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Schranke kaputt: Zug muss hupen

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Weil ein Autofahrer beim Abbiegen einen schweren Traktor übersehen hatte, fuhr dieser über die Motorhaube des Golfs und rammte anschließend die Bahnschranke. Foto: privat

Bichl - Bei einem schweren Verkehrsunfall am Donnerstagabend ist die Schranke am Bahnübergang an der B11 in Bichl zerstört worden.

Bis Freitagnachmittag war der Übergang nicht gesichert – der Zug musste anhalten und hupen.

„Dass hier kein Unfall mit dem Zug passiert ist, ist ein Glücksfall“, sagt Wolfgang Schmidt von der Kochler Polizei. Denn von Donnerstag, 17 Uhr, bis Freitag, 15 Uhr, war der vielbefahrene Bahnübergang an der B 11 nur mit Andreaskreuzen gesichert. Jeder Zug musste sich der Stelle langsam nähern, stehenbleiben und hupen, um sie dann zu passieren. Das sorgte bei Autofahrern für Verwirrung und Schrecksekunden. Denn auch das rote Warnblinklicht, das auf einen kommenden Zug hinweist, war ausgefallen.

Was war passiert? Am Donnerstagabend hatte es an der Einmündung zur Straße Richtung Kloster Benediktbeuern einen schweren Unfall gegeben. Wie die Polizei berichtet, wollte ein Benediktbeurer (79) nach links in die B 11 abbiegen und übersah dabei einen von links kommenden schweren Traktor eines Bichler Forstunternehmers. Beim Zusammenstoß überrollte das 400 PS starke Gefährt die Motorhaube des Autos, geriet ins Schleudern und prallte gegen die Schranke. Der Fahrer, ein 52-jähriger Tölzer, und der Unfallverursacher blieben unverletzt. „Es war riesiges Glück, dass das Gefährt nicht umgekippt ist“, sagt der Bichler Unternehmer. An dem wuchtigen Traktor seien drei Reifen und die Vorderachse kaputt, die Reparaturkosten schätzt er auf 30 000 Euro. An dem Auto entstand Totalschaden in Höhe von zirka 10 000 Euro.

Zwar eilte noch am Unfallabend ein Techniker der Bahn nach Bichl: Doch die Schranke war nicht mehr zu reparieren. In Folge dessen war der Übergang 22 Stunden lang nicht gesichert. Erst am Freitagnachmittag rückten sogenannte Bahnübergangsposten an. Sie versperrten den Übergang mit rot-weißen Bändern, wenn ein Zug kommt. Laut Bahn stand das Personal vorher nicht zur Verfügung.

Die Bahn hat einen neuen Schrankenantrieb (Kosten: 20 000 Euro) bestellt, der bis Mitte nächster Woche eingebaut werden soll. (müh)

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