Vor acht Jahren wurde unter anderem mit Mahnwachen und einer Menschenkette für den Erhalt der Realschule gekämpft. Heute scheint der Fortbestand gesichert zu sein.
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Vor acht Jahren wurde unter anderem mit Mahnwachen und einer Menschenkette für den Erhalt der Realschule gekämpft. Heute scheint der Fortbestand gesichert zu sein.

Bildungspolitik

Schlehdorfer Realschule auf gutem Weg: Anmeldezahlen konstant hoch

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Acht Jahre ist es her, dass der Fortbestand der Realschule Schlehdorf beschlossen wurde, wenn sich genügend Schüler anmelden. Das hat in den vergangenen Jahren geklappt – und dürfte wohl auch heuer kein Problem sein. Der Kloster-Verkauf dürfte sich ebenfalls positiv auswirken.

Schlehdorf – 2012 kämpften Schüler, Lehrer und Eltern sowie zahlreiche Lokalpolitiker und ehemalige Absolventen um den Erhalt der Schlehdorfer Realschule St. Immaculata. Das Erzbistum München-Freising wollte die Schule, die damals nur Mädchen besuchten, schließen. Die Aufregung war groß. 2013 wurde vereinbart, dass der Fortbestand gesichert ist, wenn sich genügend Kinder anmelden, um die Zweizügigkeit zu gewährleisten – also 50 Jugendliche pro Schuljahr. Seit September 2013 werden auch Buben aufgenommen.

Schaut man sich die Zahlen in den vergangenen Jahren an, wird deutlich, dass die Schule nach wie vor einen sehr guten Ruf hat – und die Anmeldevorgaben jedes Jahr erfüllt wurden. Auch für dieses Jahr rechnet Schulleiter Manfred Ilitz damit, die Quote zu erreichen. „Unser Online-Informationsabend wurde recht gut angenommen“, sagt der Rektor auf Anfrage. Die Einschreibung findet heuer am 7. Mai ab 13.30 Uhr statt, und zwar mit Anwesenheit.

An der Realschule werden derzeit 325 Jugendliche unterrichtet, laut Ilitz zwei Drittel Mädchen und ein Drittel Buben. Die meisten kommen aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, die anderen aus Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau.

Auch in St. Immaculata läuft derzeit Wechselunterricht. „Es funktioniert sehr gut“, sagt Ilitz. „Lehrer und Schüler sind froh, wieder ein halbwegs normales Leben führen zu können.“ Aber auch im Homeschooling habe es keine Probleme gegeben. „Wir hatten schon frühzeitig die Weichen gestellt, damit es mit den Zugängen klappt“, berichtet der Rektor. Zum Einsatz komme Microsoft Teams.

Mit dem „neuen Nachbarn“, der Wogeno München, die bekanntlich das historische Klostergebäude renoviert und bewirtschaften möchte, komme man sehr gut aus, berichtet Ilitz. „Es gibt keine Störfaktoren.“ Der Klosterverkauf ist erst dann unter Dach und Fach, wenn die Wogeno alle entsprechenden Baugenehmigungen vom Landratsamt hat. Wie berichtet, beginnt demnächst der Umbau des Westflügels. Wenn, wie Ilitz sagt, mit dem Klosterverkauf „alles in trockenen Tüchern“ sei, könne er sich vorstellen, dass auch das Erzbistum als Trägerin der Schule davon absehe, jedes Jahr auf die Quote von mindestens 50 neuen Schülern zu pochen. „Ich kann mir schon vorstellen, dass dieses Ziel fallen gelassen wird, einfach weil hier alles läuft und sich gut entwickelt“, sagt der Rektor.

Derzeit stehe man in Kontakt mit der Pfarrgemeinde, die im alten Kloster gerne einen Gemeindesaal haben möchte. „Es wäre schön, wenn wir diesen Raum dann auch zur Nachmittagsbetreuung nutzen könnten“, sagt Ilitz. Entsprechende Gespräche liefen bereits. Die Mittagsbetreuung – die es an der Schule zurzeit nicht gibt – werde durchschnittlich von 20 Jugendlichen genutzt, die bislang auf einen Raum und ein Klassenzimmer verteilt seien. „Wenn wir so eine Art Tagesheimraum nutzen könnten, wäre das schön.“ Angedacht sei, dass die Schule den Raum mittags, die Pfarrei den Raum dann abends nutzen könnte.

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