Neu im Vorstandsteam ist der 29-jährige Mark Rochlus. Er studierte Umweltingenieurwesen in München.
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Neu im Vorstandsteam ist der 29-jährige Mark Rochlus. Er studierte Umweltingenieurwesen in München.

Viele Projekte

Neuerungen beim „KlosterGut“ Schlehdorf

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Die Genossenschaft „KlosterGut Schlehdorf“ ist seit Kurzem Eigentümerin der Hofstelle. Zudem hat es einen Wechsel im Vorstand gegeben. Die zahlreichen Projekte laufen gut und werden fortgesetzt, teilweise auch ausgebaut. Neue Mitglieder sind willkommen.

Schlehdorf – Schritt für Schritt kommt es zu Veränderungen am Kloster Schlehdorf. Das historische Gebäude, aus dem die Missions-Dominikanerinnen schon vor längerer Zeit ausgezogen sind, wird bekanntlich von der Wohnungsbaugenossenschaft München (Wogeno) als „Cohaus“ umgebaut. Den einstigen landwirtschaftlichen Bereich hatten die Ordensfrauen zunächst an die Genossenschaft „KlosterGut Schlehdorf“ verpachtet. Ende vergangenen Jahres hat die Genossenschaft nun die Hofstelle gekauft.

Auf dem Areal entwickelt sich schon seit einigen Jahren ein regionales Wirtschaftsmodell, das auf sozial-ökologische, ökonomische und solidarische Landwirtschaft setzt. Derzeit gibt es 146 Mitglieder. „Neue sind jederzeit willkommen“, sagt der neue Vorstand Mark Rochlus.

Der 29-Jährige ist seit Jahresbeginn neu im dreiköpfigen Vorstandsteam, das sich aus dem gelernten Bankkaufmann Bernhard Jocher (Geschäftsführender Vorstand) und dem Architekten Sebastian Kukula zusammensetzt. Rolf Merten ist nach wie vor Aufsichtsrat der Genossenschaft.

Zehn Menschen leben derzeit auf dem Areal

Rochlus stammt ursprünglich aus Rheinland-Pfalz, studierte Umweltingenieurwesen in München und lernte Schlehdorf als Teilnehmer im „Project Peace“ kennen. Seither fesselt ihn dieser Ort. Der 29-Jährige macht derzeit noch eine Therapieausbildung, denn das „KlosterGut“ will sich in vielfältiger Hinsicht weiterentwickeln. Zehn Personen leben derzeit auf dem Areal.

Auf der Hofstelle wird weiterhin Mutterkuhhaltung betrieben, derzeit gibt es 18 Rinder. Hinzu kommen einige Schafe und demnächst auch Alpakas. Ein neues Hühnermobil kommt voraussichtlich Mitte Mai. Bewirtschaftet werden 50 Hektar Grünland, zudem kümmern sich die Genossen um das zirka neun Hektar große Biotop am Karpfsee. Daran angeschlossen befinden sich der Sommerstall und der Islandpferdehof „Blauer Reiter“.

Neuer Gemeinschaftsgarten

Derzeit wird vieles für den Gemüsegarten vorbereitet, dessen Produkte im Hofladen verkauft werden. „Mittelfristig denken wir auch an eine Kooperation mit dem ,Cohaus‘“, sagt Rochlus. Der Hofladen werde sehr gut von den Einheimischen angenommen. Er ist derzeit dienstags von 15 bis 18 Uhr, freitags von 14 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr geöffnet. „Das Café dürfen wir wegen Corona nicht anbieten, aber es gibt alles zum Mitnehmen“, sagt Rochlus. Neu ist ein Gemeinschaftsgarten. Er ist 370 Quadratmeter groß und liegt im Permakulturbereich mit Sichtweite zum Seniorenheim. Die sechs Parzellen mit jeweils zirka 60 Quadratmeter sind bereits vergeben.

Derzeit arbeitet das Team an einem sogenannten Umweltpädagogikkonzept. Im Mittelpunkt soll der Karpfsee stehen, an dem Kinder die heimische Natur kennenlernen können sowie Umweltschutzmaßnahmen erlernen. „An dem Biotop kann man sehr schön arbeiten“, sagt Rochlus. Bildungsreferenten sollen die Kinder betreuen. Das Projekt richte sich an Schüler zwischen sieben und zwölf Jahren aus der Umgebung. „Wir wollen zum Beispiel Nistkästen bauen oder das Leben im Karpfsee beobachten.“ Start soll im Sommer sein.

Wegen Corona derzeit keine Seminare

Apropos Nistkästen: Das „KlosterGut“ arbeitet mit dem „Projekt Artenvielfalt“ in Großweil zusammen. Seit März wurden am Hof und in der Umgebung 33 Nistkästen aufgehängt, passend für verschiedene Vogelarten. Interessierte können eine Patenschaft übernehmen, ebenso gibt es „Blühpatenschaften“ für ein Wildblumenfeld (nahe Karpfsee) und „Baumpatenschaften“ für eine neue Apfelbaum-Streuobstwiese an der Hofstelle.

Eigentlich kann man auf dem „KlosterGut“ auch Ferien machen oder Seminare durchführen, doch coronabedingt liegt das alles flach. „Wir merken das schon, denn es ist ein Teil unserer Einnahmen“, sagt Rochlus. „Und jede Einnahme ist wichtig.“ An staatliche Unterstützung zu kommen, sei nicht ganz leicht, weil man als Genossenschaft anderen Richtlinien unterliege.

Ruhen tut auch der Austausch mit der Montessorischule in der Münchner Balanstraße, deren Schüler seit Jahren regelmäßig auf den Hof kommen, um zu lernen, wie ökologische Landwirtschaft funktioniert. „Für dieses Jahr wurde alles abgesagt. Die Schule arbeitet an einem neuen Konzept und wird uns dann mitteilen, wie es weitergeht.“

Weitere Infos

gibt es im Internet auf https://klostergut-schlehdorf.de

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