Im Schlepper-Konvoi nach Berchtesgaden: Die Milchbauern (v. li.) Hubert März, Hans Falter, Kaspar Walleitner, Hans Hainz und Hans Müller. Foto: mk

Mit dem Schlepper nach Berchtesgaden

Bad Tölz.-Wolfratshausen - Geraume Zeit verhielt sich der Kreisverband des Bundes Deutscher Milchviehhalter (BDM) recht ruhig, jetzt startet er wieder eine Aktion:

Am kommenden Freitag, 12. April, wollen sich Bauern aus dem Landkreis an einer Schlepperdemonstration anlässlich der deutschen Agrarministerkonferenz in Berchtesgaden beteiligen.

„Das Hauptbetätigungsfeld des BDM ist inzwischen die Einflussnahme auf politischer Ebene“, erklärt der Kreisvorsitzende Hans Falter. Der BDM-Vorschlag des Lieferverzichts gegen Entschädigung ist mittlerweile vom Europaparlament abgesegnet worden. „Aber es gibt halt Gegner, die diese Überproduktions-Bremse noch verhindern wollen“, so Kreisbeirat Hans Hainz. Da jetzt die Agrarminister in nicht allzu großer Entfernung tagen, wolle man sich wieder öffentlich zeigen und auf die Probleme der milcherzeugenden Familienbetriebe aufmerksam machen.

Hintergrund der Demonstration sei ein wissenschaftliches Gutachten, sagt Hainz. Es verdeutliche die Kluft zwischen den realen Milcherzeugerkosten - im bundesweiten Durchschnitt aktuell rund 50 Cent pro Kilogramm Milch - und dem tatsächlichen Produkterlös - durchschnittlich derzeit nur 33 Cent. Die am heutigen Mittwoch beginnende Agrarministerkonferenz in Berchtesgaden sei eine wichtige Station für die zukünftige Gestaltung der gemeinsamen Marktordnung und der gemeinsamen Agrarpolitik. „Was dort besprochen und beschlossen wird, bestimmt über unsere Zukunft.“

Die Zukunft der Familienbetriebe sieht Kaspar Walleitner, Bauer in Tattenkofen, in Gefahr: „Wie soll das mit der nächsten Generation weitergehen, wenn nichts verdient ist?“ Hainz vermisst bei der Ausbildung der jungen Landwirte einen bedeutenden Wissenszweig: „Die kaufmännische Ausbildung fehlt. Dabei sollte jeder Unternehmer wissen, wie er seine Produkte am besten und gewinnbringend vermarkten kann. Aber das ist bei der Landwirtschaft ja nicht gewollt, uns werden die Preise einfach übergestülpt.“

Um ihren Forderungen und Anliegen Nachdruck zu verleihen, werden in Berchtesgaden Landwirte aus ganz Deutschland und aus benachbarten Ländern erwartet. „Wir hoffen, dass sich auch eine Anzahl von Bauern aus unserem Kreisverband auf den Weg macht. Es müssen ja nicht alle mit einem Schlepper unterwegs sein - man kann auch beim gewohnten Pkw bleiben und Fahrgemeinschaften bilden.

(rb)

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