Aufgewühlter See: Auch die Wasserwacht Walchensee hatte es bei den Einsätzen am Freitag nicht leicht.
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Aufgewühlter See: Auch die Wasserwacht Walchensee hatte es bei den Einsätzen am Freitag nicht leicht.

Wasserwacht

Starker Sturm am Walchensee: Mehrere Fischer in Seenot

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Ein plötzlich aufkommender Sturm hat einigen Fischern auf dem Walchensee am Freitag erhebliche Probleme bereitet. Auch für die Wasserwacht waren die Einsätze nicht leicht.

Walchensee - „Es war ein extrem böiger Wind. Die Wellen waren bis zu eineinhalb Meter hoch“, berichtet Lisa Grünwald von der Wasserwacht Walchensee. Mehrere Fischer gerieten in Seenot. Zuerst setzte ein Garmischer (53) den Notruf ab.

Der laut Wasserwacht erfahrene und gut ausgerüstete Fischer konnte sich noch aus eigener Kraft auf die unter Naturschutz stehende Insel Sassau retten, dann entriss ihm der Wind das Boot. Auch die Wasserwacht, berichtet Grünwald, habe es nicht leicht gehabt, zu der Insel zu kommen. „Der See war sehr aufgewühlt.“ Die vier Ehrenamtlichen holten den Mann, der unverletzt geblieben war, ins Rettungsboot. Das Kajak des Fischers konnten sie aufgreifen und ebenfalls ans Ufer nach Niedernach bringen.

Vier Fischer unterkühlt

Auf der Rückfahrt zur Rettungsstation kam gegen 18.40 Uhr der nächste Notruf: Vier Fischer, unterwegs in zwei Booten, brauchten Hilfe. Hier war die Situation dramatischer, weil die Ruderboote schon vollgelaufen und manövrierunfähig waren, berichtet Grünwald. Es handelte sich um Familienmitglieder im Alter von 25 bis 59 Jahren, wohnhaft im Raum Augsburg und München. „Sie sagten, sie hätten die Vorwarnung zum Sturm am Ufer nicht blinken sehen“, berichtet Grünwald. Eine Bootsbesatzung hatte sich ebenfalls auf Insel Sassau treiben lassen, die andere trieb hilflos im See. Bei Regen und starken Wellen wurden alle vier Personen ins Rettungsboot der Wasserwacht aufgenommen. Die Fischer waren unterkühlt und wurden von den Helfer versorgt. Die Heimfahrt konnten sie dann jedoch selbstständig antreten. Der Einsatz dauerte rund zwei Stunden. Wegen der Wetterlage wurden die Boote erst am Samstag von der Wasserwacht eingeholt.

Übung mit dem Hubschrauber

Kurz zuvor war das Wetter so ruhig, dass eine geplante Hubschrauber-Übung mit dem ADAC-Luftrettungsteam durchgeführt wurde. Geübt wurde, wie man Patienten vom Wasser aus in den Hubschrauber aufnimmt. „Alles klappte reibungslos“, berichtet Grünwald.

Am Samstagnachmittag kümmerten sich Taucher der Wasserwacht Tölz – sie betreibt die Rettungsstation in Niedernach – zusammen mit den Walchenseern um die Reparatur einer gut 20 Meter tiefen Bojenkette im See. Sie war porös und musste ausgetauscht werden, berichtet Grünwald.  

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