Start in ein Leben ohne Verletzungen

Reichersbeuern - Die Ski-Rennläuferin des SC Reichersbeuern, Marianne Mair, beendet ihre Karriere nach dem fünften Kreuzbandriss: „Die Gesundheit geht vor. Aber ich werde immer Sportler bleiben.“

Sie liebt den Sport. Früher hat Marianne Mair leidenschaftlich gern Fußball gespielt, war beim Klettern, Bergwandern, Fahrradfahren - und natürlich Skifahren. „Ich war schon immer Sportler und werde es immer bleiben.“ Doch genau das ist der Grund dafür, dass die Ski-Rennläuferin vom SC Reichersbeuern nach fünf Kreuzbandrissen in fünf Jahren einen Schlussstrich unter dem alpinen Rennlauf zieht: Die 21-jährige Slalom-Spezialistin beendet ihre Karriere. „Die Gesundheit geht vor, ich möchte auch später Sport machen können und nicht mit 30 nur noch Probleme haben.“

Es war beileibe keine leichte Entscheidung. Im Gegenteil. Mair hat lange überlegt. Die Argumente hin und her gewendet. Viele Meinungen gehört. Mehrfach medizinische Ratschläge eingeholt. „Es gibt Schöneres, als etwas zu beenden, was man sein Leben lang gemacht hat“, sagt die Waakirchnerin. „Wenn ich die Garantie hätte, dass nichts mehr passiert, würde ich weiterfahren“, versichert sie. „Aber die habe ich nicht.“

Nach dem fünften Rückschlag Anfang des Jahres beim Training auf der Reiteralm musste sie erneut von vorne anfangen. „Ich hätte wieder ein Jahr fast ohne Rennpraxis aufzuholen.“ Und wieder müsste sie ein deutlich größeres Trainings-Pensum als ihre Kolleginnen leisten - wie nach jedem ihrer Kreuzbandrisse. Aber es werde nicht gerade einfacher, sich an die Spitze zurückzuarbeiten“, räumt Mair ein. „Die jungen drängen nach.“

Was ihr bleibt, sind die Erinnerungen an schöne Momente, an Höhepunkte ihrer Laufbahn. Leistungen, auf die sie stolz sein kann. Mair denkt beispielsweise an den Weltcup-Slalom in Aspen Ende 2009. Es war ihre erste USA-Reise. „Da ärgerst du dich, wenn du rüberfliegst und nichts zerreißt.“ Doch sie konnte jubeln: Mit Rang zwölf fuhr sie ihr bestes Ergebnis ein. Auch ihr erster größerer Weltcup-Erfolg wird ihr in guter Erinnerung bleiben: Es war beim Slalom am Gudiberg in Garmisch-Partenkirchen Anfang 2009. Da wurde sie 16. - noch dazu bei einem Rennen fast vor der Haustüre. „Familie und Freunde waren dabei, da ist es doppelt schön, wenn du Erfolg hast.“ Solche Erlebnisse wird sie nicht vergessen.

Doch jetzt blickt Mair nach vorne. Auf die Piste will sie trotzdem wieder - aber nur noch in der Freizeit. Eventuell möchte sie einen C- oder B-Trainerschein machen. Beruflich steht der Waakirchnerin ein Neustart bevor: Bis Ende August ist sie noch in der Sportfördergruppe der Bundeswehr. Anschließend kehrt sie in ihren gelernten Job als Bauzeichnerin zurück.

„Es werden immer wieder Tage kommen, wo ich es vielleicht bereue.“ Doch die Entscheidung ist endgültig. „Jetzt beginnt ein neuer Lebensabschnitt.“ Ein Abschnitt ohne Training. Ohne Ski-Rennen. Und - es wäre Marianne Mair sehr zu wünschen - auch ohne Verletzungen.

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