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Bei der Vertragsunterzeichnung (v. li.): Der neue Heimleiter Jörg Kahl, Gerhard Prölß, Dr. Günther Bauer, die Bürgermeister Stefan Jocher (Schlehdorf) und Manfred Sporer (Großweil) sowie Marcus Kottermair und Onni Rebholz.

Pflegeheim Schlehdorf

Ein neues Zuhause für 54 Senioren

Schlehdorf - Jetzt steht es schwarz auf weiß: Bei einer Pressekonferenz unterzeichneten Mitglieder des Zweckverbands Seniorenwohn- und -pflegeheim Schlehdorf und der künftige Betreiber, die gemeinnützige „Hilfe im Alter GmbH“ der Inneren Mission München, den Mietvertrag für den geplanten Neubau. Die Betriebsaufnahme ist für 1. Januar 2018 anvisiert.

Die Unterschriften waren am Mittwoch reine Formsache. Immerhin sechs lange Jahre hatte sich der Zweckverband mit der Zukunft des 150 Jahre alten Altbestands beschäftigt, und auf dem Weg hin zu einem Ersatzbau viele Hindernisse – etwa mit dem Denkmalschutz oder dem Wasserwirtschaftsamt – aus dem Weg räumen müssen. Nun soll in Kürze endlich die Baugenehmigung erteilt werden (wir berichteten). Und mit der „Hilfe im Alter GmbH“ glaubt man einen geeigneten neuen Betreiber gefunden zu haben – eine Einschätzung, die auf Gegenseitigkeit zu beruhen scheint.

„Der Zweckverband ist ein wunderbarer Vertragspartner mit verlässlich handelnden Personen“, sagte Dr. Günther Bauer. Das Vorstandsmitglied der Inneren Mission betonte, dass eigentlich nur ein Handschlag zur Besiegelung der Zusammenarbeit nötig sei. „Aber weil die Mietdauer länger ist, als die Amtszeit der heute Anwesenden, ist ein Vertrag notwendig.“

Auf 20 Jahre ist das Mietverhältnis vorerst festgelegt. „Danach haben beide Seiten eine Verlängerungsoption um weitere zehn Jahre“, informierte Zweckverbandsvorsitzender Stefan Jocher. Werde das Mietverhältnis anschließend nicht gekündigt, verlängere es sich immer um weitere fünf Jahre. Bauer betonte, der neue Betreiber wolle im neuen Heim „dauerhaft ein gutes Pflegeangebot“ bieten und versprach den Bewohnern „ein Optimum“ an Preis und Betreuungsqualität. „Eine allerletzte Auskunft“ über die künftigen Heimkosten könne er derzeit aber nicht geben.

Gerhard Prölß, Geschäftsführer der „Hilfe im Alter GmbH“, sicherte „ein Vorbelegungsrecht für Bewohner aus Großweil und Schlehdorf“ zu und erläuterte zusammen mit den Planern vom Architekturbüro Kottermair und Rebholz die künftige Gestalt des Neubaus. So ist beispielsweise eine Unterbringung der Bewohner in einzelnen Wohngruppen mit eigenen Stationsküchen geplant. „Wir haben hier nicht die Situation eines Krankenhauses“, versicherte Marcus Kottermair. Stattdessen würde das Innere des Hauses weiträumig und barrierefrei sein und maximal 54 Personen in großzügigen Einzel- und Doppelzimmern Platz bieten. Im Fußboden verlegte elektromagnetische Schleifen werden es im Neubau außerdem überflüssig machen, demente Bewohner in speziell beschützten Bereichen unterzubringen. Dank modernster Technologie können sie laut Kottermair ganz regulär mit den übrigen zusammenleben. Geplant ist zudem eine Wäscherei für die Bewohner sowie ein Mehrzwecksaal mit Terrasse, der auch von Nicht-Bewohnern für Veranstaltungen genutzt werden und so laut Onni Rebholz „von außen Leben in das Heim“ bringen soll.

Und was ist, wenn bei den Bauarbeiten noch weitere Bodendenkmäler auftauchen? „Es kann durchaus sein, dass man noch etwas findet“, räumte Kottermair ein, auch wenn der Neubau „möglichst präzise“ auf das Bestandsgebäude gesetzt werde. Vor allem in den Randbereichen, wo der ehemalige Klostergarten vermutet wird. Nach Rücksprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege versicherte Kottermair jedoch, ein solcher Fund könne zwar zu Verzögerungen, nicht aber zum Baustopp des 7,6-Millionen-Euro-Projekts führen.

Franziska Seliger

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