Das Kloster Schlehdorf wird derzeit umfangreich saniert.
+
Das Kloster Schlehdorf wird derzeit umfangreich saniert.

„Sonderfall“ sorgt für Diskussionen

Kloster Schlehdorf: Treppenhaus bremst Fortschritt

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
    schließen

Die Umbaumaßnahmen im Ostflügel im Kloster Schlehdorf kommen gut voran. Klärungsbedarf gibt es aber noch mit dem Freistaat in Bezug auf das Treppenhaus. Die Angelegenheit ist komplex.

Schlehdorf – Ende 2019 hatte die Wohnungsbaugenossenschaft München (Wogeno) das Kloster Schlehdorf von den Missions-Dominikanerinnen erworben. Voraussetzung ist allerdings, dass die Wogeno es auch so nutzen und umbauen kann wie geplant. Wie berichtet entsteht eine Mischung aus Wohn- und Arbeitsbereichen. Zudem gibt es weiterhin Bereiche für öffentliche Veranstaltungen und Bildungsarbeit. Seit Übernahme durch die Wogeno wird das Projekt als „Cohaus Kloster Schlehdorf“ bezeichnet.

Die Umbauarbeiten gliedern sich in den Ost- und Westflügel. Bauabschnitt eins im Ostflügel steht kurz vor dem Abschluss. Hausleiter Johannes Hochholzer rechnet mit der Fertigstellung in den kommenden Wochen. Im vergangenen Herbst sind die ersten Bewohner eingezogen (wir berichteten), zudem gab es vor Ausbruch der Corona-Pandemie bereits Bildungsveranstaltungen und Konzerte. Nun ruht auch im Cohaus der Betrieb. „Wir haben die Zeit genutzt, um die Gästezimmer zu renovieren“, berichtet Hochholzer. Es gibt Einzel- und Doppelzimmer für insgesamt 20 Personen.

Brandschutzfragen müssen geklärt werden

Im März oder April soll der Ostflügel komplett fertig sein, der erste Bauabschnitt also beendet. „Wir haben dann ein ordnungsgemäß nutzbares Haus“, sagt Hochholzer. Der Hausleiter meint dies auch in Bezug auf noch laufende Verhandlungen mit dem Freistaat. Diesem gehört das große Treppenhaus („Prälatentreppenhaus“), das sich zwischen Ost- und Westflügel befindet. Hier geht es um wichtige Brandschutzfragen. Die Wogeno braucht eine Nutzungsgenehmigung beziehungsweise würde es kaufen.

Die Verhandlungen sind jedoch zäh und ziehen sich seit Monaten. „Das ist sehr komplex“, sagt Hochholzer. Viele Details hätten sich als „sehr kompliziert“ entpuppt. Auch für den Freistaat sei es eine besondere Situation, sich mit einem Kloster-Verkauf zu beschäftigen.

Hochholzer spricht in Bezug auf die behördlichen Strukturen von einem „Sonderfall“, der auf vielen Ebenen „ein gutes Hinschauen“ erfordere. Trotzdem: „Es gibt noch kein Signal, ob wir das Treppenhaus kaufen können oder ob es einen weiteren Vertrag gibt.“ Zumindest sei man jetzt so weit, einen Vertrag zu schließen, der die rechtliche Situation bei einem Brandfall regle. In Bezug auf das Treppenhaus spricht Hochholzer „von einem letzten Stolperstein, der uns zurückhalten würde, die Zukunft des Klosters zu sichern“.

„Sehr guter Austausch mit der Realschule“

Ebenfalls noch am Laufen seien die Gespräche mit der Pfarrei. Auch hier gehe es um Raumnutzungsfragen. Im vergangenen Sommer waren beide Seiten zuversichtlich, in absehbarer Zeit eine gute Lösung zu finden.

Immerhin: „Mit der Realschule haben wir einen sehr guten Austausch. Sowohl mit der Schulleitung als auch mit dem Träger, der Erzdiözese“, berichtet Hochholzer. Gleiches gelte für die Gemeinde. Die Räte können derzeit den Festsaal im ehemaligen Kloster für Gemeinderatssitzungen nutzen. Auch örtliche Vereine haben sich laut Hochholzer schon erkundigt, ob und wie sie Räume nutzen können. Die Wogeno stehe ihnen aufgeschlossen gegenüber. „Uns ist es ein großes Anliegen, dass das Haus von vielen genutzt werden kann.“

Die derzeit sechs festen Mitarbeiter stammen aus Schlehdorf und Umgebung. Die Wogeno hofft, im Laufe diesen Jahres behutsam mit dem Gäste- und Seminarbetrieb im Ostflügel beginnen zu können. Die Nachfrage sei jedenfalls da.

Bauabschnitt zwei im Westflügel soll ebenfalls noch 2021 beginnen. Aus der ehemaligen Krankenstation der Missions-Dominikanerinnen werden Wohnbereiche, zudem wird die Großküche hergerichtet. Das Refektorium wird in einen modernen Aufenthalts- und Speiseraum umgewandelt. Die Kapelle bleibt erhalten, wie sie ist.

Lesen Sie auch:

Erster Motorradunfall des Jahres am Kesselberg: Maschine rutscht in Gegenverkehr

Ehemalige Promi-Klinik abgerissen: Kommune will jetzt ein neues Wohnkonzept verwirklichen

Nach Hunde-Drama: Happy End für gerettete Mini-Malteser aus dem Wald - „Sind gesund und munter“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare