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500 000 Jugendliche sind von Cybermobbing betroffen. Was zu tun ist, darüber klärte Medienpädagoge Daniel Wolff die Eltern bei einem Vortragsabend in der Schlehdorfer Realschule auf. 

Vortrag des Medienpädagogen Daniel Wolff

Schlehdorf: Was können Eltern gegen Mobbing im Internet tun? - Der Oma-Test bringt Klarheit

Wie Eltern vor Mobbing im Internet schützen können, darüber informierte der Digitaltrainer Daniel Wolff an der Schlehdorfer Realschule. Der sogenannte Oma-Test hilft Kindern.

Schlehdorf Da ist der 13-jährige Bub, der sich vor einen Zug warf. Das junge Mädchen, das sich umbrachte. Beide haben eines gemeinsam: Sie wurden von anderen gemobbt. Also absichtlich beleidigt, bedroht und belästigt – so lange und so unerbittlich, bis es zur Tragödie kam.

Mit diesen ganz konkreten Schicksalen eröffnete der auf digitale Medien spezialisierte Medienpädagoge Daniel Wolff seinen Vortrag, und erschütterte damit die erschienenen Eltern tief. Erschütternd waren auch die Zahlen, die Wolff präsentierte: 500 000 Jugendliche seien in Deutschland aktuell von Cybermobbing betroffen. 34 Prozent kennen jemanden, der schon einmal via WhatsApp oder Facebook angegriffen wurde. Und da die Kinder, die ein Smartphone haben, immer jünger würden, sei Cybermobbing mittlerweile schon in der Grundschule Alltag. Die Hemmschwelle, jemanden zu beleidigen sei in den sozialen Medien deutlich niedriger als in der direkten Kommunikation, so Wolff.

Und: Eine verbale Beleidigung sei schnell vergessen. Eine im Netz geäußerte Verleumdung, ein peinliches Foto aber könnten nie mehr gelöscht werden. „Wir können bei Cybermobbing nicht auf den Knopf drücken und es hört auf.“ Das erhöhe den Leidensdruck der Opfer enorm.

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Die Erwachsenen bekämen von der Not der Kinder meistens nichts mit. Aus Angst, das Smartphone könnte weggenommen werden, vertrauten sich viele den Eltern nicht an. Wolffs Appell darum: „Nehmen Sie ihrem Kind sein Smartphone nicht weg.“

Wolff sprach davon, welch Spagat es sei, dem Nachwuchs einerseits den Zugang zu den digitalen Medien zu ermöglichen, um ihn nicht vom sozialen Leben der Gleichaltrigen auszuschließen. Andererseits appellierte er an die Erziehungsberechtigten, den Medienkonsum ihrer Kinder sehr aufmerksam zu begleiten und ihnen den richtigen Umgang damit beizubringen. „Die Kinder müssen ihre Rechte kennen und beachten.“ Also etwa, dass private Bilder nichts im Internet zu suchen haben und niemand heimlich gefilmt werden darf. Schon aus rechtlichen Gründen, denn: „Unter 16 Jahren sind Sie für alles verantwortlich, was Ihr Kind auf WhatsApp macht“, mahnte Wolff die Eltern. Beleidigungen und Verleumdungen könnten massive zivil- und strafrechtliche Folgen haben. Ebenso heimlich gedrehte Handy-Filme.

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Zusätzlich befeuert werde Cybermobbing durch Millionen Pornoseiten im Internet, auf die immer jüngere Kinder ungefilterten Zugriff hätten, weil die Eltern sich nicht darum kümmerten, was das Kind mit seinem Smartphone macht.

Cybermobbing: Was kann man tun?

Mögliche Symptome von Cybermobbing betroffener Kinder sind laut Wolff: Verschlossenheit, Angstzustände/Depressionen, Schulschwänzen, Leistungsabfall, Kopf-/Magenschmerzen, Wut. 

Oma- und Schulhoftest: Fragen Sie Ihr Kind, ob es das gemachte Foto bedenkenlos seiner Oma zeigen und auf dem Schulhof herumzeigen würde. Wenn nicht, hat es im Netz nichts zu suchen.
Wurde das Kind Opfer von Cybermobbing:
- Screenshots machen zur Beweissicherung. 

- Dem Kind keine Vorwürfe machen, denn es suche die Schuld sowieso bei sich. Wolff: „Es braucht jetzt ihre Unterstützung.“
- Schulpsychologen einschalten
- Niemals Rache üben im Internet. „Sie haben keine Chance und schaden ihrem Kind“, warnt Wolff. 

Infos und Anlaufstellen: - www.polizeifürdich.de - Forum für Opfer: www.juuuport.de - Cybermobbing erkennen und was dagegen tun: www.klicksafe.de

Franziska Seliger

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