Computer-Experten: Das „8 Weltwunder“-Team (v. li.) Alexander Varro, Davide Lorefice, Fabian Frank und Andreas Kempf.

„8 Weltwunder“ aus Bad Tölz

Bad Tölz - Software-Lösungen, Homepages, Handy-Apps – längst ist die digitalisierte Welt ein großer Markt in Deutschland. Besonders etabliert auf diesem Gebiet hat sich dabei ein Unternehmen aus Bad Tölz: „8 Weltwunder“. Der Energieriese Eon ist bundesweit nur einer der Kunden des erfolgreichen Teams.

Was haben die Bundeswehr, der TÜV Rheinland und der Energiekonzern Eon gemeinsam? Sie alle setzen auf das Know-How des jungen Tölzer Software-Unternehmens „8 Weltwunder“. Jung bezieht sich dabei auf das Alter der drei Gründer: Fabian Frank (23), Alexander Varro (24) und Davide Lorefice (24). Das Team von „8 Weltwunder“ entwickelt intuitive, das bedeutet leicht bedienbare Smartphone-Anwendungen, programmiert und designt Webseiten und ist auch beratend aktiv.

Eines ihrer Produkte erfreute sich bereits im Ausland großer Beliebtheit: Der „Wiesn-Guide“ war mit 40 000 Downloads die am häufigsten heruntergeladene Oktoberfest-App 2014. Neben den Standorten und Preislisten der jeweiligen Zelte bietet es ausländischen Nutzern einen Übersetzer ins Bairische – damit auch Italiener und Amerikaner das „hoibe Hendl“ im Landesdialekt bestellen können. Neben eigenen Produkten bieten die drei ihre Dienstleistungen auch für Dritte an, beispielsweise bei der Gestaltung der neuen Handy-App von Stromanbieter Eon.

Studiert hat bei „8 Weltwunder“ niemand. Varro ist ausgebildeter Mediendesigner, seinen Schulabschluss machte er an der Tölzer Realschule. Frank, gelernter Fachinformatiker für Anwendungstechnik, ist der Programmierer des Unternehmens: „Alex sagt mir, wie er sich das Ganze vorstellt, und ich setze es dann um“, erklärt Frank.

Kennengelernt haben sich die beiden bereits in der Schule. Die Firmengründung folgte 2011: Als Varro zu Besuch bei Frank war, der schon als 15-Jähriger gewerbsmäßig Internetseiten programmierte, fiel ihm etwas auf: „Ich sagte damals zu Fabian, dass sein Design einfach schlecht ist. Programmieren konnte er gut, nur am Aussehen fehlte es noch“, erinnert sich Varro. Prompt kam die Antwort: „Gut, dann tun wir uns eben zusammen.“ Abgerundet wird das Team von Fotograf Lorefice. „Mithilfe seiner professionellen Fotografien soll die Optik aufgewertet werden“, erläutert Frank. Sowohl beruflich als auch privat sind die Tölzer ein gutes Team: „Wir unternehmen auch außerhalb der Arbeit viel miteinander und sind gute Freunde“, sagt Lorefice.

Aber was macht die Arbeiten der Tölzer aus, dass große Unternehmen ihre Software-Lösungen aus der Kurstadt beziehen? Einerseits liege das an den guten Kontakten, die man bei „8 Weltwunder“ pflege. Des Weiteren bemühe sich das Team um ein immer weiter wachsendes Know-How: „Heutzutage entwickeln sich die Technologien kontinuierlich, beinahe täglich,“ erklärt Frank. „Wir legen großen Wert darauf, immer mit dem Neuesten auf unserem Gebiet zu arbeiten. Das verpassen viele Konkurrenten.“

Das gute Zusammenspiel von Fotograf, Designer und Programmierer sei mit einer der Gründe für ihren Erfolg. „Wir können uns gut in den Kunden hineinversetzen und gehen auf seine Wünsche ein. Dann machen wir eigene Vorschläge und runden damit das Ergebnis ab“, sagt Varro.

Auch Kleinbetriebe aus der Region setzen auf die Arbeit der Tölzer: Für eine Schreinerei aus Reichersbeuern entwarf das Trio die neue Internetseite, samt professioneller Fotografien. „Dabei ist Internetseite, nicht gleich Internetseite. Davon kann sich jeder selbst ein Bild machen“, sagt Lorefice.

Der Name „8 Weltwunder“ soll auf die immer weiter voranschreitende Digitalisierung der Welt verweisen. Die jungen Tölzer sind überzeugt: Nichts habe die Welt in den letzten Jahrzehnten so beeinflusst wie das Internet und die Computertechnologien. Maximilian Liegl

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