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Im Abendrot: Das neue Seniorenwohnheim in Schlehdorf beherbergt derzeit 47 Senioren.

Sitzung des Zweckverbands

Seniorenheime im Loisachtal frei von Corona

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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In den beiden Seniorenheimen in Kochel und Schlehdorf gibt es derzeit einen Aufnahmestopp wegen der Corona-Pandemie. Ob das so bleiben wird, entscheidet sich in Kürze.

Schlehdorf/Kochel am See Alte Menschen aus Großweil und Schlehdorf, aber auch aus Kochel sollten bei der Platzvergabe im neuen Seniorenheim Schlehdorf besonders berücksichtigt werden: Diese Maßgabe war wesentlich bei dem Projekt, wie Stefan Jocher, der Vorsitzende des Zweckverbands Seniorenheim Schlehdorf in der Verbandssitzung am Montagabend sagte. Das sei nun tatsächlich so, versicherte Jocher. Und zwar nicht nur im Haus in Schlehdorf, sondern auch im Seniorenheim im benachbarten Kochel. Träger beider Häuser ist die „Hilfe im Alter“ der Inneren Mission München. Wie Jocher von Einrichtungsleiter Jörg Kahl erfahren hat, leben im Kochler Heim – das während der laufenden Umbauarbeiten aktuell 63 Menschen aufnehmen könnte – derzeit 21 Bewohner, die aus einem der drei Orte stammen. Weitere zehn Bewohner dort hätten Angehörige in einer der drei Loisachgemeinden. In Schlehdorf leben aktuell 47 Senioren. Acht davon stammten aus Schlehdorf oder Großweil.

Wie eine Mitarbeiterin der „Hilfe im Alter“ erläutert, sei die Zahl der ortsansässigen Bewohner deshalb so niedrig, weil die „Hilfe im Alter“ ihre Einrichtung in Grafenaschau an den Kochelsee verlegte und viele Bewohner von dort mit umgezogen seien.

Für 52 Senioren wäre Platz in Schlehdorf, doch gibt es laut Jocher wegen der Corona-Pandemie derzeit einen Aufnahmestopp in den Heimen. Derzeit liefen zwar Verhandlungen zwischen dem Träger und dem Landratsamt, ob neue Bewohner dann einziehen könnten, wenn sie ein negatives Corona-Testergebnis vorlegen könnten. Ein Ergebnis dieser Verhandlungen gebe es aber noch nicht, so der Bürgermeister.

Auch bei den Angestellten sei die Zahl der Ortsansässigen groß: In beiden Häusern arbeiteten 28 Menschen aus Großweil, Kochel oder Schlehdorf. Jocher berichtete, dass beide Einrichtungen „vollkommen frei“ von Corona-Infektionen seien.

Was die archäologischen Ausgrabungen im Vorfeld des Schlehdorfer Neubaus betrifft, so lieg ihm immer noch kein Abschlussbericht vor. Ohne ihn könne beim Landesamt für Denkmalpflege kein Zuwendungsantrag gestellt werden, sagte Jocher. Wie berichtet haben die ausführenden Archäologen bereits versichert, dass es sich bei den Ausgrabungen um das Schlehdorfer Urkloster aus dem 8. Jahrhundert nach Christus handele. Wie Jocher sagte, werde sich der Zweckverband entscheiden müssen, ob er eine Vitrine mit einigen Fundstücken – etwa Münzen – im Seniorenheim aufstellt oder die Funde dem Freistaat zur Verfügung stellt.

Das Klostergut in Schlehdorf blüht buchstäblich auf

Die Gesamtkosten für das Projekt bezifferte der Geschäftsführer des Zweckverbands Martin Gratz auf 8,7 Millionen Euro. Auf 40 Jahre möchte der Zweckverband den aufgenommenen Kredit in Höhe von 8,1 Millionen Euro über die Mieteinnahmen tilgen. Die exakte Miethöhe werde erst noch festgelegt, so Jocher. Jocher rechnet mit 400 Euro monatlich pro Bewohner, die der Träger zu zahlen habe. Derzeit seien es 360 Euro. Ob die „Hilfe im Alter“ die Differenz auf die Bewohner umlegen wird, wisse er nicht.

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