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Montessori-Schüler spannen von der Stadt Bad Tölz aus Fäden durch Europa zu den Todes-Orten der Gefallenen.

Stadtmuseum 

Schüler gestalten Ausstellung über Bad Tölz und den Ersten Weltkrieg

Sie haben dem Ersten Weltkrieg, der vor 100 Jahren zu Ende ging, ein menschliches Gesicht verliehen. Kinder und Jugendliche der Tölzer Montessorischule haben für eine ungewöhnliche Ausstellung jetzt mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zusammengearbeitet.

Bad Tölz – Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge: Der Name des Vereins, der sich für Frieden und Versöhnung einsetzt, klingt für einige vielleicht sperrig und etwas angestaubt. Nichts dergleichen ist jedoch das Projekt, das der Volksbund zusammen mit der Tölzer Montessorischule von Dienstag, 5., bis Freitag, 15. Juni, im Tölzer Stadtmuseum präsentiert. Die Schüler und der gemeinnützige Verein stellten gemeinsam eine Ausstellung zum ersten Weltkrieg auf die Beine.

Im Stadtmuseum bekommen einige der 173 Gefallenen aus Bad Tölz ein Gesicht. „Wir wollen Geschichte plastisch machen“, sagt Florian Völler. Völler, Volksbund-Kreisbeauftragter, und Anja Lento, Lehrerin an der Montessorischule, erarbeiteten mit 20 Schülern die Ausstellung mit dem Namen „Vergeben. Nicht vergessen. Frieden leben. – 100 Jahre Ende I. Weltkrieg im Tölzer Land“. Die Gemeinschaftsausstellung besteht aus der Wanderausstellung des Volksbunds „14-18 Mitten in Europa“ und einer Regionalausstellung für Bad Tölz, welche die Schüler mit Lento und Völler erarbeiteten. Weil sich das Ende des 1. Weltkriegs zum 100. Mal jährt, wollen Volksbund und Schüler die Erinnerung daran wach halten, damit sich so etwas nicht wiederholt.

Der Volksbund betrachtet sich selbst als „größte Friedensorganisation in der Bundesrepublik“, so Völler. „Kriegsverherrlichung ist uns fremd. Wir wollen abschrecken, aufwecken und Interesse wecken.“

Die Ausstellung erzählt von Schicksalen der Soldaten und ihrer Familien. Feldpost, persönliche Dokumente und Fotos dokumentieren den Krieg – an der Front und in der Heimat. Den Schülern ging ein Thema besonders nahe. „Dass die Familien nicht wussten, wie es den Verwandten oder Freunden an der Front ging oder ob sie noch lebten“, sagt Lehrerin Anja Lento. Denn die Informationslage sei damals sehr unzuverlässig gewesen. Die 34-Jährige findet es wichtig, diese historischen Umstände nicht zu vergessen und dankbar zu sein, selbst nie derlei erlebt zu haben. Die Schicksale der Ausstellung berühren. „Das Brüderpaar, das am selben Tag im selben Regiment gefallen ist, hat die Schüler beispielsweise sehr mitgenommen“, sagt Lento.

Ängste oder Beschwerden von den Eltern wegen der Thematik gab es keine. „Die wissen, dass die Schüler bei uns mit solchen Dingen nicht alleine gelassen werden“, so Lento. Völler arbeitete bewusst mit der Montessorischule zusammen. „Ich wollte den kreativen Ansatz der Schule bei dem Projekt integrieren“, sagt Völler. Die Schüler seien zwischen 12 und 15 und damit recht jung für ein derartiges Projekt. „So etwas ist eigentlich etwas für Oberstufen.“ Zwei der Kinder hätten im Laufe des Projekts aber sogar die schwer lesbare Sütterlin-Schrift gelernt.

Völler und Lento haben einen hohen Qualitätsanspruch an sich und das Projekt und steckten mit den Schülern viel Arbeit hinein. „Wir hatten sehr viele intensive Arbeits- und Recherchestunden“, sagt Florian Völler. Auch die ein oder andere Nachtschicht haben die beiden hinter sich. Landesbildungsreferent Maximilian Fügen begleitete das Projekt zudem wissenschaftlich.

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