1. Startseite
  2. Lokales
  3. Bad Tölz
  4. Schlehdorf

Schlehdorf: 2022 wird das Jahr der Erholung

Erstellt:

Von: Franziska Seliger

Kommentare

Nachdem Schlehdorf seine Grundschule generalsaniert hat, könnte heuer die Planung für die Mehrzweckhalle in Angriff genommen werden. Die Halle soll an der Schmalseite der Schule angebaut werden. Dafür muss die provisorische Außentreppe weg. Auch ein Stück des angrenzenden Spielplatzes soll dem Anbau weichen. Bebauungsplan „Unterau-Ost“ wichtiges Projekt
Nachdem Schlehdorf seine Grundschule generalsaniert hat, könnte heuer die Planung für die Mehrzweckhalle in Angriff genommen werden. Die Halle soll an der Schmalseite der Schule angebaut werden. Dafür muss die provisorische Außentreppe weg. Auch ein Stück des angrenzenden Spielplatzes soll dem Anbau weichen. Bebauungsplan „Unterau-Ost“ wichtiges Projekt © SELIGER

Die Gemeinde Schlehdorf hat sich im vergangenen Jahr einiges geleistet. Große Sprünge möchte der kleine Klosterort 2022 darum nicht machen – ein paar Projekte stehen aber schon auf der Agenda.

Schlehdorf – Für rund 1,9 Millionen Euro wurde das Schulhaus kernsaniert. Etwa 450 000 Euro waren für den Neubau einer Kinderkrippe veranschlagt. Und eine neue Heizzentrale hat sich Schlehdorf auch noch gegönnt: Das sind die drei großen Projekte, die die kleine Gemeinde am Kochelsee im Jahr 2021 und teilweise auch schon 2020 geprägt haben. Fördergelder sind zugesagt: Für die Krippe beispielsweise rund 294 000 Euro und für die Schule etwa 1,1 Millionen Euro.

Zuschüsse für Projekt fließen zögerlich

Doch die zugesagten Gelder fließen nur zögerlich, wie Bürgermeister Stefan Jocher in der letzten Gemeinderatssitzung 2021 sagte. Insgesamt stünden für die drei Projekte Heizzentrale, Krippe und Schule noch rund 700 000 Euro an Zuschüssen aus. Bevor diese Gelder nicht auf dem gemeindlichen Konto eingetroffen sind, wird in Schlehdorf kaum etwas passieren, denn: „Die Rücklagen sind aufgebraucht“, so Jocher. Doch um die Finanzlage der Gemeinde allgemein sei es „nicht so schlecht bestellt“. Unter anderem deshalb nicht, weil die Einnahmen aus der Gewerbesteuer 2021 relativ gut ausfallen würden, da die Betriebe im örtlichen Gewerbegebiet von der Corona-Krise so gut wie gar nicht betroffen gewesen seien. Und auch bei der zuletzt gesunkenen Einkommenssteuer erwartet Jocher in Zukunft eine Erholung.

Planung für Mehrzweckhalle soll in Angriff genommen werden

Schlehdorf blickt also durchaus frohen Mutes ins Jahr 2022. Sind die ausstehenden Fördergelder erst einmal geflossen, soll zumindest die Planung für die Mehrzweckhalle in Angriff genommen werden, so Jocher, betont aber ausdrücklich: „Nur die Planung.“

Wie berichtet, soll die Halle unmittelbar an das Schulgebäude anschließen und sowohl für den Schulsport als auch für Vereine und die verschiedensten Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Rund 100 000 Euro, schätzt Jocher, werden die Planungskosten dafür betragen.

Für die Halle erhofft sich die Gemeinde Zuschüsse

Eine Mehrzweckhalle steht schon seit Längerem auf der Wunschliste der Gemeinde. Denn bis auf den Festsaal im Kloster und die Turnhalle der Realschule gebe es keinen geeignet großen Raum für Veranstaltungen. Im Festsaal gebe es aber keine Bewirtung. Und in der Realschul-Turnhalle sei der Hallenboden eigentlich nur für sportliche Zwecke geeignet. „Je nachdem wie es finanziell weitergeht“, so Jocher, könnte die Mehrzweckhalle 2023 oder 2024 gebaut werden. Für dieses Projekt – eine Halle für den Schulsport – könnte es auch noch Zuschüsse vom Freistaat geben – was die Realisierung erleichtern würde. Eine diesbezügliche Zusage liege aber noch nicht vor. Grundsätzlich rechnet Jocher damit, „dass der Freistaat zurückrudern muss“, was künftige neue Zuschüsse betrifft. Nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie. Diese Vermutung legten zumindest Signale von Landtagsabgeordneten nahe.

Bauland für Einheimische sichern

Zweites wichtiges Projekt sei der Bebauungsplan „Unterau-Ost“: Ihn möchte die Gemeinde 2022 zum Abschluss bringen, so Jocher. Die erste öffentliche Auslegung hat der Plan schon hinter sich. Aktuell laufen Verhandlungen mit Grundstückseigentümern, so Jocher. Auf insgesamt rund 7000 Quadratmetern soll am Rand des Schlehdorfer Ortsteils Unterau Richtung Großweil neues Bauland entstehen. Etwa 2000 Quadratmeter davon wolle sich die Gemeinde sichern, um die Flächen an Einheimische zu verkaufen. Wenn alles klappt, sollen die Grundstücke 2022 noch erschlossen werden. Eine Kostenschätzung dafür liege aber noch nicht vor. Für die Gemeinde werde es aber ein „Nullsummenspiel“, schätzt Jocher. Spätestens 2023 sollen die etwa neun Parzellen dann bebaut werden können.

Hochwassersicherung an der Kohllaine anstoßen

Außer diesen beiden Projekten hat Schlehdorf 2022 nichts vor. Höchstens noch die Hochwassersicherung an der Kohllaine könnte zumindest angestoßen werden – in Form erster Planungen und Gesprächen mit den betroffenen Grundstückseigentümern. Wie Jocher erläutert, handelt es sich bei der Kohllaine um einen Wildbach, in dessen Nähe sich aber Wohnbebauung befindet. Zwar sei für die Hochwassermaßnahmen an einem Wildbach der Freistaat zuständig. „Aber mit 30 bis 50 Prozent müsste sich die Gemeinde beteiligen.“ Und das bei geschätzten Gesamtkosten von aktuell rund einer Dreiviertelmillion Euro.

Weitere Projekte seien 2022 in Schlehdorf nicht geplant. „Wir haben die letzten Jahre viel gemacht“, erklärt Jocher. Jetzt wolle man erst einmal schauen, „dass sich die Finanzen erholen können.“

Bad-Tölz-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser Bad-Tölz-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Bad Tölz – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Kommentare