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Im Bau: das neue Eingangsgebäude an der Glentleiten mit Gastronomie und Schaubrauerei (hier eine Aufnahme von Ende Juli). Es soll im Frühjahr 2018 eröffnen.

Neue Gastronomie im Freilichtmuseum 

Wirte-Quartett steigt aus Vergabe-Rennen aus

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Das namhafte Wirte-Quartett aus der Region Murnau, das um die neue Museums-Gastronomie an der Glentleiten gebuhlt hatte, wirft hin: Ulrich Weisner, Michael Gilg, Olivier Mayr und Bruno Wallmeier zogen ihre Bewerbung zurück. Grund: Sie können das Konzept nicht umsetzen, das sie für Erfolg versprechend gehalten hatten.

Schlehdorf/Großweil – Wer wird Wirt? Noch im August will der Bezirk Oberbayern eine Antwort auf die Frage liefern. Der Träger des Freilichtmuseums Glentleiten vergibt die große Gastronomie mit mehreren hundert Plätzen und Schaubrauerei, die in dem viele Millionen Euro teuren Eingangsgebäude untergebracht ist, das derzeit in oberhalb von Großweil entsteht.

Klar ist: Der Kreis der Kandidaten schrumpft. Die drei Staffelsee-Wirte Ulrich Weisner (Auszeit, Murnau), Michael Gilg (Griesbräu, Murnau) und Bruno Wallmeier (Stern, Seehausen), die sich mit Olivier Mayr (Kreut-Alm bei Großweil) als Pächter beworben hatten und an der Glentleiten gemeinsame Sache machen wollten, sind aus dem Vergabe-Rennen ausgestiegen. Das erklärte Auszeit-Inhaber Ulrich Weisner gestern im Gespräch mit der Heimatzeitung.

Man habe ein anderes Konzept verfolgt als der Bezirk, der aus Kostengründen nicht zu Umplanungen beziehungsweise Umbauten bereit sei, sagt Weisner. „Wir wollten ein großes Selbstbedienungs-Restaurant. Der Bezirk aber möchte ein reines À-la-carte-Geschäft.“ Und das ist in den Augen der Bewerber-Gemeinschaft „nicht umsetzbar“. Die erfahrenen Wirte glauben, dass dann die Ausgaben komplett aus dem Ruder laufen würden: „Personal und Personalkosten waren der Knackpunkt“, sagt Weisner. Denn der künftige Glentleiten-Gastronom muss in seinen Augen mit vielen Schwankungen beim Publikumsverkehr rechnen. An einem schönen Samstag, also bei vollem Haus, brauche er, wenn mit Bedienung gearbeitet werde, 20 Leute; regne es eine Woche später, reichen 7. Weisners Meinung: „Mit Voll-à-la-carte-Restaurant ist die Sache ein Himmelfahrtskommando. Das Risiko ist viel zu groß.“ Zumal das Quartett noch rund 250 000 Euro aus eigener Tasche hätte investieren müssen, so Weisner; beim Pachtvertrag war eine Laufzeit von vier Jahren im Gespräch.

Dazu kommt: Der künftige Betreiber hat mit eingeschränkten Öffnungszeiten und einem Saisonbetrieb, immer orientiert am Museum, zu wirtschaften und muss ausreichend Personal finden. Weisner, der die Branche nach 23 Jahren in der Selbständigkeit gut kennt, könnte sich hier nur eine Spezial-Konstellation vorstellen. Zum Beispiel, dass ein Skihütten-Betreiber mit seinen Mitarbeitern im Sommer die Glentleiten-Gaststätte stemmt. „Aber das geht nicht, wenn wir das nebenbei mit unseren Betrieben machen.“ Geplant war, dass Weisner und Wallmeier die Gastronomie übernehmen. An Gilg wäre die Schaubrauerei gegangen, und Mayr wäre im Hintergrund aktiv gewesen.

Der Kreut-Alm-Wirt hatte sich aus Angst vor Existenz bedrohender Konkurrenz lange Zeit mit Händen und Füßen gegen das große Projekt gewehrt, das nur einen Steinwurf von seinem Lokal entfernt entsteht. Der Streit war mit einem Kompromiss beigelegt worden, der negative Auswirkungen auf die Kreut-Alm in Grenzen halten soll (wir berichteten). Mayr hatte zuletzt betont: „Wenn ich dabei bin, kann man anders arbeiten – denn der einzige Kläger wäre ich.“ Er dürfte zum Kreis derer gehören, die gespannt der Entscheidung harren. Der Antwort auf die Frage: Wer wird Wirt?

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