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Endstation kurz vor Schlehdorf: Der Kleinwagen der beiden Urlauber aus dem Raum Braunschweig steckt fest. Im Vordergrund die Reifenspuren mit Erdreich. Rechts der Traktor, der das Auto dann auf die Straße zog. 

Zwischen Schlehdorf und Großweil

Urlauber-Paar verirrt sich mit Auto auf Loipe

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Sie wollten nur zum Spazierengehen an den Kochelsee. Dafür hat ein junges Urlauber-Pärchen aus dem Raum Braunschweig einen vermeintlichen Abkürzer genommen – und mit dem Auto die Schlehdorfer Loipe auf einer Länge von gut zwei Kilometern ramponiert.

Schlehdorf/Großweil – „Nein, das hat noch niemand fertig gebracht.“ Richard Führler ist seit 30 Jahren für die Loipenpflege beim Wintersportverein (WSV) Schlehdorf verantwortlich. Aber so etwas hat er noch nicht erlebt. Er hat richtig laut geschimpft, als er am Samstag das Malheur gesehen hat. Kurz vor Schlehdorf stand ein Kleinwagen mitten auf der Loipe. „Die Räder haben durchgedreht, und es ging weder vorwärts noch rückwärts.“ Führler und der WSV-Vorsitzende Andreas Schnetzer nahmen sich das Paar aus dem Raum Braunschweig zur Brust.

Der Mann und die Frau – laut Führler beide zwischen 25 und 30 Jahre alt – machen derzeit Urlaub in Großweil. Am Samstag war ihnen nach einem Spaziergang am Kochelsee zumute. Deshalb fuhren sie statt auf der Straße auf einem ihrer Meinung nach „schneeverwehten Feldweg“ in Richtung Schlehdorf. Doch der vermeintliche Weg ist die von Richard Führler und dessen Sohn regelmäßig präparierte Loipe. Die ist derzeit vor allem an den schattigen Stellen „bombenfest“.

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Nach gut zwei Kilometern Fahrt mit dem Pkw auf der Langlaufspur war auf einem sonnigen Abschnitt kurz vor Schlehdorf Endstation. Das Auto steckte fest. „Da hätte auch der ADAC nicht mehr helfen können“, sagt Führler. Er hat den beiden seine Meinung gesagt und sie noch auf das kurz vor der Unglücksstelle aufgestellte Schild hingewiesen: Verbot für Hunde und Fußgänger. Führler: „Vielleicht sollten wir noch draufschreiben: Auch für Autos tabu.“

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Ein Schlehdorfer Landwirt, der mit Traktor und Holzrückewagen unterwegs war, hat das Urlauber-Auto schließlich auf die 30 Meter neben der Loipe verlaufende Staatsstraße gezogen. Allerdings mussten die beiden vorher ein Versprechen geben, nämlich dass sie die Loipenkasse des WSV Schlehdorf aufbessern. „Ich habe die beiden selbst zur Bank gefahren, weil sie nicht so viel Bargeld dabei hatten“, sagt Führler.

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Er hat inzwischen mit seinem Sohn und Andreas Schnetzer die ramponierte Loipe ausgebessert und neu gewalzt. „So gute Langlaufbedingungen hatten wir schon lange nicht mehr – wenn nicht gerade ein Auto unterwegs ist.“

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