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Wird runderneuert: Die Kirche St. Tertulin in Schlehdorf.

St. Tertulin

Sanierung: Schlehdorfer Kirchgänger müssen sich in Geduld üben

Seit Jahren ist die Kirche Schlehdorf wegen umfangreicher Sanierungsmaßnahmen gesperrt. Viel ist schon passiert, aber abgeschlossen ist das Projekt noch lange nicht.

Schlehdorf Es sind auch Bausünden aus dem 18. Jahrhundert, die mit den Sanierungsarbeiten ausgemerzt werden sollen. „Mit Beginn der Errichtung 1726 stellte in der ursprünglichen Planung die Ostfassade die Schaufassade des Klosters dar“, erläutert Peter Aumann vom Staatlichen Bauamt Weilheim. Mit einem mächtigen Turm über dem Mittelrisalit sollte die Anlage über das Moor hinweg in bewusste Konkurrenz zum älteren Klosterbau von Benediktbeuern gesetzt werden. Doch ein Turmeinsturz 1728 verhinderte die Vollendung dieser Planung. „Ab 1773 wurde der Kirchenbau nach geänderten Plänen weitergeführt“, so Aumann.

Auf diese Änderungsplanung gehe die jetzige Ausrichtung nach Westen und die heutige Doppelturmfassade zurück. Doch in Folge der geänderten Ausrichtung von St. Tertulin sei das Satteldach zu einem Walmdach umgebaut worden. Und dieses Vorgehen, so Aumann, „zeugt aus technischer Sicht nicht von besonderer Handwerkskunst“. Mittlerweile sind laut Aumann im Rahmen der Dachsanierung statische Mängel beseitigt worden. Außerdem seien – in Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege – Schäden des Dachtragwerks beseitigt worden. Anschließend sei das Dach neu eingedeckt worden.

„Nachdem in den letzten Jahren Hilfs- und Schutzkonstruktionen die Fernwirkung der Kirche prägten, konnten diese in der Zwischenzeit rückgebaut werden“, so Aumann. Damit seien die Arbeiten im Dachbereich vorbehaltlich der Kupferdeckung des Portals abgeschlossen. Im Bereich des Portals werde die Arbeit bei passenden Witterungsbedingungen im Frühjahr wieder aufgenommen.

In diesem Jahr sollen zunächst neue Fenster in der Kirche eingebaut werden. Mitte des Jahres sollen dann die Fassaden saniert werden – gemäß dem historischen Bestand sollen diese Arbeiten in „Benediktbeurer Grün“ ausgeführt werden.

„Im Innenraum konnten nach Abschluss der statischen Ertüchtigung die Stützkonstruktionen der Gewölbe entfernt werden“, berichtet Aumann. Die Ausstattungsgegenstände wurden in Depots eingelagert. Bis Ende dieses Jahres soll die sogenannte Raumschale restauriert werden. „Im Zuge der Innensanierung ist angedacht, auch die elektrotechnische Ausstattung der Kirche, wie Beleuchtung und Bankheizung, zu erneuern“, so Aumann.

Im Laufe des Jahres 2019 soll dann die Überarbeitung der Kunstwerke und der Ausstattung des Sakralbaus erfolgen.

Und wann können die Gläubigen zurückkehren in das Gotteshaus? Erst dann, so Aumann, wenn die Innensanierung abgeschlossen ist. Vorher sei das aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht möglich. Aber selbst, wenn die Kirche wieder geöffnet werden kann, wird die Sanierung nicht abgeschlossen sein. Laut Aumann müssen noch die Ostfassade und das sogenannte Prälatentreppenhaus saniert werden. Auch ein barrierefreier Zugang zur Pfarrkirche St. Tertulin ist angedacht.

Franziska Seliger

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