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Kochler Besuchsdienst (v. li.): Franziska Wustmann, Angelika Schöppner und Evi Winklmann. Sie lesen bei Besuchen auf Wunsch aus Büchern oder der Zeitung vor.

Kochler Besuchsdienst 

Sie nehmen sich Zeit für Senioren

Für Menschen da sein, die einsam sind oder krank. Mit ihnen reden, spazieren gehen und kleine Besorgungen erledigen: Das haben sich die ehrenamtlichen Helfer des Senioren-Besuchsdienstes in Kochel zur Aufgabe gemacht. Nun brauchen die Helfer selbst Hilfe.

Kochel am See – Drei Jahre ist es nun her, dass Franziska Wustmann als Mitglied des Pfarrgemeinderats St. Michael die Idee zu diesem Senioren-Besuchsdienst hatte. „Damals habe ich nach einer sinnvollen Aufgabe gesucht“, erinnert sich die 66-Jährige. Ihre Kinder waren längst aus dem Haus, sie selbst hatte Zeit, die sie mit etwas Gutem füllen wollte. Schnell fand die Kochlerin in Angelika Schöppner und Evi Winklmann zwei Mitstreiterinnen, mit denen zusammen sie den Besuchsdienst auf die Beine stellte.

Aktuell besteht dieser aus sieben Ehrenamtlichen, die neun Menschen im Kochler Ortsgebiet regelmäßig besuchen. „Die Menschen freuen sich sehr. Es kommt viel zurück“, sagt Wustmann. Sie und die anderen Ehrenamtlichen wollen Menschen, die einsam sind oder aus Krankheitsgründen nur selten ihr Zuhause oder das Seniorenheim verlassen können, etwas gemeinsame Zeit schenken: zum Reden und Zuhören, zum Spazieren gehen oder Vorlesen. Was bei den regelmäßigen Besuchen genau gemacht wird, hänge von den Bedürfnissen und Wünschen des Einzelnen ab, betont Wustmann.

Auch die Besuchszeiten richteten sich danach „was die Menschen wünschen“. Durchschnittlich besuche ein Ehrenamtlicher alle ein bis zwei Wochen seinen Schützling für ein bis zwei Stunden. Außerdem helfen die Ehrenamtliche bei kleinen Besorgungen oder bei der Vermittlung von Haushaltshilfen und stehen bei Fragen des täglichen Lebens mit Rat und Tat zur Seite.

Mehrmals im Jahr werden über den Pfarrgemeinderat auch Senioren-Nachmittage, Vorträge und Ausflüge organisiert. Wustmann ist davon überzeugt, dass es im Ortsgebiet von Kochel noch viele Menschen gibt, die sich über Besuche freuen würden – sich aber scheuen, ihre Einsamkeit offen einzugestehen. Dabei unterliegen die Helfer der Schweigepflicht. Wustmann setzt hier auf Angehörige oder aufmerksame Nachbarn, die den Besuchsdienst einschalten. Um aber künftig noch mehr Menschen ein paar schöne Stunden in Gesellschaft zu schenken, bräuchte der Senioren-Besuchsdienst dringend mehr ehrenamtliche Helfer. „Es wäre schön, wenn sich auch jüngere Leute dafür begeistern könnten“, findet Wustmann. Und was muss ein Helfer mitbringen? „Freude an dieser Tätigkeit und Geduld“, sagt Wustmann – und ein bisschen Zeit.

Kontakt: Wer sich für das Ehrenamt interessiert oder selbst besucht werden möchte, kann sich unter Telefon 08851/5629 bei Franziska Wustmann informieren.

Franziska Seliger

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