänge unter anderem davon ab, wie schnell das Landratsamt den Bauantrag bearbeite.

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