Klage gegen Veränderungssperre

Was tut sich in Sachen Lenggrieser Kaserne?

Lenggries - Während es in der Öffentlichkeit still geworden ist, um die Zukunft der Lenggrieser Kaserne, ist hinter den Kulissen einiges am Laufen.

Lenggries - Eigentlich sollte die Öffentlichkeitsbeteiligung für den Bebauungsplan „grüne Wiese“ schon vergangene Woche abgeschlossen werden. „Aber einige Stellen - beispielsweise das Landesamt für Denkmalpflege - haben um Fristverlängerung gebeten“, sagt Bürgermeister Werner Weindl auf Anfrage. Im Prinzip hätten bislang nur Fachbehörden Anmerkungen eingereicht: „Es war kein einziger Bürger dabei.“

Eingegangen ist aber auch ein Stellungnahme des Anwalts von Peter Wasner, Chef der Luitpolderhöfe GmbH, die einen Teil des Areals erworben hat. „Wir werden nun alle Stellungnahmen prüfen und abwägen“, sagt Weindl. „Allerfrühestens im Dezember“ sei mit einer Behandlung im Gemeinderat zu rechnen.

Der Tenor von Wasners Stellungnahme dürfte klar sein: Der Münchner Bauunternehmer ist verständlicherweise wenig angetan von der Forderung der Gemeinde, alle alten Kasernengebäude zu beseitigen und aus dem Areal ökologische Ausgleichsflächen zu machen. Das heißt: Abreißen würde Wasner schon ganz gerne das eine oder andere, wie er bei einem Rundgang über das Gelände erzählt: Beispielsweise den Bau, in dem die EDV-Abteilung untergebracht war oder die Reservistenstuben. Auch die Unteroffiziers-Unterkünfte stehen auf Wasners Abrissliste. Allerdings will er dafür auch etwas bauen: zehn Einfamilienhäuser - vorerst. „Diese zehn Häuser haben bei Weitem nicht die Fläche, die wir durch den Abriss beseitigen würden“, sagt Wasner.

Er ist anders als die Gemeinde der festen Überzeugung, dass ein Teil des Areals Innenbereich ist. Er verweist auf die angrenzend stehenden Einfamilienhäuser. „Die Unteroffiziersheime, die außerhalb der militärischen Umzäunung stehen, sind außerdem auch nichts anderes als Geschosswohnungsbau.“

Und dann ist da direkt daneben noch das Jägerhäusl, das Wasner gerade herrichtet. „Für das gibt es eine eigene Baugenehmigung als Landhaus aus dem Jahr 1934. Es hat eine eigene Flurnummer und ist bis auf wenige Jahre immer privat genutzt worden“, sagt Wasner. Auch Landratsamt und Regierung von Oberbayern würden die Auffassung vertreten, dass dieser Teil des Areals zum Innenbereich gehört.

Dass die Gemeinde trotzdem an ihrer strikten Linie festhält, empfindet Wasner schon fast als „böswillig - fahrlässig ist es auf alle Fälle“. Und würde im Zuge eines Gerichtsverfahrens festgestellt, dass der Bebauungsplan rechtswidrig ist, „könnte das auch auf Schadensersatz hinauslaufen“, sagt Wasner. Rund 300 000 Euro koste ihn die Liegenschaft im Moment pro Jahr. „Darin enthalten sind entgangene Gewinne und Aufwendungen für den Hausmeister oder auch die Heizung“, erklärt er. Nach wie vor sei er für eine einvernehmliche Lösung aufgeschlossen. Komme die nicht zustande, wird er klagen.

Eine Normenkontrollklage eingereicht hat bereits der zweite Käufer - die Projektgesellschaft Arcavest. Diese Klage richtet sich gegen die Veränderungssperre, die der Gemeinderat für das gesamte Areal erlassen hat. „Es liegt aber noch keine Begründung vor. Die müssen wir erst einmal abwarten“, sagt Weindl.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Tölzer Adventssingen: Den Weg in Ohren und Herzen gefunden
Es war wie immer stimmungsvoll, das Adventssingen im Tölzer Kurhaus. Der Saal war voll besetzt.
Tölzer Adventssingen: Den Weg in Ohren und Herzen gefunden
Tölz Live: Herzen für die Tölzer Feuerwehr
Kleiner Blechschaden da, großer Stau dort, eine Gewitterfront zieht an, ein tolles Konzert startet in Kürze. Hier gibt‘s unseren Newsblog direkt aus der Redaktion.
Tölz Live: Herzen für die Tölzer Feuerwehr
Nach Unfallflucht: Wer fuhr den weißen Sprinter?
Rund 13 000 Euro Schaden entstand am Montag bei einem Unfall in Bad Heilbrunn. Der Verursacher ist flüchtig.
Nach Unfallflucht: Wer fuhr den weißen Sprinter?
Tölzer Landratsamt braucht mehr Platz: Teilausbau des Dachgeschosses
Dem Tölzer Landratsamt geht der Platz aus: Jetzt soll ein Teil des Dachgeschosses ausgebaut werden - für rund 765.000 Euro.
Tölzer Landratsamt braucht mehr Platz: Teilausbau des Dachgeschosses

Kommentare