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Großes Interesse: Provinzialin Schwester Francesca Hannen begrüßt die Gäste in der Kapelle, dem Herz des neuen Klosters. Links neben ihr steht Pater Meinrad Dufner aus Münsterschwarzach. Der Künstler hat die Kapelle mit den Schwestern zusammen gestaltet.

Tag der offenen Tür

Schlehdorf hat ein neues Kloster

Jahrelang haben sie mit sich gerungen, ob sie nun ausziehen sollen oder nicht. Dann wurde knapp zwei Jahre geplant und gebaut. Am Dienstag öffneten die Schlehdorfer Missionsdominikanerinnen ihr neues Kloster erstmals für die Bevölkerung. Das Interesse war groß.

Schlehdorf Hell und freundlich: Das ist der erste Eindruck, wenn man das neue Zuhause der Missionsdominikanerinnen in Schlehdorf betritt. Cremefarbener Steinfußboden, breite Gänge und große Fenster mit Blick auf die noch nicht angesäten Rasenflächen wirken einladend. Der Öffentlichkeit gewährten die Schwestern am Dienstag erstmals Einblicke.

Das neue Kloster besteht aus zwei mehrgeschossigen Gebäuden, die durch einen niedrigen Flachdachbau miteinander verbunden sind. Letzterer beherbergt unter anderem den Eingangsbereich, eine Bibliothek und die Hauskapelle. „Die Kapelle ist unser Mittelpunkt“, betonte Provinzialin Sr. Francesca Hannen, als sie die vielen Besucher, die zum Tag der offenen Tür gekommen waren, durchs neue Kloster führte.

Gemeinsam mit dem Künstler Pater Meinrad Dufner aus Münsterschwarzach haben die Schwestern ihre Kapelle gestaltet. Herausgekommen ist ein lichtdurchfluteter Raum. Die in Gelb- und Goldtönen bemalten Fenster erzeugen eine stimmungsvolle Atmosphäre. Den Besuchern gefiel das sehr gut. „Die Kapelle ist sehr schön und modern gestaltet“, lobte Ulrike Sidki aus Großweil. Und die Schlehdorferin Marlies Felix-Sziedat urteilte: „Alles wirkt sehr freundlich und hell.“

Mehrere Jahre haben die Schwestern mit sich gerungen, ob sie ihr altes Kloster oben auf dem Hügel verlassen sollten, wie Sr. Francesca bei einer kurzen Ansprache sagte. Doch angesichts zunehmender Überalterung und sinkender Schwesternzahl entschied sich die Ordensgemeinschaft schließlich für den Bau eines eher zweckmäßigen Gebäudes mit kurzen Wegen, Barrierefreiheit und geringeren Unterhaltskosten – etwa durch den Einbau einer Grundwasserheizung. Mittlerweile sind alle 30 Ordensfrauen in den Neubau umgezogen – und fühlen sich auch angekommen, wie Sr. Francesca betonte. „Es ist gut, dass wir diese Entscheidung selber getroffen haben“, sagte sie. „Wir wollten uns das Heft nicht aus der Hand nehmen lassen.“ Für die Bauaufsicht waren Sr. Josefa und Sr. Margit ausgewählt worden. Sie erläuterten, dass das Projekt vom Landratsamt nicht als Kloster, sondern als Heim eingestuft wurde. Das habe zahlreiche Auflagen mit sich gebracht. Deshalb verfügt der Komplex unter anderem über zwei Aufzüge, und die 32 Schwesternzimmer besitzen extra große Duschen, damit sie auch mit einem Rollstuhl befahren werden können.

Schwester Nicole öffnete ihr Zimmer für die Besucher. Alle Zimmer der Schwestern sind rund 20 Quadratmeter groß und ähnlich aufgeteilt, aber individuell gestaltet.

Mit beeindruckender Weitsicht haben die Schwestern ihr neues Kloster gebaut. So könnte eines der beiden Gebäude später einmal separat vermietet werden, wenn die Zahl der Schwestern weiter abnimmt, erläuterte Sr. Francesca. Wie Sr. Margit sagte, sei das neue Kloster zwar als „Altenteil“ der Ordensfrauen gedacht. Ein Altenheim ist es aber ganz und gar nicht. „Es ist weiterhin ein offenes Kloster“, sagte Sr. Margit. Sie selbst hält hier auch weiterhin ihre Feldenkrais-Kurse ab, zu denen Teilnehmer aus der ganzen Region kommen. Und die Hauskapelle verfügt über einen separaten Eingang für Menschen, die die Gottesdienste der Schwestern mitfeiern wollen. Wenige Stunden, bevor das neue Kloster der Öffentlichkeit gezeigt wurde, wurde es von Domkapitular Prälat Lorenz Kastenhofer vom Ordinariat München gesegnet. Denn auch, wenn das Haus von außen eher nicht wie ein Kloster aussehen mag, war Sr. Josefa sicher: „Ein Kloster machen wir wieder daraus. Wir bleiben eine geistige Gemeinschaft.“

Und was ist mit dem alten Kloster? Wie Provinzialin Sr. Francesca und Sr. Josefa am Dienstag auf Nachfrage sagten, steht das historische Gebäude nach dem Auszug der Schwestern nun leer. „Wir gehen aber täglich durch, damit dem Gebäude nichts passiert“, so Sr. Josefa. Die Ordensfrauen werden dort so lange nach dem Rechten sehen, bis ein Käufer für das Gebäude gefunden ist.

Franziska Seliger 

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