Einschreibung in Realschule Schlehdorf beginnt

Hoffen auf genug Anmeldungen

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Schlehdorf - Es sind schicksalshafte Tage für die Schlehdorfer Realschule. Nachdem 2015 die vom Ordinariat vorgegebene Anmeldezahl von 50 Schülern nicht geschafft wurde, muss diese Hürde heuer genommen werden – sonst droht erneut die Schließung. Der kirchliche Träger ist aber zuversichtlich. Ein Gespräch mit Sandra Krump, Leiterin des Ressorts Bildung am Ordinariat.

Frau Krump, nach den Schließungsabsichten 2012 behaupten böse Zungen, dass das Ordinariat eigentlich froh wäre, wenn sich nicht genug Schüler anmelden und man St. Immaculata zu machen könnte.

Sandra Krump: Das Gegenteil ist der Fall. Wir sind Träger vieler Schulen aus tiefer Überzeugung. Wir wissen um die gute Tradition der Schlehdorfer Realschule und um ihre besondere Qualität. Wir hoffen, dass sich am 3. und 4. Mai genügend Kinder dort einschreiben. Im Moment haben wir schon 48 Voranmeldungen. Das macht mich zuversichtlich.

Es ist ja in den vergangenen Jahren auch einiges investiert worden, um die Schule attraktiv zu halten, oder?

Krump: Allerdings. Wir haben beispielsweise neue Sport- und Klettergeräte für den Pausenbereich bestellt, die noch im Frühjahr aufgestellt werden – Schlehdorf nimmt mittlerweile Buben auf, die brauchen viel Bewegung. Und wir haben neue Computerräume mit 58 Arbeitsplätzen mit moderner IT ausgestattet. Da haben wir 65 000 Euro investiert. Auch das zeigt, wie wichtig uns diese Schule ist.

Seit 2014 nimmt St. Immaculata auch Buben auf. Wie hat das die Schule verändert?

Krump: Schulleitung, Lehrer und Elternbeirat sagen mir: Es ist etwas lebhafter geworden, aber das ist ja nicht schlecht. Auf mich machen alle einen sehr zufriedenen Eindruck, das hat sich alles sehr gut entwickelt. Es sind fröhliche junge Leute, die gerne dort zur Schule gehen. Das kann man auch in den kleinen Schülerportraits auf der Homepage nachlesen. Und ich muss sagen: Hätten sich vergangenes Jahr keine Buben anmelden können, hätten wir nur eine fünfte Klasse bilden können.

Sandra Krump, Leiterin des Ressorts Bildung am Ordinariat.

Wie weh tut Schlehdorf die Erweiterung der Realschule Murnau, die im Mai fertig sein soll?

Krump: Das schmerzt uns schon ziemlich. Das ist eine neue Schule mit einem neuen Gebäude – und viele unserer Schülerinnen und Schüler sind früher aus Murnau gekommen. Es ist schon eine Entscheidung, ob ich direkt am Ort in die Schule gehe oder mich morgens in den Bus setze, um nach Schlehdorf zu fahren. Aber die Schlehdorfer Leitung und die Lehrkräfte haben wirklich viel für die Attraktivität der Schule getan.

Die familiäre Atmosphäre ist ein großer Pluspunkt in Schlehdorf.

Krump: Für viele Eltern ist das ein Hauptkriterium dafür, ihre Kinder hier auf die Schule zu geben. Wir müssen nur immer aufpassen, dass wir nicht zu klein werden. Deshalb ist die Anmeldezahl von 50 Schülern auch aus pädagogischer und schulorganisatorischer Sicht so wichtig. Ohne eine Mindestanzahl von Kindern je Jahrgangsstufe, können zum Beispiel Ausbildungsrichtungen nicht zustande kommen – gerade auch solche, die ein Grund für die Anmeldung in Schlehdorf waren. Wir brauchen wirklich 50 Kinder pro Jahrgangsstufe.

Warum lohnt sich der Besuch einer Schule mit kirchlichem Träger?

Krump: Unser pädagogisches Konzept ist auf drei Säulen aufgebaut: Persönlichkeitsentfaltung, religiöse Erziehung und Erziehung zu sozialem Engagement. All das wird in Schlehdorf wirklich mit Leben erfüllt.

Nach der abgewendeten Schließung gab es trotzdem noch Unruhe, weil Lehrern angeboten wurde, an andere Einrichtungen zu wechseln. Wie hat sich das entwickelt?

Krump: Nur wenn an einer anderen kirchlichen Schule in der Region eine Stelle mit der passenden Fächerkombination frei wird, fragen wir zuerst die Schlehdorfer, ob sie wechseln möchten. Zwei, drei Kollegen haben die Angebote angenommen. Wer nicht wechseln wollte, hat dadurch natürlich keinen Nachteil. Aber es sind auch neue Kollegen dazugekommen. Wir brauchten ja beispielsweise jemanden, der mit den Buben Sport macht.

Gehen wir mal vom schlimmsten Fall aus, und es melden sich weniger als 50 Kinder an. Droht dann sofort die Schließung?

Krump: Nein. Wir haben schon im Herbst schriftlich garantiert, dass jeder auf der Schule in Schlehdorf seinen Abschluss machen kann, auch wer jetzt neu in der fünften Klasse anfängt. So wollen wir für die Kinder und die Eltern Sicherheit schaffen.

Zum Abschluss dürfen Sie noch einmal kräftig die Werbetrommel für die Schlehdorfer Realschule rühren.

Krump: Die Schlehdorfer Schule ist wirklich gut. Schulleitung, Eltern und Lehrer stehen mit voller Überzeugung hinter der Einrichtung, und sie legen sich unheimlich ins Zeug. Ich hoffe wirklich, dass sich genügend Kinder anmelden. Die Schule hätte es verdient.

Die Fragen stellte Veronika Ahn-Tauchnitz

Infos zur Einschreibung: Die Einschreibung findet am Dienstag, 3. Mai, und am Mittwoch, 4. Mai, statt. Die Anmeldung ist von 13.30 bis 18.30 Uhr möglich. Vorab ist eine Anmeldung auch online auf der Homepage www.realschule-schlehdorf.de unter Aufnahme/Anmeldung 5. Klasse möglich. Zur Anmeldung sind folgende Unterlagen notwendig: Schul- und Beförderungsantrag (erstellt über die Online-Anmeldung), Übertrittszeugnis, Geburtsurkunde, Lichtbild und ein adressierter, frankierter B4-Umschlag (1,45 Euro). Weitere Informationen sind auf der Homepage der Schule www.realschule-schlehdorf einzusehen.

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