Auf diesem Areal in Schlehdorf soll die Getreidemanufaktur mit Whiskey-Destillerie entstehen.
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Auf diesem Areal in Schlehdorf soll die Getreidemanufaktur mit Whiskey-Destillerie entstehen.

Getreidemanufaktur mit Whiskey-Destillerie soll in Schlehdorf entstehen

„Schlehwerk“: So soll das Projekt umgeplant werden

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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Schlehdorf – Mehrere Jahre feilt der Iffeldorfer Christian Heinrich nun schon an seinen Plänen für eine Getreidemanufaktur mit Whiskey-Destillerie in Schlehdorf – und wird das auch weiterhin tun müssen. Denn dem Gemeinderat gefallen seine aktuellen Pläne für das „Schlehwerk“ nicht.

Christian Heinrich hatte seine Pläne für eine Getreidemanufaktur mit Whiskey-Destillerie im kleinen Klosterort erstmals im Herbst 2016 öffentlich vorgestellt. Doch nach zahlreicher Kritik unter anderem seitens der Gemeinde, die befürchtet hatte, die Manufaktur mit Laden, Café, Bistro und Bäckerei könnte die Existenz ortsansässiger Betrieb gefährden, hatte Heinrich seine ursprünglichen Pläne über den Haufen geworfen. Nun sollte das geplante Bauwerk mit Brauerei und Destillerie deutlich kleiner realisiert werden und die angedachte Tiefgarage ganz wegfallen.

Auch am Konzept wollte Heinrich nachjustieren und beispielsweise die Übernachtungsmöglichkeiten für Gäste ganz streichen. Das gastronomische Angebot wollte er verkleinern. In der jüngsten Gemeinderatssitzung hatten die Räte nun über den Vorbescheidsantrag zu dieser überarbeiteten Planung zu befinden. Diese sieht ein dreigeschossiges Bauwerk mit Unter- und Erdgeschoss sowie einem ersten Obergeschoss vor, wie Heinrich auf Nachfrage erläuterte. Rechts neben dem Gebäude sei eine Parkebene geplant, aber keine herkömmliche Tiefgarage. Insgesamt sollen etwa 58 Stellplätze entstehen.

Kritik an Größe der geplanten Gastronomie

Bei diesem neuen Entwurf störten sich die Räte weniger daran, dass Baugrenzen überschritten werden. Vielmehr kritisierten sie die Größe der geplanten Gastronomie. In ihr sehen sie eine klare Konkurrenz zu ortsansässigen Betrieben. Groß sind ihre Befürchtungen vor allem bezüglich des Schlehdorfer Dorfladens. Seinen Fortbestand sehen sie durch die geplante Gastronomie im Gewerbegebiet eindeutig gefährdet.

Erich Skrajewski kritisierte etwa, in der aktuellen Planung nehme die Gastronomie deutlich mehr Raum ein als die Produktion. Im ursprünglichen Planentwurf sei das noch umgekehrt gewesen, so Skrajewski. Damals habe Heinrich nur Räumlichkeiten zur Verprobung seiner Getreide- und Whiskey-Produkte geplant gehabt.

Nächtliche Ruhestörung befürchtet

Wie Heinrich erläuterte, solle die Gastronomie eine Fläche von rund 200 Quadratmetern plus Küche umfassen. Die Produktionsräume sollen etwa 600 Quadratmeter einnehmen.

Generell wurde in der Diskussion unter den Gemeinderäten deutlich, dass sie keinen Gastronomiebetrieb in dem Gebiet „An der Breiten“ wünschen, denn: „Es ist ein Gewerbegebiet“, betonte Bürgermeister Stefan Jocher. Zudem befürchten er und der Gemeinderat nächtliche Ruhestörungen durch abendliche Gäste. Um den Bestand der örtlichen Betriebe zu sichern, pochen die Räte auf einen städtebaulichen Vertrag zur Sortimentsbeschränkung. Ihr gemeindliches Einvernehmen zum Antrag auf Vorbescheid erteilten sie deshalb nicht. Dieser Beschluss fiel einstimmig. Vor der Einreichung einer erneuten Planung müsse der städtebauliche Vertrag unterzeichnet vorgelegt werden, betonten die Räte. Den gastronomischen Teil müsse Heinrich dabei „deutlich“ reduzieren und die Produktionsfläche im Verhältnis deutlich erhöhen.

Christian Heinrich will Prpjekt weiterverfolgen

Da er am Montag noch nichts von diesem Beschluss des Gemeinderats wusste, wollte sich Heinrich dazu nicht näher äußern. Er versicherte jedoch, er werde sein Projekt grundsätzlich weiterverfolgen.

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