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Sind zum vierten Mal Bayerische Meisterinnen und jubeln: Das Damenteam „Herz is’ Trumpf“ mit (v. li.) Anna-Lena Strobl, Nicole Pfister, Silvana Führler und Patricia Danner vom Wintersportverein Schlehdorf. 

„Herz is‘ Trumpf“ jubelt über den Pokal

Vierter Hornschlitten-Sieg für Schlehdorfer Damenteam: „Einfach unglaublich“

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Jubel in Schlehdorf, Benediktbeuern und Gaißach: Beim 50. Hornschlittenrennen in Garmisch-Partenkirchen landeten drei Teams aus dem Tölzer Land auf den Plätzen eins, zwei und drei.

Schlehdorf/Benediktbeuern/Gaißach– Vier Mal waren sie in dieser Besetzung dabei, und vier Mal haben sie den Titel als Bayerische Meisterinnen im Hornschlittenrennen gewonnen: Der Stolz steht Anna-Lena Strobl, Nicole Pfister, Silvana Führler und Patricia Danner vom Wintersportverein Schlehdorf ins Gesicht geschrieben. „Es ist unglaublich. Wir freuen uns einfach riesig“, sagt Patricia Danner.

Die 29-Jährige Kochlerin, Mutter von zwei kleinen Kindern, ist die Lenkerin und Bremserin auf dem Hornschlitten und trägt damit die größte Verantwortung. Silvana Führler sitzt vorne, Anna-Lena Strobl ist dritte und Nicole Pfister, die Schwester von Patricia Danner, steht hinten drauf. Am vergangenen Sonntag fuhren sie mit einer Geschwindigkeit von rund 50 Stundenkilometern den Hang hinab und schafften damit eine Zeit von 1:44,58. „In den vergangenen Jahren waren wir schon mal zehn, zwanzig Stundenkilometer schneller“, berichtet Danner. Aber der Schnee sei eben jedes Mal anders. „Unser Schlitten ist mit 300 Kilogramm sehr schwer“, sagt die 29-Jährige. „Im Neuschnee saugen sich die Kufen fest.“

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Trotzdem – zum Sieg reichte es locker. Auf die „Beira Lausmadl“ auf Platz zwei (Zeit: 2:06,41) haben die Schlehdorferinnen einen satten Vorsprung. Viel trainiert hatten sie nicht, gerade ein einziges Mal war dafür Zeit. „Glück gehört auch dazu“, sagt Danner und fügt hinzu: „Aber ohne unsere Eltern hätten wir es nicht geschafft.“ Diese hätten den Schlitten hergerichtet „und uns bei allem immer unterstützt“, sagt Danner im Namen des ganzen Teams.

Die Schlehdorferinnen freuen sich, dass die Benediktbeurerinnen auch so gut abgeschnitten haben – schließlich gibt es unter den Teams auch verwandtschaftliche Beziehungen. „Wir haben alle einfach nur gejubelt, als das Ergebnis feststand“, berichtet Kathi Schwabenland von den „Beira Lausmadln“. Auf dem Schlitten saßen noch Marina Sayer, Veronika Wörner und Christine Geiger. Mit Startnummer drei waren sie einige Zeit die Führenden, bis mit Startnummer zehn die Schlehdorferinnen den Hang hinuntersausten und die Top-Zeit der Benediktbeurerinnen unterboten. „Wir hatten überhaupt nicht damit gerechnet, dass wir so gut abschneiden“, berichtet Kathi Schwabenland (18). Aus Benediktbeuern waren heuer fünf Hornschlitten am Start, die „Lausmadl“ und vier Mal die Herren als „Hundbuam“. Das beste Team (Nummer zwei) landete auf Platz zehn. „Das ist immerhin ein Platz besser als im vergangenen Jahr“, sagt Bernd Schöpf und meint: „Aber wir sind sehr stolz auf unsere Damen.“

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Diese wiederum sagen: „Wir hatten tatkräftige Unterstützung durch die Hundsbuam und haben viele Tipps bekommen“, dankt Kathi Schwabenland. Drei Tage lang wurde am Windpässl trainiert. Über das gute Abschneiden freute sich das ganze Dorf: „Wir haben total viele Glückwünsche bekommen und freuen uns sehr.“

Freude herrscht auch in Gaißach: Nur knapp sechs Sekunden fehlten den „Schwarzfahrern“ für den Sieg, aber sie schafften es immerhin auf Platz drei, mit zehn Hundertsel Vorsprung auf die Viertplatzierten. „Das lief hervorragend“, sagt Georg Fischhaber vom Gaißacher Schnablerverein, der mit sechs Schlitten in Garmisch angetreten war. „Die ,Schwarzfahrer‘ krönen die Leistung von uns allen“, sagt Fischhaber über Michael Gilgenreiner, Hannes Stöckner, Klaus Bergmayr und Florian Heinrich. Alle sechs Teams schafften es unter die besten 19, „sogar die zwei ganz jungen und neuen“. Für Fischhaber ist das eine gute Vorbereitung fürs Schnablerrennen (erster Termin: 20. Januar).

Katerstimmung herrscht dagegen bei den Schlehdorfer Herren: Das beste Team II der „Vögelfreunde Oache sticht“ fuhr auf Platz 27. „Warum, das müssen wir erst noch analysieren“, sagt Erich Skrajewski, Zweiter Vorsitzender des Wintersportvereins und Mitfahrer auf Schlittenteam I, das auf Platz 35 landete. Aber Skrajewski gibt sich sportlich: „Die Gaudi ist das Wichtigste.“ Und dass die Damen wieder den Sieg mit nach Schlehdorf brächten, „darauf sind wir alle wahnsinnig stolz“.

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