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Voller „Klosterbräu“: Viele Bürger verfolgten in der Bürgerversammlung den Jahresbericht von Stefan Jocher.

Bürgerversammlung

Schlehdorfer scharf auf eigenes Bauland

Schlehdorf - So viele Menschen wie seit Jahren nicht mehr kamen am Donnerstag zur Bürgerversammlung in den Schlehdorfer „Klosterbräu“. Ihnen berichtete Bürgermeister Stefan Jocher, was in den vergangenen Monaten alles realisiert wurde und was für die Zukunft geplant ist.

Alles in allem waren es viele gute Nachrichten, die der Gemeindechef seinen Bürgern mitteilte. Etwa die, dass sich die Übernachtungszahlen im Klosterort „wieder stark nach oben entwickeln“. Rund 29 000 Übernachtungen habe man 2015 gezählt. „Vieles spricht dafür, dass dieser Trend anhält und in diesem Jahr die Marke von 30 000 Übernachtungen gerissen werden kann“, sagte Jocher und appellierte deshalb an Hauseigentümer mit ausreichend Platz, Ferienwohnungen einzurichten.

Eine weitere gute Nachricht ist der fertiggestellte Hochwasserschutz an der Haselrieslaine im Ortsteil Raut. Die eingebauten Schutzmaßnahmen in dem Wildbach „haben sich beim Starkregen im Juni bereits bewährt“, teilte Jocher mit.

Zunächst erst einmal Ärger gab es in der jüngsten Zeit um den geplanten Mobilfunkmasten auf dem Rathaus. Er soll die „mangelhafte Mobilfunkversorgung“ im Ort verbessern. Den Masten an dieser Stelle hatte das Landesamt für Denkmalpflege zunächst abgelehnt, da er dem „Denkmalensemble Ortskern“ schaden würde. Mittlerweile wurde der Mast jedoch genehmigt. T-Mobile wolle die Anlage bis März 2017 in Betrieb nehmen, so Jocher.

Bereits abgeschlossen ist die Ausweisung von Bauland für heimische Familien. Für die sechs Grundstücke nahe der Realschule „gab es fast dreimal so viele Bewerber wie Baugrundstücke“, informierte Jocher. Mittlerweile seien alle Flächen verkauft und erste Bauanträge eingereicht. Im kommenden Jahr möchte die Gemeinde einige Projekte auf den Weg bringen: Um die Wasserversorgung im Ortsteil Unterau zu verbessern, ist laut Jocher der Bau einer Ringleitung geplant. Die Planungen dafür sollen 2017 abgeschlossen werden. Der genaue Baubeginn ist laut Jocher noch offen und hängt auch vom Erfolg der Verhandlungen mit den betroffenen Grundstückseigentümern ab.

Ebenfalls vorgesehen ist der weitere Breitbandausbau – vor allem für die Ortsteile Raut und Reuterbühl. Ziel sei eine Übertragungsgeschwindigkeit von 30 mbit pro Sekunde. Das Auswahlverfahren mit den Breitbandanbietern laufe noch bis Dezember, sagte Jocher. Außerdem sollen die Gehwege im Bereich des Friedhofs weiter saniert werden.

Wie der Bürgermeister mitteilte, leben in Schlehdorf derzeit 36 Asylbewerber. „Davon sind 13 sogenannte Fehlbeleger“, also anerkannte Flüchtlinge. Um für sie Wohnraum zu schaffen rechnet er damit, „dass auch wir dieses Förderprogramm beanspruchen werden“, sagte Jocher mit Bezug auf ein entsprechendes Wohnbauprogramm des Freistaates.

Franziska Seliger

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