+
Neue Auflagen vom Wasserwirtschaftsamt bereiten Schlehdorfs Bürgermeister Stefan Jocher Kopfzerbrechen.

Brücke in Unterau

Neubau macht schon wieder Probleme

Wieder gibt es Probleme beim geplanten Neubau der Loisachbrücke im Schlehdorfer Ortsteil Unterau. Wie in der jüngsten Gemeinderatssitzung bekannt wurde, wird sich die Fertigstellung verzögern. Und teurer als geplant wird das Projekt außerdem.

Schlehdorf Stefan Jocher wollte den Tagesordnungspunkt „Brücke Unterau“ nicht gleich mit einer schlechten Nachricht eröffnen. Diese hatte es ja erst kürzlich mit dem vermuteten Fledermausvorkommen unter der alten Brücke gegeben (wir berichteten). Also verkündete der Bürgermeister zuerst einmal die gute Nachricht. „Die wasserrechtliche Erlaubnis ist da“, informierte Jocher. Damit könnte das Neubauprojekt eigentlich starten.

Doch das Wasserwirtschaftsamt Weilheim (WWA) hat den Brückenneubau unvermutet an zusätzlich Auflagen geknüpft, so der Rathaus-Chef weiter. Unter anderem dürfen Einbauten für das Traggerüst des Neubaus nur zwischen September und April erfolgen. Jocher weiß zwar nicht genau, warum. Er vermutet aber, dass mit dieser Auflage der Fischbestand in der Loisach vor Störungen geschützt werden soll.

Laut dem zuständigen Ingenieurbüro ist damit die eigentlich geplante Fertigstellung noch in diesem Jahr „eher unwahrscheinlich“. Des Weiteren fordert das WWA zusätzliche bauliche Maßnahmen, unter anderem Wasserbausteine und so genannte Schroppen – spezielle große Steine – an den Brückenpfeilern.

Derartige zusätzliche Maßnahmen werden laut Jocher aber den veranschlagten Kostenrahmen von rund 900 000 Euro sprengen. Jocher warnte, dass sich der Punkt nähere, an dem sich die Gemeinde das Projekt nicht mehr werde leisten können – trotz Beteiligung der Landwirte (100 000 Euro) und des Landkreises (401 800 Euro).

Wie hoch die Mehrkosten genau sein werden, konnte Jocher noch nicht sagen. Die zusätzliche Auflage des Wasserwirtschaftsamts, dass die bestehende Brücke nur zwischen Oktober und Februar abgerissen werden darf, würde zudem bedeuten, „dass es eine Zeit lang gar keine Brücke über den Fluss gibt“, da der Neubau zu diesem Zeitpunkt noch nicht nutzbar wäre. Das wäre vor allem für die Unterauer Landwirte mit Flächen im Moos schlecht.

Laut Jocher wird es kommende Woche einen Ortstermin mit dem Amt geben, um über die Auflagen zu sprechen. Dann möchte sich Jocher möglichst rasch mit den Landwirten treffen, um zu klären, ob sie eine Zeit lang ganz ohne Brücke auskommen könnten, oder ob man die Bestandsbrücke einige Monate länger stehen lassen muss. Letzteres würde laut Jocher zusätzliche Mehrkosten verursachen, da zum Abriss der alten Brücke dann erneut eine Baustelle eingerichtet werden müsste.

Franziska Seliger

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Auch auf der Flinthöhe brachte der Sturm Bäume zu Fall
Auch auf der Flinthöhe brachte der Sturm Bäume zu Fall
31-Jähriger aus Bad Heilbrunn vermisst
Die Polizei sucht derzeit fieberhaft nach dem 31 Jahre alten Alexander Hermes aus Bad Heilbrunn. Er ist seit heute Morgen verschwunden. 
31-Jähriger aus Bad Heilbrunn vermisst
700 Gäste bei Geburtstags-Wandertagen
Runde Geburtstage muss man feiern – und zwar so, wie man es am liebsten mag. Für den 40. Geburtstag der Wanderfreunde Bichl hieß das: wandern. Und so fanden am …
700 Gäste bei Geburtstags-Wandertagen

Kommentare