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Schätzungsweise 30 Millionen Euro wird das Projekt am Ortsrand von Schlehdorf kosten. Die Gemeinde ist jedoch dagegen, dass der Investor zusätzlich noch eine Käserei errichtet und die Bettenzahl für Übernachtungsgäste erhöht.

„Das ist uns eigentlich zu viel“

Whiskey-Destillerie „Schlehwerk“: Vorerst kein grünes Licht

Nach wie vor ist unklar, ob die Getreidemanufaktur mit Whiskey-Destillerie namens „Schlehwerk“ im Schlehdorfer Gewerbegebiet realisiert wird. Der Gemeinderat lehnt neue Pläne des Investors ab.

SchlehdorfAls Christian Heinrich vor rund zwei Jahren sein Projekt erstmals vorstellte, plante der Geschäftsmann aus Iffeldorf einen oberirdischen, dreigeschossigen Bau mit zusätzlich zwei unterirdischen Geschossen. Vorgesehen waren darin unter anderem Laden, Bäckerei, ein Café sowie ein Bistro. Über einen Lichtschacht sollten die Besucher bis hinab in die Produktion schauen können und die Produktion der Biere und hochprozentigen Alkoholika miterleben und die Produkte vor Ort verkosten können. Außerdem waren Seminarräume geplant sowie ein Museum mit historischen Apparaturen zum Bierbrauen und zur Whiskey-Destillation. Eine Dachterrasse, Büros, Zimmer für Übernachtungsgäste und sogar eine Kapelle waren außerdem vorgesehen.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung am Donnerstag stellte der von Christian Heinrich beauftragte Architekt Edgar Wittemann den Räten nun jedoch eine überarbeitete Planung vor. Darin sind die ursprünglichen Pläne zwar nach wie vor enthalten, erläuterte Bürgermeister Stefan Jocher. Aber einiges wurde vergrößert. Zusätzlich wird nun noch eine Käserei geplant. Außerdem soll Platz für 60 Übernachtungsgäste sein. „Das ist uns eigentlich zu viel“, sagte der Bürgermeister.

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Auch die Käserei sehen die Räte kritisch. Bei beidem befürchten sie eine Konkurrenz zu den ortsansässigen Betrieben – und das sei nicht gewünscht, sagte Jocher. „Wir wollen unseren örtlichen Betrieben keine Konkurrenz machen.“

Investor Christian Heinrich (li.) und Architekt Edgar Wittemann bei der Vorstellung ihres Projekts vor zwei Jahren in der Schlehdorfer Bürgerversammlung

Dass das Gebäude in den überarbeiteten Plänen größer und höher werden soll, störe die Gemeinde dagegen „grundsätzlich nicht“. Auch die neuen Pläne für eine fünfstöckige Tiefgarage sieht der Gemeinderat kritisch – etwa wegen dem hohen Grundwasserspiegel. Grundsätzlich habe man dagegen aber keine Einwände. Hier gelte es nur, die umliegende Bebauung vor möglichen Schäden abzusichern, sagte Jocher. Denn die Tiefgarage solle von einer Spezial-Tiefbaufirma 18 Meter tief in den Boden gebaut werden. „Das ist tiefer als der Karpfsee.“

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Das ursprünglich einmal mit rund sechs Millionen Euro veranschlagte Projekt werde von Unternehmer Christian Heinrich selbst mittlerweile mit Gesamtkosten in Höhe von 20 bis 30 Millionen Euro beziffert. „Eher auf 30 Millionen“, sagte Jocher.

Darin enthalten ist übrigens auch der Bau eines Kreisverkehrs an der Einfahrt ins Gewerbegebiet, den sich die Gemeinde schon lange wünscht. Heinrich habe entsprechende Investoren an der Hand, sagte Jocher. Diese wollen aber erst fix zusagen, wenn die Gemeinde den entsprechenden Bebauungsplan abgesegnet hat.

Das wird die Kommune laut Jocher aber erst tun, wenn die künftige Nutzung des Gebäudes geklärt ist. Bis zur nächsten Gemeinderatssitzung soll Heinrich deshalb seine Pläne noch einmal überdenken. Dann werde erneut darüber beraten.

Franziska Seliger

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