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Strahlende Gesichter: Die 51 Absolventen der Realschule S chlehdorf nach der Zeugnisübergabe in der Turnhalle.

Realschule Schlehdorf

Gemeinsam gezittert, gemeinsam gejubelt

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Jede Vierte hatte einen Einser-Schnitt: Die Realschule Schlehdorf hat ihre letzte Mädchen-Klasse verabschiedet.

Schlehdorf – Es gibt Abschlussfeiern, die laufen sachlich-unterkühlt ab. Und es gibt die Abschlussfeier der Realschule St. Immaculata Schlehdorf, in der jedes noch so kleine Detail liebevoll geplant ist. Auch nicht ganz unwichtig: Die 48 Mädchen und die drei Schüler haben alle die Abschlussprüfung bestanden.

Dass sich da ein paar junge Menschen ziemlich viele Gedanken über den Ablauf gemacht haben, bemerkten die Gäste schon auf dem Weg in die Turnhalle, wo die Feierlichkeiten unter dem Motto „Hollywood“ stattfanden. Fast wie beim echten Walk of Fame lagen Pappsterne mit den Namen der erfolgreichen Schüler auf dem Boden. Dazu passend überreichte die Klasse 10a jedem Lehrer eine Oscar-Figur in Miniatur-Form. Die 10b übergab Blumen und kleine, selbst gebackene Törtchen, geschmückt mit einem der Oscar-Figur nachempfundenen Plätzchen. Während die Schüler auf die Bühne schritten, wurden Musiktitel eingespielt und Fotos gezeigt, die den jeweiligen Absolventen charakterisieren. Netter Gag: Eine Schülerin hatte – ganz hollywooodmäßig – das Emblem der Serie „Star Trek“ auf ihrem Kleid angebracht.

„Wir sind heilfroh, dass wir das Pauken, Testen, die Klassenarbeiten und Prüfungen hinter uns haben“, sagten die beiden Schülersprecherinnen Vanessa Heinze und Andrea Sailer. „Gleichzeitig blicken wird aber auf eine unvergessliche und wunderschöne Schulzeit zurück.“

Für die Lehrer und Mitschüler sei es nicht immer einfach gewesen, „das Verhalten, die Reaktionen und emotionalen Ausbrüche von uns zu ertragen. Trotzdem haben sie es mit Spaß, Ausdauer und viel Kraft geschafft, uns auf den richtigen Weg zu bringen, und sie haben nie die Hoffnung aufgegeben.“ Deshalb hätten sich alle einen Oscar verdient.

Jeder Lehrer wurde mit einer kurzen Rede gewürdigt. So sagten beispielsweise die Klassensprecherinnen Michaela Wagner und Hana Habersetzer, dass ihr Schnellhefter dank Deutschlehrerin Renate Jonquières viel dicker geworden sei, „weil wir so viele Übungsblätter von ihnen bekommen haben. Aber es hat sich rentiert, weil wir super auf die Abschlussprüfung vorbereitet waren.“

Schulleiter Manfred Ilitz freute sich besonders darüber, dass alle 51 Schüler bestanden haben, „und das mit einem Notenschnitt von 2,4: „Das ist aller Anerkennung wert.“ Zwölf von ihnen hätten sogar eine Eins vor dem Komma: „24 Prozent mit einem Einser-Schnitt – das ist eine großartige Leistung.“ Alle hätten ihr Bestes gegeben in einer Schulzeit, „die viel und manchmal alles abverlangt hat“. Ilitz hob in seiner Rede hervor, dass der Abschluss-Jahrgang ein ganz besonderer ist, denn es sei der letzte offizielle Mädchen-Jahrgang: „Die drei Quoten-Männer mögen es mir verzeihen.“ Ilitz blickte zurück. Vor sieben Jahren seien dunkle Wolken über der Schule aufgezogen, als die Schließung drohte. Viele der jetzigen Schülerinnen hätten damals als Drittklässlerinnen gegen die Schließung protestiert: „Ihr wart der Grund, dass es weitergehen sollte, ja musste. Ihr wart die Zukunft unserer Schule.“ Es entstand eine Schicksalsgemeinschaft: „Wir haben schon damals gemeinsam, gezittert, gekämpft, gebetet und gejubelt.“ Diese Zeit habe nun ein gutes Ende genommen. Ilitz kam dabei ein Zitat des Philosophen Heraklit in den Sinn: „Nichts ist beständiger als der Wandel.“

Vor der Entlaßfeier hatten die Schule den Abschlussgottesdienst in der Benediktbeurer Basilika gefeiert.

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