Auf Schlehdorfer Flur gibt es laut Bürgermeister es kaum Flächen, die von den Landwirten nicht intensiv gepflegt und genutzt werden. Unser Bild zeigt das historische Kloster.
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Auf Schlehdorfer Flur gibt es laut Bürgermeister es kaum Flächen, die von den Landwirten nicht intensiv gepflegt und genutzt werden. Unser Bild zeigt das historische Kloster.

Gemeinderat

Auch Schlehdorf sagt Nein zum Landschaftspflegeverband

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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Auch die Gemeinde Schlehdorf wird sich an der Gründung eines Landschaftspflegeverbands (LPV) im Landkreis nicht beteiligen. In ihrer Sitzung lehnten die Gemeinderäte einen Beitritt – zumindest zum jetzigen Zeitpunkt – einstimmig ab.

Schlehdorf - Die Gründung eines Landschaftspflegeverbands im Landkreis: „Das ist ein sehr kontroverses Thema“, sagte Bürgermeister Stefan Jocher. Einige Landkreis-Kommunen hätten einen Beitritt bereits abgelehnt, so Jocher. Er habe mit einigen Landwirten in Schlehdorf darüber gesprochen. „Und sie sind auch nicht begeistert“, berichtete Jocher. Angesichts der negativen Erfahrungen, die einige Landwirte vor Jahren bei der Ausweisung der FFH-Flächen gemacht hätten, könne er diese Skepsis nachvollziehen. Damals seien viele „über den Tisch gezogen“ worden. Er selbst sehe bei einem LPV die Gefahr, „dass die Bürokratieseuche um sich greift“, so Jocher.

Zur Erklärung: In Bayern haben mittlerweile die meisten Landkreise einen Landschaftspflegeverband gegründet. Bad Tölz-Wolfratshausen ist einer der wenigen, der diesen Schritt noch nicht vollzogen hat. Ziel eines LPV soll es sein, den Erhalt der Kulturlandschaft, seltener Pflanzen und Lebensräume sicher zu stellen, indem Flächen, die im Zuge des Strukturwandels in der Landwirtschaft vernachlässigt werden, wieder intensiver gepflegt werden.

Für den kleinen Klosterort gelte dieses Argument aber nicht, betonte Jocher. Denn auf Schlehdorfer Flur gäbe es kaum Flächen, die von den Landwirten nicht intensiv gepflegt und genutzt werden. Sowohl die Flächen im Loisach-Kochelsee-Moor als auch die Almen würden bewirtschaftet, letztere vom Weideverband.

Leonhard Helfert (WGL) fände es deshalb sogar gut, wenn es auch Flächen geben würde, die brach liegen und von der Natur zurückerobert werden könnten. Wie Jocher sagte, sei die Gründung eines Landschaftspflegeverbands im Landkreis derzeit sowieso fraglich. Gegründet werden könne der nämlich nur, wenn mindestens zwei Drittel der Landkreis-Kommunen – also 14 – beitreten würden. Und das sei derzeit „mehr als fraglich“.  

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