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Die Wohnungsbaugenossenschaft München will den ehemaligen Wohntrakt (im Bild vorne) von den Missions-Dominikanerinnen kaufen. Klosterkirche und Realschule sind nicht tangiert. Die Ordensfrauen leben seit einiger Zeit in einem neuen Gebäude (im Bild rechts oben).

Vertrag unterzeichnet

Kloster Schlehdorf ist verkauft

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Das Kloster Schlehdorf hat den Besitzer gewechselt: Die Missions-Dominikanerinnen haben das historische Gebäude für 4,2 Millionen Euro an die Wohnungsbaugenossenschaft München veräußert.

SchlehdorfDer 28. November 2019 könnte als wichtiger Tag in die Geschichte von Schlehdorf eingehen, denn an jenem Donnerstag saßen Vertreter der Wohnungsbaugenossenschaft (Wogeno) München und der Missions-Dominikanerinnen beim Notar, um den Verkauf des historischen Klosters unter Dach und Fach zu bringen. Beide Parteien wollten die Vertragsabwicklung noch vor Jahresende durchführen, und man einigte sich auf die Summe von 4,2 Millionen Euro, berichten sowohl die Ordensgemeinschaft als auch die Wogeno auf Nachfrage des Tölzer Kurier. Der Vertrag tritt jedoch erst dann in Kraft, wenn das Landratsamt in Bad Tölz alle von der Wogeno beantragten Änderungen zur weiteren Nutzung des Gebäudes genehmigt. „Wir sind guter Dinge“, sagt Hausleiter Johannes Hochholzer.

Die Wogeno hat für den Kauf die Tochtergesellschaft „Cohaus Kloster Schlehdorf GmbH“ mit Sitz in Schlehdorf gegründet. Geschäftsführer sind Johannes Hochholzer und Peter Schmidt. Nutzen und Lasten des Gebäudes werden zum 1. Januar 2020 an diese Tochtergesellschaft übergehen. Der Eintrag ins Grundbuch erfolgt jedoch erst, wenn die Kreisbehörde alle Anträge der Gesellschaft genehmigt hat.

Wie berichtet, plant die Wogeno eine Umgestaltung und Neuausrichtung des Gebäudes im Inneren. Geplant ist eine „Zonierung“ in die Bereiche Wohnen, Arbeiten und öffentliche Veranstaltungen. Die Wogeno will zum Beispiel Co-Working-Areas anbieten, Wohnen mit gemeinschaftlich genutzten Bereichen sowie das Haus für Seminar- und Bildungsveranstaltungen nutzen. Eine große Herausforderung ist dabei die Modernisierung der Brandschutzauflagen.

Tagung in Schlehdorf: So gelingt neues Leben in alten Klöstern

Die Umgestaltung wurde in zwei Bauabschnitte gegliedert. Der erste Abschnitt umfasst den Ostflügel, der zweite den Westflügel. In der Mitte befindet sich das sogenannte Prälatentreppenhaus, das dem Freistaat Bayern gehört. Auch das möchte die Wogeno kaufen. „Wir wollen noch heuer eine Nutzungsvereinbarung schließen“, sagt Hochholzer. Man sei zuversichtlich, dass man sich 2020 hinsichtlich des Kaufpreises einige.

Die Unterlagen für Bauabschnitt eins liegen gerade im Kreisbauamt. „Wir gehen davon aus, im ersten Quartal eine Rückmeldung zu bekommen“, sagt Hochholzer. Den Antrag für Bauabschnitt zwei werde man 2020 einreichen. „Unser Wunsch ist, dass wir Ende 2020 vor der finalen Genehmigung stehen.“

Das Interesse aus der Bevölkerung, im Kloster leben und arbeiten zu können, sei groß, berichtet Hochholzer. „Wir kriegen hier täglich Anrufe.“ Wie berichtet, werden die Schwesternzimmer zur Privatnutzung zur Verfügung gestellt, so dass man in „Clustern“ mit Gemeinschaftsräumen wohnen kann. Die Wogeno würde die Zimmer gerne ab 1. September 2020 mit unbefristeten Mietverträgen zur Verfügung stellen. Wie man an die Zimmer kommt, soll bei öffentlichen Info-Veranstaltungen erläutert werden, die im Frühjahr stattfinden sollen, erläutert Hochholzer den Plan.

Sowohl die Wogeno als auch die Ordensgemeinschaft blicken optimistisch in die Zukunft. Die Missions-Dominikanerinnen suchten seit fünf Jahren einen Käufer für das historische Gebäude. Seit Juni 2018 unterhält es die Wogeno im Probebetrieb. Schwester Josefa Thusbaß spricht von einer „optimalen Nutzung“. Die Ordensgemeinschaft freue sich über den guten und engen Kontakt- „Wir sind dankbar, einen Käufer gefunden zu haben, der Wert darauf legt, dass es ein offenes und gemeinschaftlich genutztes Gebäude bleibt.“ Nach dem Notarbesuch gab es eine gemeinsame Feierstunde.

Auch die Wogeno legt wert auf ein gutes Verhältnis zur Ordensgemeinschaft, die in einen Neubau gezogen ist. Es gab heuer schon eine Adventsfeier mit den Schwestern, und auch für 2020 seien gemeinsame Veranstaltungen geplant, berichtet Hochholzer.

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